Endgültig an die Weltspitze zurück: Albert Zoer siegt in Bordeaux
Auf seinem Erfolgspferd Oki Doki hat der Niederländer Albert Zoer auch das Rolex FEI World Cup Springen am Samstagabend in Bordeaux gewonnen und gezeigt, dass er nun endgültig zu seiner alten Form zurückgefunden hat. Hervorragender Zweiter wurde Marco Kutscher auf seinem impossanten Schimmelhenhgst Cornet Obolensky.
Eine doppelte Fraktur am Bein hatte dem Olympiafavoriten Zoer im vergangenen Jahr sämtliche Pläne für Hongkong 2008 durchkreuzt und ihn für Monate vom Springsport fern gehalten.
Immer noch mit einigem Unbill in diesem Bein beendet Zoer schon am Feitag auf Sam den Parcours im Einlaufspringen als erster und ließ eine Reihe hochklassiger Konkurrenten hinter sich. Mit dem Sieg in der zehnten Qualifikation zum Rolex FEI World Cup Finale in Las Vegas, hat er sich nun endgültig in den großen Sport zurückgemeldet.
“Das ist aus mehr als einem Grund großartig”, sagte Zoer nachdem er die 40.500 Euro Preisgeld in Empfang genommen hatte. “Es ist goßartig, dass ich zu meiner alten Form zurückgewonnen habe. Es ist super, dass Oki Doki wieder so gesprungen ist. Er ist wieder ganz der alte Oki Doki. Und ich brauchte die World Cup Punkte äußerst dringend. Ich gehe mal davon aus, dass ich mich jetzt für Las Vegas qualifiziert habe.”
Zwei “Erst”-Pferde
Erst im letzten Sommer hatte sich Albert Zoer zu einem dieser Weltklasse Reiter entwickelt, die es – auch aufgrund der zwei Weltklassepferde im Stall – mit einer Meredith Michaels-Beerbaum aufnehmen konnten. Nur 36 Stunden nachdem er den Großen Preis beim CHIO in Aachen gewonnen hatte, brach er sich beim Reiten eines seiner jungen Pferde das Bein. Er stieg zu Beginn der Hallensaison zwar wieder auf’s Pferd, konnte aber kaum den Parcours abgehen. “Das hat schon eine Weile gedauert, bis ich wieder das richtige Gefühl im Bein hatte.”
Der Reiter aus Nordholland musste sich erstmal an die Vorstellung gewöhnen, dass Schleifchen keine Selbstverständlichkeit sind. Die Erfolgsmaschinerie kam ins Trudeln. Die Weltcup Punkte rückten in weite Ferne.
Von Natur aus nervös
Albert Zoers Spitzenpferd Oki Doki brauchte sogar noch länger, um in seine alte Form zurück zu finden. “Oki ist von Natur aus etwas nervös. Er war aus dem Turnierbetrieb für Monate raus und kam in der Hallensaison zurück. Das hat ihm ganz und gar nicht gepasst. Die vielen Geräusche und die Anspannung auf den Hallenplätzen. Schritt für Schritt musste er es wieder lernen, sich zu konzentrieren und besser zu springen. Heute hat er mir zum zweiten Mal, seit dem letzten Wochenende, wieder das alte Gefühl gegeben.”
Was Oki Doki ebenfalls seinem Reiter gab, sind die vollen 20 Weltcup Punkte, die Zoer einen Startplatz im Finale sicherten.
Neun der zehn Besten
Das Jumping Bordeaux hat neun der zehn besten internationalen Reiter angezogen, die den von Frank Rothenberger hoch und technisch schwierig gebauten Kurs zu bewältigen hatten. “Das war einer der schwierigsten Kurse der Welt Cup Runden”, bekannte auch Zoer. “Er war hoch und man musste jederzeit die Kontrolle behalten, dennoch nach vorne reiten, um dann das Pferd wieder rechtzeitig zurückzunehmen.
Die Idealmenge von acht Reiter konnte sich für das Stechen qualifizieren. Elf weitere Paar mit nur vier Fehlerpunkten zeigten aber, dass die Prüfung nicht übermäßig schwierig war. Auch wenn Ludger Beerbaum mit All Inclusive nach drei Abwürfen in der dreifachen Kombination aufgab und auch die Siegerin von Leipzig und Zürich, Jessica Kürten, ihre sensible Stute Quibell aus dem Rennen nahm.
Ergebnisse des Rolex FEI World Cup™ in Bordeaux:
1) Albert Zoer (NED), Okidoki, 0-0/36.57 sec
2) Marco Kutscher (GER), Cornet Obolensky, 0-0/36.64 sec
3) Jos Lansink (BEL), Valentina van ‘t Heike, 0-4/34.59 sec
4) Gerco Schröder (NED), Eurocommerce Milano, 0-4/34.80 sec
5) Mikael Forsten (FIN), Isaac du Jonquet, 0-4/35.10 sec
6) Pius Schwizer (SUI), Unique X, 0-4/36.19 sec
7) Kevin Staut (FRA), Le Prestige st Lois, 0-4/36.45 sec
8) Michel Robert (FRA), Mme Pompadour, 0-4/37.12 sec
Stand nach 10 von 13 Qualifikationen:
1) Gerco Schröder (NED), 60
2) Edwina Alexander (AUS), 57
3) Steve Guerdat (SUI), 51
4) Albert Zoer (NED), 50
5) Jos Lansink (BEL), 48
6) Daniel Etter (SUI), 45
6) Mikael Forsten (FIN), 45
8) Marcus Ehning (GER), 44
9) Ludo Philippaerts (BEL), 41
10) Jessica Kürten (IRE), 40
11) Ben Maher (GBR), 39
11) Geir Gulliksen (NOR), 39
11) Thomas Velin (DEN), 39
14) Meredith Michaels-Beerbaum (GER), 37 (already qualified)
15) Lars Nieberg (GER), 36
16) Max Kühner (GER), 34
17) Rutherford Latham (ESP), 33
18) Helena Lundbäck (SWE), 30





