Mit “kalkuliertem Risiko” zum Sieg

So sehen Sieger aus: Marco Kutscher und Cash bei der Preisverleihung in Vigo. Foto: Marco Veurink/FEI
Gestern Abend im spanischen Vigo brauchte Marco Kutscher aus Riesenbeck unbedingt jemanden, der ihn mal kräftig in den Arm kniff. War das wirklich der zweite große Sieg im Laufe einer einzigen Woche?
Hatte sein großer Holsteiner Cash, der nicht gerade für sein Temperament bekannt ist, sich wirklich in einen schnellen Sieger verwandelt? Auf beide Fragen erhielt Kutscher ein und dieselbe Antwort: Ja!
Am letzten Wochenende hatte das Paar gerade den Großen Preis beim Jumping Bordeaux gewonnen und an diesem Samstagabend ritten die beiden schon wieder als Sieger aus dem Starterfeld der Rolex FEI World Cup Qualifikation.
“Ich kann das immer noch alles nicht glauben”, sagte Kutscher. Aber tatsächlich war der Deutsche schneller als seine Mitbewerber, wie zum Beispiel der zweitplatzierte spanische Publikumsliebling Sergio Alvarez Moya auf Wisconsin und Helena Lundbäck (SWE), die auf Maddick dritte wurde.
Hohes Grundtempo
Ein kalkuliertes Risiko ging Kutscher nach eigenen Aussagen beim Reiten des kniffligen Stechparcours’ ein. “Ich bin schnell geritten, aber nicht am Limit”, sagte Kutscher. “Es gab eigentlich keine Möglichkeiten, etwas abzukürzen und so war das Grundtempo des Pferdes entscheidend.
Es gab einige Pferde, die schneller waren als wir, wie zum Beispiel No Mercy von Christina Liebherr. Die beiden waren sogar eineinhalb Sekunden schneller. Aber viele Pferde machten Fehler, speziell am zweiten Steilsprung, wenn man von der langen Geraden kam. Nur vier hatten am Schluss zwei fehlerfreie Runden. Ich war zwar schnell unterwegs, aber ich wollte nicht die Kontrolle verlieren. Da ich gleich am Anfang ritt, wollte ich den Druck an meine Mitstarter weiter geben. Das hat geklappt. Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich bin.”
Mit Cornet Obolensky nach Las Vegas
Speziell die 20 wertvollen Weltcuppunkte bedeuteten viel für Kutscher, der wahrscheinlich mit seinem Holsteiner Schimmelhengst Cornet Obolensky nach Las Vegas ins Finale einziehem möchte. “Er braucht noch etwas Erfahrung, aber im Hinblick auf die Championate, möchte ich doch ganz gern ihn reiten. Ich bin aber noch gar nicht ganz sicher, ob ich es ins Finale schaffe, deshalb werde ich auch noch Göteborg und s’Hertogenbosch reiten und hoffen, noch ein paar Punkte mehr einzusammeln.”
Lokalmatadoren
Die 5.500 Zuschauer sahen in Vigo besten Sport und sehr gute Ergebnisse ihrer Lokalmatadoren. Gerade zu Beginn des Stechens zeigten Sergio Alvarez Moya und Rutherford Latham überzeugende Runden. “Es gab da einige Möglichkeiten, die Steilsprünge anzureiten”, erläuterte Sergio Alvarez Moya.
“Das war für mein Pferd besonders passend, denn es ist sehr temperamentvoll. Und wenn wir aus den Ecken heraus anreiten müssen, ist mein Pferd bei den Steilsprüngen besser als bei den Ochsern. Also konnte ich die Sprünge richtig scharf anreiten, als ich aus den diesen Ecken kam.” Sergio Alvarez Moya hatte es schon mehrmals versucht, sich für Vigo zu qualifizieren, nie hatte es jedoch geklappt. Ums so glücklicher war der Spanier am Samstagabend.
Ergebnisse der Rolex FEI World Cup™ Qualifikation in Vigo:
1) Marco Kutscher (GER), Cash, 0-0/39.40 sec.
2) Sergio Alvarez Moya (ESP), Wisconsin, 0-0/40.82 sec.
3) Helena Lundback (SWE), Madick, 0-0/42.56 sec.
4) Rutherford Latham (ESP), Guarana Champeix, 0-0/43.08 sec.
5) Christina Liebherr (SWI), LB No Mercy, 0-4/37.71 sec.
6) Lars Nieberg (GER), Lucie, 0-4/38.23 sec.
7) Thomas Frühmann (AUT), The Sixth Sense, 0-4/38.89 sec.
8) Gerco Schröder (NED), Eurocommerce Milano, 0-4/39.88 sec.
9) Ludger Beerbaum (GER), Coupe de Coer, 0-4/40.12 sec.
10) Philipp Weishaupt (GER), Souvenir, 0-4/40.45 sec.
Rangliste nach 11 von 13 Wettbewerben:
1) Gerco Schröder (NED), 69
2) Edwina Alexander (AUS), 57
3) Steve Guerdat (SUI), 51
4) Albert Zoer (NED), 50
5) Rodrigo Pessoa (BRA), 49
6) Jos Lansink (BEL), 48
7) Lars Nieberg (GER), 47
8) Rutherford Latham (ESP), 46
9) Daniel Etter (SUI), 45
9) Mikael Forsten (FIN), 45
9) Helena Lundbäck (SWE), 45
12) Marcus Ehning (GER), 44
13) Ben Maher (GBR), 43
14) Ludo Philippaerts (BEL), 41
14) Marco Kutscher (GER) 41
16) Jessica Kürten (IRE), 40
17) Geir Gulliksen (NOR), 39
17) Thomas Velin (DEN), 39




