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Sieg und Abschied: Briars letzter Auftritt in Schweden

21. Februar 2009 Dressur

Ein Dreamteam nimmt langsam Abschied: Jan Brink auf Briar in Göteborg. Foto: Remco Veurink/FEI

Ein Dreamteam nimmt langsam Abschied: Jan Brink auf Briar in Göteborg. Foto: Remco Veurink/FEI

Mehr als 11.000 des inzwischen schon berühmten schwedischen Publikums bei der Göteborg Horse Show, feierten am Freitag den Sieg ihres blonden, schwedischen Helden Jan Brink auf seinem beeindruckenden Fuchs-Hengst Briar.

In der Qualifikation zum FEI Weltcup Finale Dressur in Las Vegas im April, erreichte das Paar 77,200%. Das war der Sieg und gleichzeitig der letzte Auftritt von Briar auf heimischem Boden.

Emotionen

Bereits bei der mentalen Vorbereitung im Hotel hatte sich der schwedische Championatsreiter vorgenommen, alles zu geben, um den letzten Ritt auf heimatlichem Boden mit dem 18 Jahre alten Briar mit der markanten Blesse, zu etwas Besonderem werden zu lassen.

“Dieser letzten Auftritt im eigenen Land, ist schon ganz speziell”, sagte der international erfahrene Dressurchampion, der aber noch im Weltcup-Finale in las Vegas starten will. Von dem Moment an als das Paar das Viereck betrat gab es beim Publikum denn auch kein Halten mehr: Standing ovations, Klatschen, Schreien.

“Natürlich wollte ich meinen Landsleuten zeigen, was dieses schwedisch gezogene Pferd ihnen alles gebracht hat. Und ich muss sagen, ich war durch die ganze Atmosphäre so inspiriert, dass ich es auch Briar entlocken konnte, noch einmal alles zu geben. Er fühlt sich noch kein bißchen alt und könnte sicher noch eine ganze Weile so weiter machen, aber ich habe entschieden, dass das sein letzter Auftritt sein wird. Und es ist großartig, dass wir das Beste bis zum Schluss bewahren konnten.”

Die Vorsitzende Richterin, die Amerikanerin Linda Zang sagte, sie habe jede Minute der Prüfungen genossen, die bis zum Schluss spannend gewesen sei. “Hier wurd wirklich bester Sport gezeigt. Es hat mir wirklich die ganze Zeit Spaß gemacht”, sagte sie und ergänzte, dass es ihr gar nicht bewusst gewesen sein, wie dicht die Reiter aneinander lagen bevor sie die Ergebnisliste vor sich sah.

Linda Zang war direkt von den VR Classics Neumünster nach Göteburg gereist. Von hier aus wird sie nun zurück in die USA reisen, um beim Palm Beach Derby zu richten und auf das Weltcup-Finale in Las Vegas im April zu warten.

Die Richterin hatte manche Reiter in dieser Woche bereits zum zweiten Mal zu richten. “Ich war sehr fasziniert von den schönen aufwärts und vorwärts Bewegungen  von Donatha S (74,85%) ,die von Ellen Schulten-Baumer geritten wurde. Das Paar wurde diesmal Dritte. “Hier in Göteborg konnten sich die beiden noch deutlich vorteilhafter präsentieren.”

Im Grand Prix waren Brink und Briar noch dicht gefolgt von Catherine Haddad und Cadillac (71,35%). Aber die Amerikanerin hatte in der Kür mit der Konzentration ihrer Pferdes zu kämpfen. Vor allem in der ersten Piaffe und Passage Tour, kostete das die beiden wertvolle Punkte. In der Pressekonferenz erklärte Haddad, dass sie zudem an einer Lebensmittelvergiftung gelitten habe und selbst auch nicht so besonders fit in die Prüfung geritten war. Ein enttäuschender siebter Platz war das Ergebnis.

Premiere

Was für Jan Brin  und Briar der Abschied war, war für seine schwedische Kollegin Minna Telde die Premiere. Sie ritt auf Don Charly zudem auch noch eine komplett neue Kür mit Musik zu Themen von U2. Das Risiko sollte sich lohnen, denn die Richter bewerteten ihren Ritt mit 75,600% und damit dem zweiten Platz.

“Ich habe die Musik erst am letzten Montag bekommen und war total begeistert über Don Charlys Reaktion auf diese Klänge. Er reagierte deutlich besser als ich erwartet hätte. In den Einer- und Zweierwechseln war er genau im Takt zur Musik”, freute sich die Schwedin.
Kurz nach Weihnachten hatte sie den Mitbesitzer ihres Pferdes ausbezahlt, so daß Don Charly ihr jetzt selbst gehört. “Das ist wirklich ein gutes Gefühl.” Wegen ihrer guten Vorergebnisse ist sie damit so gut wie qualifiziert für das Finale in las Vegas. “Wenn ich ganz sicher gehen will, müsste ich die letzte Prüfung in s’Hertogenbosch auch noch reiten”, sagte die schedische Dressurreiterin.

Die Spannung zum Finale steigt

Die hohe Favoritin, die dreifache niederländische Olympiagoldmedallien Gewinnerin im Einzel, Anky van Grunsven, hatte kurzfristig ihren Start wegen starker Rückenschmerzen absagen müssen. Sie hatte eigentlich vor, ihr Spitzenpferd Salinero in Göteborg zu reiten, denn obwohl sie als Vorjahressiegerin bereits qualifiziert ist, muss sie mit dem Pferd,das sie im Finale reiten will, zwei Starts in Weltcupprüfungen der aktuellen Saison absolvieren. Für sie und Salinero bleibt aber nur noch eine letzte Prüfung in s’Hertogenbosch übrig, so dass sie in las Vegas wohl mit Painted Black starten wird.

Jan Brink wird nicht mehr in die Niederlande für eine weitere Qualifikation reisen. “Ich wäre zwar gerne gekommen, aber ich muss auch an die Gesundheit meines Pferdes denken. Es könnte im Hinblick auf Las Vegas zu viel werden.”

Ergebnisse

1. BRIAR Jan Brink (SWE) 77,200%
2. DON CHARLY Minna Telde (SWE) 75,600%
3. DONATHA S Ellen Schulten Baumer (GER) 74,85%
4. GALLIANO Maria Eriksson (SWE) 72,35%
5. VIVO Maria von Essen (SWE) 72,200%
6. ROYAL RUBIN Heike Kemmer (GER) 71,450%
7. CADILLAC Catherine Haddad (USA) 71,35%
8. PREMIER Aat van Essen (NED) 70,150%
9. VISUMS Louise Nathhorst (SWE) 69,150%
10. NORMANDIE JB Annette Christensson (SWE) 68,700%
11. ALBERT Joan K. Jensen (DEN) 67,800%
12. WITHNEY VAN T GENTHOF (BEL) 67.500%
12. OVATION Christa Laarakkers (NED) 67,500%
14. RAINMAN Camilla Toll (SWE) 65,00%
15. AJAX II Nina Bengtsson (SWE) 63,950%

Western European League

Stand nach acht von neun Wettkämpfen

1. Isabell WERTH GER 80
2. Hans Peter MINDERHOUD NED 68
3. Adelinde CORNELISSEN NED 60
4. Jan BRINK SWE 57

4. Monica THEODORESCU GER 57
6. Jeannette HAAZEN NED 54
7. Minna TELDE SWE 51
8. Heike KEMMER GER 50
9. Ellen SCHULTEN BAUMER GER 49
10. Christa LAARAKKERS NED 43
11. Catherine HADDAD USA 42
12. Stefan VAN INGELGEM BEL 39
12. Nathalie ZU SAYN WITTGENSTEIN DEN 39

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