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Der kleine energiegeladene Hengst Saint Amour

23. Februar 2009 Mehr Sport

Ihn hatte kaum einer auf der Rechnung: Svante Johansson und sein quirliger Hengst Sant Amour. Foto: Remco Veurink/FEI

Ihn hatte kaum einer auf der Rechnung: Svante Johansson und sein quirliger Hengst Saint Amour. Foto: Remco Veurink/FEI

Das Dach der Halle des Skandinaviums im schwedischen Göteborg wurde wieder einmal auf seine statische Qualität geprüft als 12.000 begeisterte schwedische Reitsport Fans ihre Favoriten im Stechen zur FEI Weltcup Qualifikation anfeuerten.

Gleich drei der nur vier Plätze im Stechen waren mit Skandinavieren besetzt, zwei davon kamen direkt aus Schweden. Die Menge war außer sich als Svante Johansson und sein kleiner, energiegeladener Hengst Saint Amour den Parcours mit einer super schnellen Runde beendete und damit den Dänen Thomas Velin auf den zweiten Platz verdrängten.

Rolf-Göran Bengtsson beendete den skandinavischen Karneval mit seinem Hengst Casall la Silla auf Platz drei. Etwas südamerikanischen Flair setzte der Brasilianer Alvaro Miranda dem schwedischenÜbergewicht im Stechen der Rolex FEI World Cup Qualifikation entgegen,  als er den Parcours mit der spektakulär schnellsten Zeit, aber zwei Abwürfen beendete.

Nicht wirklich viele Leute hatten diesen Svante Johansson auf ihrer Liste. Obwohl der ehrgeizige Schwede und sein äußerst kämpferisches Pferd bereits in Stockholm im vergangenen Jahr gezeigt hatten, dass sie in der Lage waren, auch große Championate zu gewinnen. “Diesmal gar kein berühmter Pferde- oder Reitername auf dem Siegertreppchen”, sagte Johannson dann auch lapidar nach der Siegerehrung.

“Ich habe wirklich nicht die geringste Ahnung, weshalb diese Reihe von Weltklasse-Reitern in diesem Wettbewerb es nicht geschafft haben, das Stechen zu erreichen. Aber das war es eigentlich, auf was ich gehofft und wofür ich trainiert habe. Der Sieg in einer Weltcup Qualifikation vor meinem Heimpublikum, das ist einfach das Beste was mir passieren konnte.”

Der schweizerischen Parcours-Designer Rolf Lüdi hatte einen äußerst anspruchsvollen Parcours gebaut. Es gab ein Menge Sprünge, die aus einer Wendung heraus angeritten werden mussten und einige der Ochser waren sehr, sehr weit gestellt.

“Über die Höhe der Hindernisse habe ich mir nicht wirklich Sorgen gemacht”, sagte Johansson,”mein Pferd ist  zwar klein, aber es hat mehr Raumgriff und Sprunggewalt als man annimmt. Ich wusste, dass Saint Amour das schaffen kann.”

Glücklich und zufrieden

Für Svante Johansson war die Qualifikation zum Rolex FEI World Cup in Goeteborg das Ziel der Hallensaison, nicht das Finale in las Vegas. “Saint Amour ist ein kleines Pferd, ich musste immer ein bißchen bei den Turnieren abwechseln, denn ich konnte ihm nicht an jedem Wochenende die ganz schweren Springen zumuten. Er sollte immer glücklich und zufrieden sein. Ich hatte nie vor, nach Las Vegas zu gehen. Mein Ziel sind die Europameisterschaften in diesem Jahr in Hickstead.”

Zwei Sieger
Eigentlich gab es zwei Sieger an diesem Tag. Als 17ter in der WorldCup Rangliste, war Thomas Velin (DEN) nicht sicher, ob er es nach Las Vegas schaffen würde. “Aber ich wollte es doch unbedingt ins Finale schaffen”, sagte der Reiter aus Dänemark. “Jetzt bin ich natürlich glücklich mit diesen 17 Punkten von heute. Sie haben mich auf den vierten Platz katapultiert. Jetzt bin ich sicher.”

Thomas Velin kam auch nur mit einem einzigen Pferd nach Göteborg. Sein Fokus hieß: Weltcup. “Ich hatte nur zwei Springen zu bestreiten und viel Zeit zum Zuschauen. Ich bewundere wirklich die Art, wie Rolf Lüdi die Parcoure baut. Auch wenn er hohe und technisch schwierige Springen gestaltet, so ist er doch immer fair.”


Ergebnisse des Rolex FEI World Cup competition in Göteborg

1) Svante Johansson (SWE), Saint Amour, 0-0/35.29 sec.

2) Thomas Velin (DEN), Godsend du Reverdy, 0-0/36.23 sec

3) Rolf-Göran Bengtsson (SWE), Quintero la Silla, 0-4/36.93 sec

4) Alvaro Miranda Neto (BRA), Ad Picolien Zendenrust, 0-8/35.16 sec

5) Michael Whitaker (GBR), Portofino, 1/76.29 sec

6) Meredith Michaels-Beerbaum (GER), Shutterfly, 4/71.74 sec

7) Albert Zoer (NED), Okidoki, 4/72.04 sec

8) Gerco Schröder (NED), Eurocommerce Pennsylvania, 4/72.44 sec

9) Ludo Philippaerts (BEL), Cavalor’s Winningmood, 4/72.67 sec

10) Jessica Kürten (IRE), Castle Forbe’s Libertina, 4/72.86 sec

Stand nach 12 von 13 Wettbewerben:

1) Gerco Schröder (NED), 78

2) Albert Zoer (NED), 60

3) Edwina Alexander (AUS), 57

4) Thomas Velin (DEN), 56

5) Steve Guerdat (SUI), 51

6) Ludo Philippaerts (BEL), 49

6) Rodrigo Pessoa (BRA), 49

8) Jos Lansink (BEL), 48

8) Meredith Michaels-Beerbaum (GER), 48 (already qualified)

10) Jessica Kürten (IRE), 47

10) Lars Nieberg (GER), 47

10) Marcus Ehning (GER), 47

13) Rutherford Latham (ESP), 46

14) Daniel Etter (SUI), 45

14) Mikael Forsten (FIN), 45

14) Helena Lundbäck (SWE), 45

17) Ben Maher (GBR), 43

18) Marco Kutscher (GER) 41

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