Internationales Reitturnier in Dortmund – Progamm und Teilnehmer

24. März 2009 Mehr Sport
Auch Isabell Werth, eben noch in s'Hertogenbosch erfolgreich, will in Dortmund wieder am Start sein. Foto: Julia Rau

Auch Isabell Werth, eben noch in s'Hertogenbosch erfolgreich, will in Dortmund wieder am Start sein. Foto: Julia Rau

Mit dem Westfalentag beginnt am Mittwoch das Internationale Reitturnier in Dortmund. Von 15.00 Uhr an messen sich Teilnehmer aus 17 Kreisreiterverbänden im Dressurpreis der Westfalen in einer Dressurprüfung der Klasse M, das am Donnerstag ab 8.00 Uhr mit einem Finale endet.

Die Springreiter beginnen dann am Donnerstagmorgen um 10.00 Uhr mit dem Mannschaftsspringen der Klasse M – von 21 Kreisreiterverbänden sind 20 am Start, ab 17.40 Uhrwird dann das finale Siegerteam ermittelt.

Die Profis bekommen ebenfalls erste Gelegenheit, sich mit der beeindruckenden Atmosphäre der Westfalenhallen vertraut zu machen: Im internationalen Eröffnungsspringen geht es am Donnerstag ab 15 Uhr um Fehler und Zeit.

Für die jungen Reiter unter 25 Jahren, beginnt die zweite Station der Young Masters League, bei der sie ihre erste internationale Springprüfung bestreiten. Am Abend sind die Nachwuchsspringpferde gefragt. Der Preis des Gestüts Dobel ist erste Prüfung der Youngster Tour.

Bester Sport – für Profis und Nachwuchs

Zwei internationale Touren im Viereck sorgen bei dem Top-Event für Dressurgenuss auf höchstem Niveau: So wird am Freitag wird ab 9.45 Uhr im Grand Prix über die Startreihenfolge in der Grand Prix-Kür am Samstagabend entschieden. Ausgefallene Choreographien und stimmungsvolle Musik gibt es dann im Preis der Jerich Germany GmbH ab 18.15 Uhr zu sehen.

Auch der Abend steht für Springsport vom Feinsten: Ludger Beerbaum, Marcus Ehning und Co werden ihr ganzes Können ausspielen, schließlich geht es im Lexus Forum Dortmund Preis von Nordrhein-Westfalen nicht nur um das beachtliche Preisgeld von 20.000 Euro, sondern auch um kostbare Weltranglistenpunkte.

Bei der Aktion „Hexenkessel“ sind dann die Fans der umliegenden Vereine aufgerufen, ihre Idole auf ganz besondere Weise zu unterstützen. Jedem Verein wurde ein Reiter zu gelost, der angefeuert wird. Dann wird es laut in den Westfalenhallen und es wird aus vollem Herzen gejubelt. Die Darbietungen werden außerdem von einer Jury bewertet: Den ersten drei Platzierten winkt ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Samstag: Highlights in Serie

Die Dressurserie MEGGLE Champions zelebriert in Dortmund ihr Finale: Auf zehn Stationen haben sich die Weltbesten für den Saisonabschluss empfohlen. Der Ehrgeiz in Dortmund dabei zu sein, war groß: Schließlich wird das gewaltige Preisgeld von 50.000 Euro ausgeschüttet. Im Grand Prix ab 8.15 Uhr gilt es für die Top-Stars, darunter Isabell Werth, Nadine Capellmann und Hubertus Schmidt, sich für den Grand Prix Special zu qualifizieren.

Nach internationalen Springprüfungen der Klasse S steht das Championat von Dortmund, ein internationales Gruppenspringen mit Siegerrunde an. Auch hier ist der Lohn bemerkenswert: 20.000 Euro und Weltranglistenpunkte gibt es zu verdienen. Der Erstplatzierte löst das Ticket für das Finale der Masters League im Dezember in Frankfurt.

Der Abend offeriert drei Glanzstücke: Die Grand Prix Kür, den Kampmann Preis, eine internationale Springprüfung der Klasse S mit Siegerrunde und das Mächtigkeitsspringen.

Sonntag: Es fallen die Entscheidungen

Schöner kann ein Sonntagmorgen nicht beginnen: Nach dem Wartermann Dressurpreis, eine Dressurprüfung Prix St. Georges, demonstrieren ab 10.10 Uhr die Dressur-Asse in der imposanten Atmosphäre der Halle 1 im Grand Prix Special schwerste Lektionen. Nach gut zwei Stunden wird dann der erste MEGGLE Champion gekürt.

Krönung des Tages ist der Große Preis der Bundesrepublik präsentiert von den Firmen der Region Dortmund, bei dem sich die Springreiter-Elite ein Kopf-an-Kopf-Rennen um sportliche Ehren, Preise im Wert von 70.000 Euro, Weltranglistenpunkte und Finalplätze für die Masters League liefern wird.
Fernsehzeiten

Für all die Reitsport-Fans, die das besondere sportliche Geschehen nicht persönlich verfolgen können, hat der WDR vorgesorgt: Er überträgt live am 28. März 2009 von 14.00 bis 16.30 Uhr und am 29. März von 13.45 bis 15.55 Uhr. Außerhalb der Fernsehzeiten sind alle Prüfungen aus den Westfalenhallen Dortmund live im Internet zu sehen.
Teilnehmer

Starter Springen
Stand: 24. März 2009

AUS  Paterson-Robinson, James
AUT  Simon, Hugo
AUT  Kayser, Julia
CZE  Augier de Moussac, Emma
GBR  Stockdale, Tim
GBR Whitaker, Ellen
GER  Aufrecht, Pia-Luise
GER  Beerbaum, Ludger
GER  Brocks, Karl
GER  Dahlmann, Franz-Josef
GER  Diederichsmeier, Mylene
GER  Ehning, Johannes
GER  Ehning, Markus
GER  Engfer, Steffen
GER  Golasch, Rebecca
GER  Gripshöver, Lutz
GER  Hassmann, Felix
GER  Hassmann, Toni
GER  Hufenstuhl, Alexander
GER  Hülsmann, Annette
GER  Kreutzmann, Jörg
GER  Kühner, Max
GER  Kutscher, Marco
GER  Lemmer, Oliver
GER Moormann, Rolf
GER Mühlbauer, Thomas
GER Müller, Kathrin
GER  Nagel, Carsten-Otto
GER  Nagel-Tornau, Sarah
GER  Nieberg, Lars
GER  Otte-Wiese, Klaus
GER  Pollmann-Schweckhorst, Alois
GER  Renzel, Markus
GER  Sprehe, Jan
GER  Stevens, Mario
GER Weishaupt, Philipp
GER  Zewe, Anuschka
IRL  Lynch, Denis
IRL  Ryan, Thomas
KSA  Abdullah, HRH Prince
NED  Bruggink, Gert Jan
NED  Dubbeldam, Jeroen
NED  Schröder, Gerco
NED  Schröder, Ben
NED  Stenfert, Jürgen
NED  Rijswijk, Sabrina van
NED  Zoer, Albert
NED  Mei, Natalie van der
NOR Gulliksen, Geir
POR  Fernandes, Mario Wilson
RSA  Lazarus, Oliver
RUS  Beletskiy, Vladimir
SUI  Wettstein, Simone
SUI  Mändli, Beat
SUI  Schweizer-Moormann, Manuela
SUI  Schwizer, Pius
SUI  Etter, Daniel
SUI  Sprunger, Hansueli
SWE Eckermann, Henrik von
SWE Fredricson, Peder

Starter Dressur
Stand: 24. März 2009

AUS  Beresford, H.
AUT  Max-Theurer, Victoria
DEN  Sayn-Wittgenstein, Nathalie zu
GER  Balkenhol, Anabel
GER  Becker, Sabine
GER  Bolz, Sonja
GER  Capellmann, Nadine
GER  Capellmann-Lütkemeier, Gina
GER  Dornbracht, Ann-Kristin
GER  Droege, Hedda
GER  Hepp, Verena
GER  Hilberath, Jonny
GER  Kemmer, Heike
GER  Koppelmann, Carola
GER  Langehanenberg, Helen
GER  Laugks, Dieter
GER  Lochthowe, Hendrik
GER  Lütkemeier, Fabienne
GER Maiwurm, Nadine
GER  Rath, Matthias Alexander
GER  Sauerwald, Tanja
GER  Schmidt, Hubertus
GER  Sieber, Kirsten
GER Weitkamp-Neuhaus, Bettina
GER Wemhöner-Budde, Dr. Sorreen
GER Werth, Isabell
GER  Zierer, Ludwig
JPN  Hiketsu, Hiroshi
NED  Haazen, Jeannette
NED  Marijnissen, Sander
SUI  Krinke Susmelj, Marcela
SWE Vilhelmson-Silfvén, Tinne
SWE Eriksson, Maria

Starter U25
Stand: 24. März 2009

GER  Baackmann, Jens
GER  Beermann, Maximilian
GER  Brüse, Christoph
GER  Döller, Patrik
GER  Hindelang, Carina
GER  Kläsener, Hubertus
GER  Knorren, Frederik
GER  Kruse, Elisabeth
GER  Lütgenau, Marie
GER  Schepers, Gerrit
GER  Schober, Philipp
GER  Sulz, Denise
GER  Vortmann, Christina
GER Weinberg, Thomas
GER Wrede, Charlotte
SVK  Noskovicova, Monika
NED  Bruggink, Marleen

Forschungsprojekt zur Remontenausbildung in Marbach

24. März 2009 Zucht & Auktionen

Von Dezember 2007 bis März 2009 wurde im Haupt- und Landgestüt Marbach ein Forschungsprojekt der Hochschule Nürtingen-Geislingen zur Remontenausbildung durchgeführt. Es wurden zwei Ausbildungswege verglichen: die Ausbildung von Jungpferden nach den Richtlinien für Reiten und Fahren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN („Klassische Methode“) und die Ausbildung von Jungpferden nach der sogenannten „Hand-Sattel-Hand-Ausbildung (HSH) nach Stahlecker“.

Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (Fakultät Agrarwirtschaft, Professor Stanislaus von Korn) begleitete den Versuch im Rahmen von zwei zeitlich gestaffelten Studien, um objektivierbare Erkenntnisse über Vor- und Nachteile des jeweiligen Ausbildungsweges, insbesondere im Hinblick auf die Pferdegerechtheit, zu gewinnen. Da bisher keinerlei vergleichbare wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen, mussten auch entsprechende Methoden erarbeitet werden.

Die Ausbildungswege
Die klassische Ausbildung erfolgt in mehreren Schritten und basiert auf der Ausbildungsskala nach den Richtlinien für Reiten und Fahren der FN. Die Pferdegruppe wurde vom Ausbildungsleiter in Marbach HSM Karl Single trainiert.
-    Die Pferde werden aus dem Aufzuchtbetrieb von der Weide geholt und einzeln in Boxen aufgestallt
-    Gewöhnung der Pferde an die neue Umgebung, die Trense und den Sattel
-    Freie Bewegung der Pferde in der Reithalle mit Sattel und Trense in Schritt, Trab und Galopp
-    Erstes Aufsitzen in der Box, anschließend Führen der Pferde mit dem Reiter im Schritt und evtl. im Trab
-    Anlongieren der Pferde mit Sattel und Trense. Zuerst Führen der Pferde im Schritt auf dem Kreis. Dann Longieren im Trab und Galopp, rechte und linke Hand – Aufsitzen in der Reithalle, Führen des jungen Pferdes auf dem gewohnten Longenzirkel mit anschließendem Longieren
-    Erstes freies Reiten in Gruppen auf beiden Händen, davor Longieren. Die Pferde werden zunehmend an Gewichts-, Schenkel-, und Zügelhilfen gewöhnt (ca. 4. bis 6. Ausbildungswoche)
-    Reiten ohne vorheriges Longieren. Schwerpunkt in der Ausbildung in diesem Abschnitt ist das Erreichen von Takt, Losgelassenheit und Anlehnung
-    Freispringen über Gymnastikreihen, Springen unter dem Sattel, auch im Gelände
-    Longieren mit Hilfszügeln wird gegebenenfalls mit in das Ausbildungsprogramm aufgenommen
-    Die Pferde werden immer zu mehreren in der Gruppe gearbeitet und erhalten so oft wie möglich gemeinsamen Weidegang

Der Begriff Hand-Sattel-Hand-Ausbildung nach Fritz Stahlecker ergibt sich aus der Ausbildungsreihenfolge. Die Pferde lernen zuerst alle Lektionen an der Hand und sollen später unter dem Sattel das Gelernte umsetzen. Im Alltag werden die Pferde immer wieder an der Hand gearbeitet, um die Lektionen zu verbessern. Die HSH-Ausbildung nach Stahlecker gründet auf den folgenden Grundsätzen:
-    Die Ausbildung der Pferde beginnt möglichst früh (Handarbeit) in einem Alter von eineinhalb bis vier Jahren
-    Neben der Handarbeit ist der tägliche Koppelgang der Pferde notwendig
-    Zur Schonung des Pferdemaules wird am Anfang der Ausbildung ein Trensengebiss eingelegt, aber mit einem Schulzaum gearbeitet
-    Vorsichtiges Einsetzen der Zügel in der Ausbildung unter dem Reiter
-    Die Hilfen werden nacheinander gelehrt und erst später zusammen verwendet
-    Die Ausbildung an der Hand zur Schonung des Pferdes. Die Lektionen sollen spielerisch erlernt werden. Eine Ausbildungseinheit sollte nie länger als 30 Minuten dauern
-    Die Pferde werden erst vierjährig geritten. Am Anfang wird nicht länger als 10 Minuten geritten, mit der Steigerung auf 30 Minuten
-    Beim Reiten nur Lektionen abfragen, die das Pferd aus der Bodenarbeit gelernt hat
-    Ausgebildete Pferde werden immer wieder an der Hand gearbeitet, um Probleme zu lösen

Untersuchungsmethodik
Das Haupt- und Landgestüt Marbach stellte Ende 2007 zwölf ca. zweieinhalbjährige Warmblutpferde zur Verfügung, die zufällig auf die beiden Ausbildungsgruppen verteilt wurden. Der Vergleich wurde im März 2009 abgeschlossen. Im Rahmen der Begleituntersuchungen wurden ethologische, physiologische, morphologische sowie röntgenologische Parameter erhoben.

1. Ethologische Merkmale
Beobachtungen der Ausbildungseinheiten ein- bis zweimal wöchentlich und kontinuierlich begleitende Videoaufnahmen während des gesamten Versuchszeitraums – abgesehen von kurzen Unterbrechungen. Im Wesentlichen:
-    Takt
-    Losgelassenheit (Gesichts- und Augenausdruck, Ohrenspiel, Maultätigkeit/Trense, Schweifhaltung, Rückentätigkeit, Abschnauben)
-    Anlehnung
-    Gehorsam, Aufmerksamkeit, Mitarbeit
-    Schwitzen
Die Beobachtungsergebnisse wurden nach einer Skalierung von 1 (schlecht/gering) bis 9 (viel/ausgezeichnet) bei allen Ausbildungspferden bewertet.

2. Physiologische und morphologische Merkmale
-    Speichelcortisol (dreimalige Untersuchungen vor und unmittelbar nach der Ausbildungseinheit zwischen Mai und Okt. 2008)
-    Herzfrequenzmessungen (Pulsmessungen während und nach den Ausbildungseinheiten ab Okt. 2008)
-    Gewicht und Body Condition Scoring (BCS) im Januar und November 2008
-    Bewertung von Exterieur und Rückenmuskulatur (August und Dezember 2008)

3. Osteopatische Untersuchungen (Juni und Dez. 2008)

4. Röntgenologische Untersuchungen (Dez. 2007 und Dez. 2008)

Die Auswertung und die Interpretation der Ergebnisse sollen eine objektive und nach wissenschaftlichen Methoden durchzuführende Bewertung der Ausbildungswege ermöglichen. Die Anzahl der zu vergleichenden Pferde ist mit insgesamt zwölf Pferden aus praktischer Sicht ebenso interessant wie aufwendig, da entsprechende Vergleiche bisher in dieser Form nicht vorliegen. Aus wissenschaftlicher Sicht werden aufgrund der letztlich doch begrenzten Anzahl nicht bei allen Parametern statistische Signifikanzen zu ermitteln sein.

Ergebnisse
Der Versuch wurde Anfang März 2009 abgeschlossen und ist bisher nur anteilig ausgewertet, so dass die Ergebnisse erst zum Ende des ersten Halbjahres 2009 erwartet werden.

Quelle:
(HuL Marbach).

Marbacher „Siegertypen 2009“ vor 1.800 Züchtern vorgestellt

24. März 2009 Zucht & Auktionen
Eines der Aushängeschilder des Marbacher Haupt- und Landgestüts: Laurel, Sohn von Stan the Man xx. Foto: Peter Richterich

Eines der Aushängeschilder des Marbacher Haupt- und Landgestüts: Laurel, Sohn von Stan the Man xx. Foto: Peter Richterich

Zum Auftakt der Decksaison 2009 präsentierte das Haupt- und Landgestüt die EU-Besamungshengste und die neuen Landbeschäler.

Dicht gedrängt verfolgten fast 1.800 interessierten Züchter die Hengstvorstellung in der Großen Reithalle des Haupt- und Landgestüts Marbach.

Weitere rund 10.000 Zuschauer waren zu Hause live vor den Bildschirmen dabei und verfolgten die rund dreistündige Schau im Internet, hier findet sich für ein Jahr eine Aufzeichnung der Hengstschau. … Continue Reading

Genomforschung und Pferdemarketing – Göttinger Pferdetage 2009

23. März 2009 Wissen, Zucht & Auktionen

Zur vierten Auflage der Göttinger Pferdetage trafen sich Ende Februar Wissenschaftler und Praktiker in der Georg-August-Universität in Göttingen.

Die mit über 300 Teilnehmern besuchte Fachtagung, die unter der Federführung von Professor Dr. Erich Bruns und Professor Dr. Dr. Matthias Gauly gemeinsam von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pferd (GWP), der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) veranstaltet wurde, diente als eine Informationsbrücke zwischen Wissenschaft und Praxis bezüglich der aktuellen Entwicklungen im Pferdesektor.

Aktuelle Fragestellungen zu Zucht und Genomforschung sowie zur Bewertung des Interieurs standen am ersten Tag im Mittelpunkt der Tagung. Im letzten Jahr wurde der erste Entwurf der Pferdegenomsequenz im Internet veröffentlicht und die Wissenschaftler konnten über weitreichende Fortschritte bezüglich der Identifizierung von Gensequenzen, die für die Regulation von Stoffwechselprozessen, für die Entstehung von Krankheiten, hier insbesondere für die equine Osteochondrose, und für die Vererbung von Fähigkeiten der Pferde verantwortlich sein könnten, berichten.

Das Thema zum Verhalten und Interieur beim Pferd wurde sowohl im Hörsaal als auch im Rahmen einer praktischen Demonstration in der Reithalle intensiv diskutiert. Peter Kreinberg (Regesbostel) berichtete über seine Erfahrungen, die er im Rahmen seiner praktischen Zucht- und Ausbildungsarbeit mit Pferden unterschiedlicher Rassen gewonnen hat.

Den praxiserfahrenen und standardisierten Verhaltenstest beim Freibergerpferd, der in der Schweiz bereits eine große Nachfrage erfährt, stellte Dr. Mireille Baumgartner aus dem Schweizerischen Nationalgestüt in Avenches vor.

Im anschließenden Praxisteil diskutierten alle Teilnehmer der Tagung über die aktuellen Untersuchungen zur Objektivierung von Interieurmerkmalen, die im Tierzuchtinstitut in Göttingen entwickelt und in verschiedenen deutschen Prüfstationen im Rahmen von Stations- und Feldprüfungen für Reitpferde, Reitponys, Haflinger und Schwere Warmblüter durchgeführt wurden.

Der zweite Tag der Göttinger Pferdetage stand ganz im Zeichen des Marketings in der Pferdewirtschaft sowie aktueller Fragen rund um die Pferdehaltung und -gesundheit.

Eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Achim Spiller (Göttingen) beschäftigte sich mit der Kundenzufriedenheit in der Pensionspferdehaltung und im Reitsporthandel. Das Image verschiedener Pferdesportdisziplinen und Vermarktungsplattformen im Pferdemarkt waren weitere Schwerpunkte dieses Themenblockes. Für die Praktiker waren die Vorträge über die Einflüsse verschiedener Einstreumaterialen sowie des Entmistungsregimes auf die Bildung von Gasen und Partikeln von Bedeutung, denn dadurch konnten direkt praktische Tipp für das Management im Pferdestall abgeleitet werden.

Zuvor kamen insbesondere die Züchter unter den Zuhörern bei der Fragestellung zu den Auswirkungen der Spezialisierung auf die Dressur- und Springeignung auf ihre Kosten. Birte Niemann (Göttingen) stellte anhand von Leistungsdaten und genetischen Trends die Auswirkungen des im Jahr 1993 ins Leben gerufenen Programms Hannoveraner Springpferdezucht des Hannoveraner Zuchtverbandes vor und Kati Schöpke (Halle) analysierte den Oldenburger Weg, die Gründung des Springpferdezuchtverbandes Oldenburg International zur Förderung der Springpferdezucht im Jahr 2001.

Eine andere Strategie in der Zuchtplanung wird durch den holländischen Zuchtverband KWPN verfolgt. Dr. Johann Knaap (Harderwijk/Niederlande), leitender Direktor des KWPN, stellte die Gründe und die bereits erreichten Erfolge aufgrund der totalen Spezialisierung auf die Disziplinen Dressur oder Springen vor. Das Thema wurde durch Klaus Balkenhol (Rosendahl) mit seinen Ausführungen zu der Frage, ob unterschiedliche Zuchtziele bei Dressurpferden existieren, abgerundet.

Die Göttinger Pferdetage lieferten wertvolle Anregungen und Erkenntnisse aus der Wissenschaft und zeigten Perspektiven für die zukünftige Pferdezucht und -haltung.

Die nächste Auflage dieser Fachtagung zu Zucht und Haltung von Sportpferden ist in zwei Jahren geplant. Alle Vorträge sind in einem Tagungsband veröffentlicht, das direkt beim FNverlag, Telefon 02581/6362-254, E-Mail vertrieb@fn-verlag.de oder Internet zu beziehen ist.

Dr. Teresa Dohms für FN

Marbacher Reitpferde-Auktion schließt mit großem Erfolg

23. März 2009 Zucht & Auktionen
Ein echter Siegertyp: Damiano - erzielte den Spitzenpreis der Frühjahrsauktion in Marbach. Foto: Ph. Schreiner

Ein echter Siegertyp: Damiano - erzielte den Spitzenpreis der Frühjahrsauktion in Marbach. Foto: Ph. Schreiner

Mit einer Steigerung des Durchschnittsverkaufspreises um 3.000 Euro hat das Haupt- und Landgestüt Marbach seine Reitpferdeauktion abgeschlossen.  Der von Autkionator Hendrik Schulze-Rückamp (Reutlingen) erzielte Durchschnittspreis lag in diesem Jahr mit 13.000 Euro um 3.000 Euro über dem Vorjahresergebnis. So konnte sich das Landgestüt über einen Gesamtumsatz von 273.200 Euro freuen.

Den Spitzenpreis von 45.000 Euro brachte der bewegungsstarke dreijährige Wallach Damiano von DARAMIS und der Hauptgestütsstute Mimosa von METTEUR-GARDEZ, der in den Dressurstall der renommierten Ausbilderin Christiane Eberwein (Kelkheim) wechselte.

Zwei Pferde wurden dem Hunter-Trainer Hermann Schweizer aus Kanada zugeschlagen, der ebenso wie Familie Eberwein seit mehr als drei Jahrzehnten zu den Stammkunden der Marbacher Reitpferdeauktion gehört.

Ebenfalls fündig wurden Olympiareiter Martin Schaudt und seine Frau, die den dreijährigen Fuchswallach Wilcox von WORDLY aus der Hauptgestütsstute und Landeschampionesse Räuberbraut von RICORDO DI LENY-KORNETT für 16.000 Euro ersteigerten.

„Gute Qualität wird nach wie vor gut bezahlt“, sagte Gestütsleiterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck. Leider werde eine längere Ausbildung der Pferde nicht entsprechend honoriert, so Ausbildungsleiter Karl Single mit Blick auf die Preise der älteren Pferde, die eine verlängerte Ausbildung genossen hatten. Neben dreijährigen Gestütspferden und einigen teilweise schon älteren Pferden aus Züchterhand waren vierjährige Pferde aus dem Forschungsprojekt zur Pferdeausbildung, das seit Dezember 2007 in Zusammenarbeit mit der Hochschule Nürtingen-Geislingen am Haupt- und Landgestüt Marbach durchgeführt worden war, Teil des Auktionslots.

Ergebnis der Reitpferde-Auktion 2009 im Haupt- und Landgestüt Marbach

Kat.Nr.    Pferd    Preis    Herkunft Käufer
1    Cassandra     kein Gebot
2    Charlotte            7.000 €     Baden-Württemberg
3    Como         12.000 €     Baden-Württemberg
4    Damiano         45.000 €     Hessen
5    Darina R            7.500 €     Baden-Württemberg
7    Desporado         16.000 €     Baden-Württemberg
8    Don Capo            6.000 €     Baden-Württemberg
9    Donario            6.500 €     Kanada
10    Dream Girl            8.000 €     Schweiz
12    Emerita            7.000 €     Baden-Württemberg
13    Eternity         22.000 €     Baden-Württemberg
15    Laura     kein Gebot
16    Lavinius         21.000 €     Baden-Württemberg
17    Lord Connery         10.500 €     Kanada
18    Satori            8.700 €     Schleswig-Holstein
19    Walzerkönig         30.000 €     Baden-Württemberg
20    Wellington         10.000 €     Baden-Württemberg
21    Weltatlas            6.000 €     Baden-Württemberg
22    Weltdame            6.000 €     Baden-Württemberg
23    Weltino            6.000 €     Baden-Württemberg
24    Westphalia            6.000 €     Sachsen-Anhalt
25    Wilcox         16.000 €     Baden-Württemberg
26    World Lady         16.000 €     Rheinland-Pfalz
Durchschnittspreis:    13.009 Euro    (2008: 9.913 Euro)
Gesamtumsatz:    273.200 Euro    (2008: 228.000 Euro)

Verkaufswoche für Reitpferde mit Marbacher Abstammung vom 1. bis 7. Juni 2009
Achtung Züchter: Jetzt Pferde anmelden!

Vermarktungschance für vierjährige und ältere Pferde aus Züchterhand: Vom 1. bis 7. Juni führt das Haupt- und Landgestüt Marbach wieder eine Verkaufswoche für Reitpferde mit Marbacher Abstammung durch.

In das Verkaufslot sollen vier- bis zehnjährige Pferde aufgenommen werden, die von Marbacher Landbeschälern abstammen. Züchter und Besitzer, die den Vermittlungsservice des Haupt- und Landgestüts nutzen und von der Kompetenz der erfahrenen Mitarbeiter profitieren möchten, können sich für weitere Informationen und die Anmeldung ihres Pferdes an Ausbildungsleiter HSM Karl Single (0170 – 2204752) wenden. Zur Anmeldung ist eine Kopie des Abstammungsnachweises erforderlich.

Daniel Etter gewinnt Weltcup Qualifikation in s’Hertogenbosch

22. März 2009 Mehr Sport
Der kann Springen: Daniel Etter und Peu a Peu, hier im November in Stuttgart. Foto: Julia Rau

Der kann Springen: Daniel Etter und Peu a Peu, hier im November in Stuttgart. Foto: Julia Rau

Der Schweizer Daniel Etter hat die letzte Qualifikation zum FEI Weltcup-Finale in Las Vegas beim Indoor Brabant in den Niederlanden gewonnen.

Mit zwei fehlerfreien Runden setzte der bislang auf Platz 14 im Weltcup Ranking Platzierte auf dem Westfalen-Wallach Peu a Peu im Stechen echte Maßstäbe.

“Es ist immer schöner Marcus Ehning und Michael Whitaker zu schlagen, als einen Reiter, der vielleicht nicht so bekannt ist”, sagte der strahlende Sieger im Anschluss. “Vielleicht kennen mich die Leute ja jetzt auch.”

In einer Zeit von 35,93 Sekunden, ließ  der Schweizer selbst den sonst sehr schnellen Markus Ehning auf Sandro Boy (37,45 Sek) deutlich hinter sich. … Continue Reading

FEI Wild Cards für Weltcup-Finale gehen an zwei Dressurreiter aus den USA

22. März 2009 Dressur
Will morgen bekannt geben, ob sie in Las Vegas startet: Titelverteidigerin Anky van Grunsven ist mit 'Zweitpferd' Painted Black für das Weltcup Finale qualifiziert. Foto: Julia Rau

Will morgen bekannt geben, ob sie in Las Vegas startet: Titelverteidigerin Anky van Grunsven ist mit 'Zweitpferd' Painted Black für das Weltcup Finale qualifiziert. Foto: Julia Rau

Die beiden Wild Cards, zusätzliche Startberechtigungen ohne eigentliche Qualifikation, der Internationalen Reiterlichen Vereinigung FEI für das Dressur-Weltcup Finale in Las Vegas Mitte April, gehen in diesem Jahr an zwei Dressurreiter aus den USA.

Zusätzlich starten dürfen Leslie Morse auf Kingston und Jan Ebeling auf Rafalca.

Somit ist die Liste der 15 möglichen Starter nun vollständig:

1.    Titelverteidiger
Anky van Grunsven IPS Painted Black (NED) … Continue Reading

In der Höhle der Löwin – Isabell Werth siegt vor Anky van Grunsven

21. März 2009 Dressur
Satchmo ist der Beste - und Isabell glücklich. Foto: Julia Rau

Satchmo ist der Beste - und Isabell glücklich. Foto: Julia Rau

Vor einem vollständig ausverkauften Haus mit 9.500 Zuschauern sind am Samstag in s’Hertogenbosch beim Indoor Brabant ganze sechs Olympiateilnehmer in der FEI Dressur Weltcup Qualifikation an den Start gegangen. Die Silbermedalliengewinnerin von Hongkong, Isabell Werth, mit Satchmo (84,15%) konnte bei dieser Qualifikation in den Niederlanden den Sieg mit nach Hause nehmen.

Insgesamt hatten sich 15 Paare aus sieben Nationen für die letzte Qualifikation in der West-Europa Liga Startplätze sichern können. Neben Deutschland kamen die Reiter-Pferd Paarungen aus den Niederlanden, Schweden, Dänemark Belgien, Finnland und den USA. … Continue Reading

Schnellste Runde, keine Fehler – Ludo Philippaerts siegt in s’Hertogenbosch

21. März 2009 Mehr Sport
Nicht schlecht, Herr Philippaerts. Foto: Julia Rau

Nicht schlecht, Herr Philippaerts. Foto: Julia Rau

Vor großem Publikum und einem international hochklassigen Starterfeld, hat der Belgier Ludo Philippaerts am Freitagabend den Internationalen Preis der Stadt s’Hertogenbosch beim Indoor Brabant in den Niederlanden gewonnen.

Er siegte in diesem Zeitspringen mit einer fehlerfreien Runde. Mit seinem belgischen Hengst Cavalor’s Winningmood legte er mit 58,07 Sekunden die schnellsten Zeit vor und kam damit vor dem Niederländer Gert-Jan Bruggink auf Primeval Wings (58,35 Sek) auf Platz 1.

Bester Deutscher war Max Kühner, auch er konnte mit seinem Holsteiner Hengst Coeur de Lion eine fehlerfreie Runde in 63,34 Sek hinlegen und kam damit auf Platz acht. Direkt dahinter platzierte sich Daniel Deußer, ebenfalls mit einem Holsteiner, Verelst Curtis (0/64,37 Sek).

Auf ihrem ersten Turnier seit Wochen hatte Meredith Michaels-Beerbaum, Weltcup-Siegerin des Vorjahres, in diesem Springen ihr “Dritt”pferd Le Mans gesattelt und kam mit dem Zweibrücker Wallach mit vier Fehlern auf Platz 26.

Anky van Grunsven mit Höchstergebnis im Grand Prix

20. März 2009 Dressur
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In guter Form: Anky van Grunsven auf Salinero. Foto: Julia Rau

Die halbjährige Pause nach den Olympischen Spielen von Hongkong scheint Salinero, dem Olympiapferd der Einzelgold-Gewinnerin Anky van Grunsven, offensichtlich gut getan zu haben.

Mit frischen Elan hat das Paar am Donnerstag beim Indoor Brabant im niederländischen s’Hertogenbosch den Grand Prix zur Weltcup-Kür am Samstag mit hohen 78.255 Prozent gewonnen.

Auch wenn es der Niederländerin nicht gelang, den Schlussgruß ruhig stehend zu absolvieren, so hatte sie dennoch in den Einzelwertungen die Nase vor Dauerrivalin Isabell Werth auf Satchmo (77.149%), die mit einem gutgelaunten, aber nicht ganz spannungsfreien Satchmo eine saubere Runde zeigte. … Continue Reading

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    von Karola Bady Unsere Autorin ist Mitglied bei Xenophon und Redakteurin. Sie war bei der Mitgliederversammlung am 12. Juli in Aachen anwesend. Für Horses & Sports hat sie ihr persönliches Resümee aus dieser Veranstaltung gezogen: "Die Laufbahn des Tierarztes Heuschmann gleicht inzwischen der eines Kometen: Er tauchte vor wenigen Jahren unvermittelt auf, sorgte für ein Leuchten am Himmel, als er sich gegen die Rollkur, gegen Doping und unerlaubte Medikation äußerte, dab...

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9. Juni 2010

Fliegenschutzmittel im Wettkampf erlaubt

Eine geradezu bahnbrechende Neuerung im unermüdlichen Kampf um fairen Sport, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in diesen Tagen zu verkünden: Ab sofort sind alle Fliegenschutzmittel bei Turnieren erlaubt. Bislang galt die Regelung, dass Fliegensprays, die ätherische Öle – unter anderem Nelken- oder Lavendelöl – enthalten, eine Karenzzeit von 48 Stunden haben und somit im [...]

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