FN prüft Kadermitgliedschaft Kutschers

Wird vielleicht vorerst nicht mehr für Deutschland: Marco Kutscher und Cornet Obelensky. Foto: Julia Rau
Immer noch scheint die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) keinen Anlass zur Eile im Fall Marco Kutscher zu haben. Der Nationenpreisreiter wird am kommenden Wochenende bei der hochdotierten zweiten Etappe der Global Championstour an den Start gehen. Die erste hat er bereits gewonnen. Gesamtes Preisgeld hier: knapp 300.000 Euro.
Nun wird der Springausschuss seine Mitgliedschaft im deutschen Kader “überprüfen”. Das heißt, man prüft, ob Marco Kutscher künftig für Deutschland in Nationenpreisen starten darf. Eine Ehre, die Christian Ahlmann für 24 Monate aberkannt wurde.
Das alles trotz des Eingeständnisses Kutschers und des Mannschaftstierarztes Dr. Björn Nolting, dass Kutschers Pferd Cornet Obolensky unerlaubte Medikamente gespritzt wurden, die auch nicht angemeldet waren. Nach dem FEI Reglement ist der Reiter ohne Einschränkungen “the person responsible” – die verantwortliche Person für solche Vorfälle. Eine klare Sache? Nicht für die FN.
Hier die aktuelle Pressemitteilung im Wortlaut:
Warendorf/Hongkong (fn-press). Neue Erkenntnisse zu den Vorkommnissen um den Springreiter Marco Kutscher (Riesenbeck) bei den Olympischen Spielen in Hongkong haben die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) veranlasst, die Kadermitgliedschaft des Springreiters durch den Springausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) überprüfen zu lassen.
Laut jüngsten Aussagen Kutschers gegenüber dem Fernsehsender WDR und einer Stellungnahme des ehemaligen Mannschaftstierarztes Dr. Björn Nolting (Weilerswist) soll der Hengst während der Spiele durch eine Pflegerin behandelt und die Behandlung nicht angemeldet worden sein.
“Nach der ersten Runde des Nationenpreises bei den Olympischen Spielen in Hongkong habe ich gemeinsam mit Marco Kutscher besprochen, sein Pferd Cornet Obolensky mit Lactanase und Arnika zwecks optimaler Regeneration der Muskulatur zu versorgen. Unglücklicherweise nahm die Pflegerin ohne Rücksprache und völlig voreilig die Behandlung vor, bevor ich die erforderliche Freigabe für eine Injektion einholen konnte”, so Nolting.
“Die jüngsten Aussagen Kutschers und Noltings haben uns neue Erkenntnisse, aber noch keine völlige Klarheit gebracht”, sagte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach und fügte hinzu, dass das formelle Verfahren bei der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) liege, die bereits durch die FN offiziell in Kenntnis gesetzt worden sei. “Dennoch werden wir den Vorfall parallel durch den Springausschuss untersuchen lassen. Wenn Handlungsbedarf besteht, werden wir reagieren”, sagte Lauterbach.




