Der Niederländer Dr. Jan-Hein Swagemakers ist neuer Mannschaftstierarzt der deutschen Springreiter. Er tritt die Nachfolge des langjährigen Mannschaftstierarztes Dr. Björn Nolting (Weilerswist) an, der bis zum Weltcupfinale in Las Vegas die deutsche Springreiter betreut hat und nun in die umstrittene Medikationsaffäre um den deutschen Spitzenreiter Marco Kutscher verwickelt ist.
Mit Ernennung des Pferdearztes ziehen auch neue, strengere Regeln in die Ställe der Kaderangehörigen ein: Die Bundestrainer Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann, legten direkt gemeinsam mit dem neuen Mannschaftstierarzt die künftigen Grundzüge in der Zusammenarbeit fest. Dabei spielte die Frage der Medikations- und Dopingvorbeuge eine zentrale Rolle. Es wurden folgende Maßnahmen festgelegt:
1. Beibehaltung der Bestimmungen zur Championatsvorbereitung: Ab acht Wochen vor einem Championat darf keine Behandlung ohne Einbeziehung des Mannschaftstierarztes vorgenommen werden. Bei allen nominierten Pferden
werden weiterhin Mediaktionskontrollen kurz vor dem Championat vorgenommen. Die Nominierten haben alle Substanzen vor Anreise zum Championat beim Mannschaftstierarzt abzugeben.
2. Neu ist, dass die Angehörigen des Championatskaders ganzjährig jede Medikation ihrer Kaderpferde zu dokumentieren und dem Mannschaftstierarzt offenzulegen haben. Die Dokumentationspflicht gilt
zudem für alle Reiter, die für die Longlist zu einem Championat nominiert werden.
3. Während eines Championates ist für die veterinärmedizinische Begleitung der Championatspferde allein der Mannschaftstierarzt weisungs- und handlungsbefugt.
Der 48-jährige gebürtige Niederländer Swagemakers ist FEI-Tierarzt und Hobbyreiter ist seit 1998 Vertrauenstierarzt des Landesverbandes Weser-Ems. Unter anderem betreute er bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen das Spingreiterteam der Ukraine als Tierarzt. Seinen ersten Turniereinsatz für die deutschen Springreiter
hat Swagemakers bei den Deutschen Meisterschaften in Balve vom 11. bis 14. Juni.
„Ich glaube, dass wir mit dem neuen Mannschaftstierarzt eine gute Wahl getroffen und mit den Neuerungen die Verantwortlichkeiten bei allen Beteiligten noch klarer definiert haben“, so der Ausschussvorsitzende
des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), Peter Hofmann (Mannheim).