Keine Suspendierung für Kutscher und Haring durch FEI / Präsidentin Haya: “Gängige Praxis”
Die angekündigte und von Mitgliedern geforderte Suspendierung des deutschen Reiters Marco Kutscher, der durch Vorwürfe zu unerlaubter Medikation während der Olympischen Spiele in Hongkong an seinem Pferd Cornet Obolensky in die Schlagzeilen und den Fokus von Untersuchungen geraten war, sowie des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Dr. Hanfried Haring, aus dem Weltreiterverband FEI, wird nicht stattfinden.
Haring, der selbst als Funktionär und Richter bei der FEI tätig ist, wurde vorgeworfen, die Vorfälle dem Weltverband bei den Olympischen Spielen verschwiegen zu haben.
Wie die FEI mitteilte, habe der zuständige Ausschuss die geforderte Suspendierung aus rein rechtlichen Gründen abgelehnt, da es im Falle einer tierschutz relevanten Misshandlung des Pferdes Cornet Obolensky nicht – wie etwa bei Regularian zu Doping-Vorwürfen - möglich sei, die beschuldigte Person bereits während des laufenden Verfahrens zu suspendieren, sondern abzuwarten sei, bis es eine endgültige Entscheidung zu dem Fall gebe.
Die FEI hatte nach zahlreichen Berichten darüber, dass das Olympiapferd von Marco Kutscher in Hongkong zwischen dem ersten und zweiten Umlaufs behandelt worden war, Untersuchungen aufgenommen. Diese Behandlung soll zum Nachteil des Pferdes geschehen sein, dass daraufhin gegen eine Stallwand gefallen sei. Das Pferd habe im Anschluss daran trotzdem weiter am Wettkampf teilgenommen. Weder die Behandlung noch die Gesundheitsbeeinträchtung seien der FEI regelgerecht mitgeteilt worden.
Der hierbei ebenfalls involvierte deutsche Mannschaftstierarzt Dr. Björn Nolting, konnte bisher noch nicht zu den Vorfällen befragt werden, da er sich in Urlaub befindet und bislang nicht erreichbar war.
Erstmals äußerte sich auch FEI Präsidentin Prinzessin Haya öffentlich zu dem Fall: “Der Ausschuss war in diesem Fall nicht gefordert, die Schuld oder Unschuld von Hanfried Haring festzstellen. Sondern er war auschließlich berufen, den Einspruch der FEI Mitglieder zu unterstützen, die Haring als Funktionär und als Richter vorläufig aus dem Amt supendieren wollten, so lange bis klar gewesen wäre, dass er nicht in den laufenden Fall involviert sei. Dies ist die gängige Praxis in Organisationen, um sicherzustellen, dass eine Person, die in einer einflussreichen Position ist, zuallerst von dem Verdacht befreit wird, etwas damit zu tun zu haben. Die jetzige Entscheidung unterstreicht auch die Unabhängigkeit des Ausschusses, der für solche Entscheidungen von Generalversammlung gewählt wurde. Hanfried Haring bleibt Funktionär der FEI und seine Mitarbeiter und Kollegen werden ihm weiterhin den Respekt zollen, den er verdient.”





