Beginnt FN Kommission erst Mitte Juli mit Anhörung?
Unter der Überschrift: “Natürlich gibt es eine deutsche Mannschaft beim CHIO Aachen 2009″, hat die Pressestelle des CHIO gestern die untenstehende Mitteilung veröffentlich. Aus ihr geht hervor, dass der Arbeitsstart der Kommission zur Untersuchung und Aufklärung der Doping- und Medikationsvergehen im Pferdesport, erst am 13. Juli sein wird, da man sich vorher gründlich in die Thematik einarbeiten möchte. Ein enger Zeitplan, denn die Europameisterschaften der Spring- und Dressurreiter beginnen gut einem Monat (25.-30. August2009) später im britischen Windsor.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat sich hierzu bislang nicht öffentlich geäußert.
In der WDR Sendung Sport Inside soll es einen sehenswerten Bericht über den geplanten Neuanfang bei den deutschen Reitern gegeben haben. Wie die Reiter Revue Online Redaktion berichten, werden hier große Zweifel an der Wirksamkeit der geplanten Maßnahmen geäußert.
Ein wenig Druck scheint jedoch von Seiten der Deutsche Sporthilfe zu kommen, die ihre Unterstützungsgelder bis auf Weiteres ausgesetzt haben soll, wie St Georg berichtet.
Pressemitteilung des CHIO:
Die Organisatoren des CHIO Aachen begrüßen – wie bereits am 29. Mai mitgeteilt – die Auflösung der Kader und die Befragungen der deutschen Reiter und Funktionäre durch die unabhängige Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ausdrücklich. Nur so ist ein Neustart im Pferdesport möglich.
Gestern hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) vermeldet, dass die ersten Reiter erst ab dem 13. Juli befragt werden. Die Kommission beginnt später als ursprünglich geplant mit den Befragungen, um sich intensiv in die Thematik einarbeiten zu können. Der CHIO Aachen beginnt bereits am 26. Juni und endet am 5. Juli. “Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass sich die Kommission sehr gewissenhaft einarbeitet”, so Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH, “dennoch hätten wir es begrüßt, wenn alle Reiter, die in Aachen starten werden, insbesondere aber die Springreiter, bereits vor der Kommission ausgesagt hätten.” Das habe man der FN im übrigen auch frühzeitig mitgeteilt.
Unabhängig davon werden beim CHIO Aachen 2009 in allen fünf CHIO-Disziplinen deutsche Mannschaften an den Start gehen. “Hier sind Irritationen entstanden”, so Turnierleiter Frank Kemperman. Natürlich gebe es in Springreiten, Dressur, Vielseitigkeit, dem Fahren und dem Voltigieren deutsche Mannschaften. Auch beim Mercedes-Benz-Preis, der Teil des FEI Nations Cup ist, geht eine deutsche Springreit-Equipe an den Start. Bundestrainer Otto Becker benennt vier Reiter für die spektakuläre Flutlicht-Prüfung am Donnerstag, 3. Juli. Zusätzlich zu den vier Mannschaftsreitern wird Becker zehn Einzelreiter für den CHIO benennen.
Klar ist aber auch: Weder Ludger Beerbaum noch Christian Ahlmann werden zu den vier deutschen Mannschaftsreitern gehören, da sie durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) für Nationenpreise gesperrt wurden. Ob sie als Einzelreiter starten, hängt davon ab, ob sie von Becker nominiert werden.
Unabhängig von den Untersuchungen der Kommission haben die Aachener Organisatoren bereits umfassende Kontroll-Maßnahmen beschlossen. So werden 42 Stewards im Einsatz sein, die Mitarbeiter des “Horse Watch Service”, die nachts im Einsatz sind, garantieren eine 24-Stunden-Überwachung der Pferde. Zusätzlich wird in Aachen eine Thermografie-Kamera zum Einsatz kommen, die Auffälligkeiten an den Beinen der Pferde feststellen kann. “Sollte sich der Verdacht ergeben, dass bei einem Pferd Substanzen auf die Haut aufgetragen wurden, können die Veterinäre sofort vor Ort weitere Untersuchungen durchführen”, erläutert Frank Kemperman. Die Anzahl der Dopingproben wird zudem massiv ausgeweitet werden, so dass statistisch jedes achte Pferd beim CHIO Aachen 2009 untersucht werden wird.




