Home » Dressur » Currently Reading:

CHIO Aachen: Bittere Niederlage für deutsche Dressur-Equipe, Strahlender Einzelsieg für Steffen Peters

2. Juli 2009 Dressur

Strahte mit der Sonne in Aachen um die Wette: Steffen Peters auf Traumpferd Ravel. Foto: Julia Rau

Strahte mit der Sonne in Aachen um die Wette: Steffen Peters auf Traumpferd Ravel. Foto: Julia Rau

Erst zum zweiten Mal überhaupt musste sich heute die deutsche Dressur-Equipe beim traditionellen Nationenpreis gegen die Mannschaft der Niederlande in Aachen geschlagen geben. Mit einem deprimierend schlechten Ergebnis konnte die deutsche Mannschaft,  ohne die wegen Dopings gesperrte Isabell Werth, nicht einmal den ebenfalls relativ schwachen Ergebnissen der Niederländer eine souveräne Einzelleistung entgegensetzen.

So landete der beste deutsche Einzelrreiter, der noch relativ championatsunerfahree Matthias Alexander Rath, auf Sterntaler gemeinsam mit Hollands Dressurstar Anky van Grunsven (beide 71,362%) auf dem fünften Platz. Die vielfache Olympiasiegerin, konnte mit Salinero bei den wenigen Auftritten in dieser Saison noch nicht an die Spitzenleistung bei den Olympischen Spielen von Hongkong vor einem Jahr anknüpfen konnte.

Waren schon mal besser: Anky van Grunsven und Olympiapferd Salinero. Foto: Julia Rau

Waren schon mal besser: Anky van Grunsven und Olympiapferd Salinero. Foto: Julia Rau

Hier gewann die Niederländerin, die zu den bestverdienensten Sportlern ihres Landes gehört, die Einzel-Goldmedallie. Ihrem Mannschaftskollegen Hans-Peter Minderhoud gelang es allerdings, die Oranje Farben hoch zu halten und dem Team mit einem zweiten Platz und 72,486 Prozenpunkten den Gesamtsieg zu sichern.

Umso strahlender ging es dafür für Steffen Peters und seinen wunderbaren elfjährigen KWPN Wallach Ravel aus. Mit seiner von den Richter mehrmals mit Neun bewerteten Galopptour, sowie weiteren Neuner Noten für Sitz und Einwirkung, konnte der im amerikanische San Diego beheimatete Dressurreiter vom Niederrhein einen weiteren Spitzen-Sieg seiner Karriere mit nach Hause nehmen. Der Weltcupsieger von Las Vegas 2009 gewann mit 77.83 Prozent überdeutlich den Grand Prix CDIO beim CHIO Aachen. “Ich freue mich riesig über diesen Erfolg”, strahlte der Wahl-Kalifornier und US- Staatsbürger.

“Ich muss mich allerdings noch daran gewöhnen, dass Ravel nach seinem Weltcup-Sieg nun zu den drei Top-Pferden weltweit zählt. Früher war man froh, wenn er unter die ersten fünf kam, nun sitzt ein ganz anderer Druck dahinter”, so Peters. Platz zwei ging an den Niederländer Hans Peter Minderhoud, der mit seinem Olympiapferd Exquis Nadine 72.46 Prozent erzielte. Das bedeutete den Sieg im Nationenpreis für die Niederlande vor Deutschland und Großbritannien.

Hinter Minderhoud rangierte der bereits 19-jährige Orlov-Traber Balagur mit seiner russischen Reiterin Alexandra Korelova.”Ihm macht die Arbeit noch immer großen Spaß, das strahlt er auch in der Prüfung aus. Er mag mich und kämpft für mich, das ist ein tolles Gefühl”, so Korelova.

Mit Rath als bestem deutschen Starter konnte man von der früheren deutschen Dominanz in der Ergebnisliste nichts sehen: “Das war sicherlich nicht unsere Bestleistung hier. Auf dem Abreiteplatz hatte er sich noch sehr gut angefühlt, aber in der Prüfung war das Gefühl nicht so gut”, so ein enttäuschter Rath. Hinter ihm platzierte sich auf Rang sieben Heike Kemmer mit ihrem Bonaparte, die im ersten Teil am Mittwoch in Führung gelegen hatte.

“Es ist schon enttäuschend, da keines der Pferde die Leistung gezeigt hat, die es kann. Es gab zu viele technische Fehler, und in den Stärken, in denen die Pferde sonst brillieren, waren sie auch nicht gut genug”, sagte Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer.

Mit Rang 15 konnte auch Ulla Salzgeber nicht zufrieden sein.”Die Atmosphäre in Aachen ist immer ganz besonders, und für Herzrufs Erbe war das noch nicht leicht. Ich musste ihm sehr helfen, wobei ich sehr glücklich bin, wieder in Aachen reiten zu dürfen”, so die frühere Erfolgsreiterin.” Das letzte Mal war vor fünf Jahren mit Rusty, der glücklich auf der Weide steht und seine Rente genießt”, erzählt Ulla Salzgeber, die ihren Rheinländer Herzrufs Erbe genau an dieser Stelle 2002 als Dreijährigen bei den CHIO Sales gekauft hat.

“Die letzten Jahre bin ich meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Trainieren, nach gegangen, habe Herzi und Wakana in Ruhe aufgebaut und mich nicht hetzen lassen.” Die für Isabell Werth nachträglich nominierte Ellen Schulten-Baumer gelangte mit der Donnerhall-Tochter Donatha auf Rang 17.

Dänin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein im Grand Prix CDI – Matthias Alexander Rath auch hier bester Deutscher auf Platz vier

Spitzenleistung trotz hoher Sommertemperaturen: Natalie Say Wittgenstein auf Rigoletto. Foto: Kit Houghton

Spitzenleistung trotz hoher Sommertemperaturen: Natalie Sayn Wittgenstein auf Rigoletto. Foto: Kit Houghton

Hochsommerlich heiß waren die Temperaturen im Grand Prix CDI, CHIO Aachen 2009. Einigen Pferden macht die Hitze zu schaffen, nicht so dem 13-jährigen Rubinstein-Sohn Rigoletto. „Das war unglaublich, er war vom ersten Schritt an mit mir und voll konzentriert“, freute sich die Siegerin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein, die sich als letzte Starterin mit 72.128 Punkten ganz nach vorne ritt. Damit stieß sie den mit 71.745 Punkten vorne liegenden Niederländer Hans Peter Minderhoud vom sicher geglaubten Sieg.

„Exquis Escapado lief hier sehr gut, wir hatten leider einen Fehler in den Zweierwechseln. Ich habe dieses Pferd nach der Europameisterschaft in Hagen 2005 übernommen und hatte leider bisher oft Pech, dass er ausfiel, es war immer ein Auf und Ab, dabei hat er sehr viel Qualität“, so der Niederländer über seinen Oldenburger Ex Libris-Sohn. Lange Zeit ganz vorne lag ein ganz in der Nähe von Aachen zur Welt gekommener Rheinländer: Der Fidermark-Sohn Favourit wurde von der Zuchtstätte Eberhard Schulte-Böker auf Gut Muthagen in Geilenkirchen gezogen und startet nun mit seiner Reiterin Tinne Vilhelmson-Silven unter schwedischer Flagge. Mit 69.362 Prozent landete das Paar schließlich auf Rang drei.

Das beste Ergebnis aus deutscher Sicht erzielte Matthias Alexander Rath auf dem KWPN-Wallach Triviant. Rang sechs ging an Carola Koppelmann auf Le Bo. „Man merkte Le Bo die Hitze schon an, er hätte noch etwas frischer und gehfreudiger sein können. Besonders für ältere Pferde, und er ist ja schon 16, war das eine anstrengende Prüfung“, so Koppelmann. Mit 67 Jahren der älteste Starter war der Japaner Hiroshi Hoketsu, der sich mit seiner Hannoveraner Stute Whisper von Wolkenstein auf dem siebten Platz landete. Dafür hat der ehemalige Geschäftsmann aus Tokyo mit die kürzeste Anreise: Er trainiert auf Gut Roßheide bei Ton de Ridder, nur wenige Kilometer von der Soers entfernt.

Comment on this Article:







AdvertisementAdvertisementAdvertisementAdvertisement

.

Twitter

Tag's

Namen & Nachrichten

Der Deal ist perfekt: Schockemöhle kauft Totilas

14. Oktober 2010

Der Deal ist perfekt: Schockemöhle kauft Totilas

Wie die Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung heute meldet, hat Paul Schockemöhle nun doch das Jahrhundertpferd Totilasgekauft.
Für eine Rekordsumme zwischen 10 und 15 Millionen Euro soll  der schwarze Trakehnerhengst, der bis auf Olympisches Gold inzwischen alles gewonnen hat, zuletzt war er in Kentucky bei den Weltreiterspielen dreifacher Weltmeister geworden, an den deutschen Unternehmer und Pferdehändler [...]

WEG 2010 Kentucky: Kein Start für Victoria Max-Theurer

13. September 2010

WEG 2010 Kentucky: Kein Start für Victoria Max-Theurer

Die zehnte der aktuellen Weltrangliste und Österreichs beste Dressurreiterin, Victoria Max-Theurer, verzichtet auf einen Start bei den Weltreiterspielen in Kentucky (USA), die am 25. September beginnen. Die 24-Jährige will ihrem 2009  nach einer schweren Kolik operierten Top Pferd Augustin OLD die Reise- und Quarantänestrapazen nicht zumuten, so die Pressemitteilung aus dem Hause Max-Theurer. Der Focus [...]

Der Kommentar

  • Der Kommentar: Komet mit kurzer Lebensdauer - Gastkommentar zum Rücktritt von Gerd Heuschmann
    von Karola Bady Unsere Autorin ist Mitglied bei Xenophon und Redakteurin. Sie war bei der Mitgliederversammlung am 12. Juli in Aachen anwesend. Für Horses & Sports hat sie ihr persönliches Resümee aus dieser Veranstaltung gezogen: "Die Laufbahn des Tierarztes Heuschmann gleicht inzwischen der eines Kometen: Er tauchte vor wenigen Jahren unvermittelt auf, sorgte für ein Leuchten am Himmel, als er sich gegen die Rollkur, gegen Doping und unerlaubte Medikation äußerte, dab...

Wissen

FN bietet Suchmaschine für verbotene Substanzen in Futtermitteln

17. Juni 2010

FN bietet Suchmaschine für verbotene Substanzen in Futtermitteln

Die Verunsicherung gerade im semi-professionellen Reitsport ist weiterhin groß. Welche Mittel dürfen Pferde im Körper haben, ohne dass sich der Reiter eines Dopingvergehens schuldig macht? Keiner weiss es wirklich genau.
Vor allem die in modernen, teilweise hoch angereicherten Futtermitteln enthaltenen Substanzen haben eine teilweise nicht mehr überschaubare Anwendungsspezifikation.
Seit Juni versucht nun die Deutsche Reiterliche Vereinigung [...]

Fliegenschutzmittel im Wettkampf erlaubt

9. Juni 2010

Fliegenschutzmittel im Wettkampf erlaubt

Eine geradezu bahnbrechende Neuerung im unermüdlichen Kampf um fairen Sport, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in diesen Tagen zu verkünden: Ab sofort sind alle Fliegenschutzmittel bei Turnieren erlaubt. Bislang galt die Regelung, dass Fliegensprays, die ätherische Öle – unter anderem Nelken- oder Lavendelöl – enthalten, eine Karenzzeit von 48 Stunden haben und somit im [...]

.