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CHIO Aachen: “Besser als beim Weltcup in Las Vegas” Steffen Peters gewinnt auch GP Kür

5. Juli 2009 Dressur

Das neue Dreamteam in der großen Dressur: Steffen Peters und Ravel. Foto: Julia Rau

Das neue Dreamteam in der großen Dressur: Steffen Peters und Ravel. Foto: Julia Rau

Die Spannung hielt bis zum Schluss. Würde der Amerikaner die “Kür-Königin” Anky van Grunsven in der Grand Prix Kür schlagen können? Van Grunsven hatte mit einer schwierig aufgebauten Choreographie 84.50 Prozent vorgelegt.

Und Steffen Peters schaffte es tatsächlich, noch eins drauf zu legen und erzielte mit 85.60 Prozent seinen dritten Sieg beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen 2009. “Es fühlte sich fast wie ein Heimspiel an. Die Prüfung war noch besser als die beim Weltcup-Finale in Las Vegas”, freute sich der 44-jährige Wahl-Kalifornier, der im Rheinland aufwuchs und seine Heimat bereits als 20-Jähriger verlassen hat.

“Ravel ist ein Pferd, wie man es wohl nur einmal im Leben bekommt. Er ist sehr sensibel, will immer mitmachen und kämpft für mich, ist dabei wahnsinnig locker und ein Verlasspferd. Dadurch kann man viel nervenstärker in die Prüfung einreiten”, berichtet Peters. Aachen scheint die beiden zu verbinden, denn Peters fand Ravel während der Weltreiterspiele in der Soers 2006.

“Es scheint ein gutes Omen zu sein, damals haben ihn meine Sponsoren für mich gekauft. Wir haben es langsam angehen lassen, er war meine Geheimwaffe, und 2008 war sein erstes internationales Turnier die Olympischen Spiele in Hongkong”, berichtet Steffen Peters. Das nächste große Ziel des Paares sind die Weltmeisterschaften in Kentucky.

“Wir werden es nun langsam angehen lassen, vielleicht zum Herbst die World Dressage Masters reiten. Sonst wird Ravel in Watte gepackt, damit er gesund bleibt. Mit seinen drei Siegen im Grand Prix, Grand Prix Spécial und der Grand Prix Kür wurden Ravel und Peters auch Dressur-Champions Aachen 2009, gegeben von der Liselott Schindling Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports.

Platz zwei darin ging an IPS Salinero unter Anky van Grunsven vor Exquis Nadine unter Hans Peter Minderhoud. Die Kür von Steffen Peters wurde als schwierig empfunden, gleich zu Beginn startete er mit der Galopptour auf schwieriger Linienführung. Besonders auffällig auch die direkte Anreihung von Pirouette, Piaffe und starker Schritt.

“Ich bin ganz froh, dass Salinero sich die letzten zwei Tage besser angefühlt hat. Leider hatten wir einen kleinen Rumpler im starken Trab”, berichtete Anky van Grunsven, die mit 84.50 Prozent auf Rang zwei gelangte. “Natürlich hätte ich gerne gewonnen. Für den Sport ist es sehr gut und wichtig, dass es spannend bleibt und keiner vorher weiß, wer gewinnen wird”, so die zweifache Mutter. “Aber ich bin auch ganz froh, dass Steffen Amerikaner ist und uns bei der Europameisterschaft in Windsor nicht gefährlich werden kann”, scherzte sie.

Den dritten Platz erritt sich der Niederländer Hans Peter Minderhoud auf der 14-jährigen KWPN-Stute Exquis Nadine mit 80 Prozent. “Ich war mit meinen Starts in Aachen sehr zufrieden, ich hatte drei Pferde mit und bin siebenmal gestartet: Jedes Mal unter den ersten Drei, das war toll”, so Minderhoud, dessen Lebenspartner Edward Gal mit dem Gribaldi-Sohn Totilas als einer der Favoriten für die Europameisterschaft gilt.

Den vierten Platz holte sich die im Odenwald lebende Britin Emma Hindle auf ihrem Olympiapferd Lancet, ein 16-jähriger Hannoveraner von Wenzel. Das beste Ergebnis aus deutscher Sicht lieferte Heike Kemmer, die für ihre Kür auf Bonaparte 77.90 Prozent erhielt. Sterntaler Unicef und Matthias Alexander Rath folgte hinter dem 19-jährigen Balagur mit Alexandra Korelova auf dem siebten Platz. “Balagur hat noch immer viel Freude an seinen Aufgaben, es hat mir Spaß gemacht, hier zu reiten. Wir haben die EM fest im Ziel, entscheiden jedoch von Turnier zu Turnier, wie fit er ist und ob ihm die Dressur noch Spaß macht”, so Alexandra Korelova, die 76.40 Prozent erhielt.

“Sterntaler zog wieder mehr, er fühlte sich viel frischer an und gab mir ein besseres Gefühl als zuvor. Natürlich ist es schade, dass wie hier nicht die Ergebnisse wie auf den Turnieren zuvor liefern konnten. Aber Aachen ist eben Aachen und der Anspruch hier noch mal ganz anders”, berichtete Matthias Alexander Rath.

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