EM Windsor 2009: Cornelissen und Parzival Europameister – Silber für Gal und Totilas – Bronze an die Britin Laura Bechtolsheimer
Die Niederländerin Adelinde Cornelissen ist mit ihrem zwölfjährigen Fuchswallach Parzival neue Europameisterin im Dressurreiten, Abteilung Grand Prix Spezial. Sie löst damit die Deutsche Dressurkönigin Isabell Werth ab, die noch vor zwei Jahren im italienischen La Mandria diesen Titel für Deutschland sichern konnte. Mit Bildern von Julia Rau.
Mit einem neuen Rekordergebnis von 84,042 Prozent siegte die Oranje-Reiterin vor ihrem Landsmann Edward Gal und seinem spektakulären Rapphengst Totilas (83,042%).

Ohne Zweifel ein Bewegungstalent und Kraftpaket: KWPN Hengst Totilas und sein Reiter Edward Gal. Foto: Julia Rau
Dem Niederländer, der am Vortag noch überlegen in der Nationenpreiswertung des Grand Prix aus dem Viereck ritt, hatten viele einen weiteren Sieg zugetraut. Jedoch vor allem ein deutlicher Schnitzer in den Einerwechseln wurden dem Traumpaar zum Verhängnis.

Freude bei den Gastgebern erzeugte dieses Paar: Laura Bechtolsheimer und Hojris, genannt Alf. Foto: Julia Rau
Mit einer im Vorfeld sicher nicht angedachten Bronzemedallie konnte die 24 Jahre alte deutschstämmige Britin, Laura Bechtolsheimer mit ihrem Pferd Mistral Hojris, genannt Alf, das Viereck vor der imposanten Kulisse von Windsor Castle verlassen. Die junge Reiterin hatte in dieser Saison unter Trainer Klaus Balkenhol eine enorme Leistungssteigerung vorzuweisen und erhielt mit einer eleganten Vorstellung die Bronzemedallie Großbritannien mit neuem englischen Rekord von 80.083 % zu Recht.

Wird nicht zufrieden sein: Olympiagold-Siegerin Anky van Grunsven nur auf Rang vier im GP Spezial. Foto: Julia Rau
Große Verliererin auf dem Sandboden vor dem mittelalterlichen Schloss und einer großen Anzahl von Oranje Fans war heute die niederländische Dressurkönigin und Titelverteidigerin des EM Titels in der Kür, Anky von Grunsven auf ihrem Olympiagoldpferd Salinero. Mit 77.917 % wird die ehrgeizige Ehefrau eines nicht minder ehrgeizigen niederländischen Equipechefs, Sjeff Janssen, sich nicht wirklich gut bewertet fühlen.
Zu den Gewinnern der diesjährigen Europameisterschaften zählt bislang definitiv ein 25 Jahre alter Student der Betriebswirtschaft aus Kronberg im Taunus: Matthias Alexander Rath hatte die fast unlösbare Aufgabe unter höchstem Druck mit einem genialen und schwierigen, manchmal unberechenbaren Pferd Sterntaler nicht weniger als die gekränkte Ehre der deutschen Dressurnation zu retten. Dass für den jungen Mann daraus kein Debakel wurde, dafür hat sicher auch der große Ruhepol in seinem Leben, sein Trainer und Vater Klaus-Martin Rath, beigetragen.
Für die ersten Fünfzehn des heutigen Grand Prix Spezial gilt es am Samstagabend die letzte Medallienchance wahrzunehmen: Dann folgt die Kür zur Musik, bei einige noch einmal richtig angreifen werden.






