Home » Mehr Sport » Currently Reading:

EM Windsor 2009 Springreiten: Die Schweiz ist neuer Mannschaftseuropameister – Italien Zweiter – Deutschland noch Bronze

28. August 2009 Mehr Sport

Glück gehört auch dazu: Deutschland mit Bronze noch auf dem Treppchen. Foto: Julia Rau

Glück gehört auch dazu: Deutschland mit Bronze noch auf dem Treppchen. Foto: Julia Rau

Dass – außer Franke Sloothaak -  mal ein Niederländer für Deutschland reiten würde – wer hätte das gedacht. Doch  Marc Houtzager, letzter Reiter der rivalisierenden Equipe aus Deutschlands Nachbarland, entschied auf Pferd Opium mit zwei Abwürfen und einem Zeitfehler den Kampf um einen Medallienrang – unfreiwillig – für die deutsche Mannschaft. “Das war ein absolutes Herzschlagfinale und ich bin mit den Leistungen aller Reiter hoch zufrieden. Von Platz eins bis Platz fünf war bis zum Schluss alles möglich”, freute sich dann auch Bundestrainer Otto Becker.

Die Spannung hatte bei einem Kopf an Kopf Wettkampf unter den ersten sechs Nationen bis zum Schluss gehalten, fielen die Stangen doch bereits in der ersten Runde des Nationenpreises reihenweise. Lediglich drei Reitern im gesamten Starterfeld gelangen fehlerfreie Ritte, unter ihnen aber keine deutschen Teilnehmer.

Zur Halbzeit sagte der Bundestrainer daher noch: “Bis jetzt ist es für uns einfach nicht gelaufen. Ich hoffe im zweiten Umlauf endlich auf einen Nullrunde.” Der Weltranglisten-Erste, Marcus Ehning, hatte beim Auftakt für das deutsche Team gleich acht Strafpunkte hin nehmen. “Das Ergebnis zeigt, dass der Parcours schwer und mit flachen Auflagen versehen ist, allerdings passend für eine Europameisterschaft. Plot Blue ist dennoch hervorragend gesprungen”, so das kurze Zwischenfazit Ehnings.

Nach der ersten Runde lieferte er das Streichergebnis für das deutsche Team, denn Thomas Mühlbauer mit Asti Spumante, Carsten-Otto Nagel  mit Corradina und auch Meredith Michaels-Beerbaum mit Checkmate kassierten jeweils einen Abwurf. “Besser wäre gewesen, wenn einer viele Fehler gemacht hätte und die anderen strafpunktfrei geblieben wären. So hatten alle Flüchtigkeitsfehler”, kommentiert Becker den ersten Umlauf.

Optimistisch zeigte sich Carsten-Otto Nagel vor Runde zwei, vor dem die niederländischen Springreiter mit 15,96 Strafpunkten die Führung inne hatten und Deutschland mit nicht einmal einem Abwurf entfernt (19,75 Strafpunkte) auf Platz fünf rangierte. “Hier ist fast jeder Sprung eine Fehlerquelle und für uns ist es gut, dass der Parcours schwer ist. Für mich war es eine Freude wie Corradina im ersten Umlauf gesprungen ist.”

Wie auch in Runde eins blieben die fehlerfreien Ritte im zweiten Umlauf eine Ausnahme und den Deutschen fehlte auch hier das notwendige Quäntchen Glück, um eine Nullrunde vorweisen zu können. Marcus Ehning machte es besser als in der ersten Runde und kassierte wieder nur einen Abwurf genauso wie seine drei Teamkollegen. Nur EM-Neuling Thomas Mühlbauer musste noch zusätzlich einen Strafpunkt für Überschreitung der erlaubten Zeit hinnehmen. Bei ihm und seinem quirligen Hengst Asti Spumante fiel die Stange erst am letzten Hindernis.

“Wenn man am letzten Sprung einen Fehler hat, dann ärgert das einen wie Sau, wie wir in Bayern sagen” , so der Hotelier. Die Nerven der deutschen Equipe lagen bis zum Schluss blank, denn das Teamranking änderte sich von Reiter zu Reiter. ARD-kommentator Carsten Sostmeier erging sich nach jedem Reiter neu in Rechenkunststücken und konnte das neue Zwischenergebnis gar nicht so schnell ausrechnen, wie die jeweiligen Team-Reiter einritten.

Carsten-Otto Nagel zeigte sich aber nach seinem zweiten Umlauf kämpferisch. “Wir werden heute nicht ohne Medaille rausgehen.” Bis es aber soweit war mussten die Deutschen bis zum letzten Paar um ihre Medaille bangen. Erst nach den neun Strafpunkten von Marc Houtzager stand fest: Die Schweiz gewinnt mit 27,66 Strafpunkten die Goldmedaille vor dem Überraschungsteam aus Italien (31) und Deutschland (31,75).

Die vier deutschen Reiter sind auch weiter im Rennen um die Einzelmedaillen, denn sie befinden sich alle unter den besten 25 Reitern in der Zwischenwertung. Die größten Chancen auf Edelmetall am Sonntag hat Carsten-Otto Nagel auf Platz sieben (9,64 Strafpunkte), gefolgt von Meredith Michaels-Beerbaum (Platz 10/12,31), Marcus Ehning (Platz 14/13,80) und Thomas Mühlbauer (Platz 16/14,43).

In Führung liegt der Italiener Natale Chiaudani (4,47) mit Snai Seldana di campalto. Auf den Rängen zwei und drei liegen derzeit der Brite Ben Maher mit Robin Hood W (6,30) und der Niederländer Albert Zoer mit Oki Doki (7,18).

Comment on this Article:







AdvertisementAdvertisementAdvertisementAdvertisement

.

Twitter

Tag's

Namen & Nachrichten

Der Deal ist perfekt: Schockemöhle kauft Totilas

14. Oktober 2010

Der Deal ist perfekt: Schockemöhle kauft Totilas

Wie die Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung heute meldet, hat Paul Schockemöhle nun doch das Jahrhundertpferd Totilasgekauft.
Für eine Rekordsumme zwischen 10 und 15 Millionen Euro soll  der schwarze Trakehnerhengst, der bis auf Olympisches Gold inzwischen alles gewonnen hat, zuletzt war er in Kentucky bei den Weltreiterspielen dreifacher Weltmeister geworden, an den deutschen Unternehmer und Pferdehändler [...]

WEG 2010 Kentucky: Kein Start für Victoria Max-Theurer

13. September 2010

WEG 2010 Kentucky: Kein Start für Victoria Max-Theurer

Die zehnte der aktuellen Weltrangliste und Österreichs beste Dressurreiterin, Victoria Max-Theurer, verzichtet auf einen Start bei den Weltreiterspielen in Kentucky (USA), die am 25. September beginnen. Die 24-Jährige will ihrem 2009  nach einer schweren Kolik operierten Top Pferd Augustin OLD die Reise- und Quarantänestrapazen nicht zumuten, so die Pressemitteilung aus dem Hause Max-Theurer. Der Focus [...]

Der Kommentar

  • Der Kommentar: Komet mit kurzer Lebensdauer - Gastkommentar zum Rücktritt von Gerd Heuschmann
    von Karola Bady Unsere Autorin ist Mitglied bei Xenophon und Redakteurin. Sie war bei der Mitgliederversammlung am 12. Juli in Aachen anwesend. Für Horses & Sports hat sie ihr persönliches Resümee aus dieser Veranstaltung gezogen: "Die Laufbahn des Tierarztes Heuschmann gleicht inzwischen der eines Kometen: Er tauchte vor wenigen Jahren unvermittelt auf, sorgte für ein Leuchten am Himmel, als er sich gegen die Rollkur, gegen Doping und unerlaubte Medikation äußerte, dab...

Wissen

FN bietet Suchmaschine für verbotene Substanzen in Futtermitteln

17. Juni 2010

FN bietet Suchmaschine für verbotene Substanzen in Futtermitteln

Die Verunsicherung gerade im semi-professionellen Reitsport ist weiterhin groß. Welche Mittel dürfen Pferde im Körper haben, ohne dass sich der Reiter eines Dopingvergehens schuldig macht? Keiner weiss es wirklich genau.
Vor allem die in modernen, teilweise hoch angereicherten Futtermitteln enthaltenen Substanzen haben eine teilweise nicht mehr überschaubare Anwendungsspezifikation.
Seit Juni versucht nun die Deutsche Reiterliche Vereinigung [...]

Fliegenschutzmittel im Wettkampf erlaubt

9. Juni 2010

Fliegenschutzmittel im Wettkampf erlaubt

Eine geradezu bahnbrechende Neuerung im unermüdlichen Kampf um fairen Sport, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in diesen Tagen zu verkünden: Ab sofort sind alle Fliegenschutzmittel bei Turnieren erlaubt. Bislang galt die Regelung, dass Fliegensprays, die ätherische Öle – unter anderem Nelken- oder Lavendelöl – enthalten, eine Karenzzeit von 48 Stunden haben und somit im [...]

.