Bundeschampionate 2009: Die Sieger stehen fest

Wäre es nur um Schönheit gegangen, hätte er noch einmal gewonnen: Birkhofs Denario - Sieger der Sechsjährigen Dressurpferde 2009. Foto: Julia Rau
“Wenn man’s versucht, dann kann man es auch irgendwann schaffen. Wenn man es nie versucht, dann schafft man’s auch nie”, mit dieser Lebensweisheit aus dem Hause Tebbel erklärte Rene Tebbel den Sieg seines von ihm selbst gerittenen Hengstes Con Air beim Bundeschampionat der sechsjährigen Springpferde.
Den hübschen Dunkelbraunen Contendro x Lancer III-Sohn hatte der Springreiter, der selbst schon einige Meriten als Hengsthalter und Züchter verdient hat, bereits als als Zweijährigen gekauft und unter seine Fittiche genommen.
“Ich hatte ihn damals für die Körung vorbereitet und dort auch vorgestellt. Aber weil er noch ein bißchen zu klein war, fiel er durch. ” Ihn dann nicht verkauft zu haben, sondern an das Talent des von Johann Hermann Brink in Nordhorn gezüchteten Oldenburgers geglaubt zu haben, hat sich jetzt ausgezahlt.
Aber nicht nur der Titel des Bundeschampions machte den Emsbürener an diesem Finaltag in Warendorf glücklich. Auch die Finalplatzierung seines Sohnes Maurice, der erstmals ein Pferd zum Bundeschampionat geritten hatte und mit Lava Levista, einer Westfalenstute, in der selben Prüfung Neunter wurde, freute den stolzen Vater sichtlich.
Als “Schaufenster der deutschen Zucht” wird das Warendorfer Bundeschampionat Jahr um Jahr von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung propagiert, was dem Fachpublikum – auch in diesem Jahr soll es wieder an die 40.000 Pferdebegeisterte nach Warendorf gezogen haben – in dieser knappen Woche geboten wurde, kann diesem Anspruch auch gerecht werden. Leider hält es die FN trotzdem nicht für nötig, ihre Ergebnislisten mit den Namen herauszugeben, die für diese Veranstaltung doch am wichtigsten sind: die Züchter fehlen hier völlig.
Tatsächlich sah man in den Prüfungen viele herausragende Pferde, manchmal schon fast ein bißchen weit für ihr Alter, wie der Sieger bei den fünfjährigen Dressurpferden, der extravagante Westfalenwallach Blickpunkt (Bellissimo x Weltmeyer), gezogen von Heribert Westhoff aus Herne. Optimal vorgestellt wurde der Fuchs mit der großen weißen Blesse, der den Richtern die Ausnahmenote 10 im Trab entlockte und mit der Gesamtnote 9,5 einen neuen BuCha Rekord in seiner Klasse aufstellte, von Eva Möller.

Strahlender Sieger, Reiter, Besitzer und stolzer Papa: Rene Tebbel, hier auf dem Sieger der Sechsjährigen Springpferde Con Air, hat viel zu feiern.
Ein bißchen im Hintergrund stehen in dieser Schau, wenn es um die Titel der Bundeschampions geht, die herausragenden Reiter, die die jungen Pferde mit viel Können und Einfühlungsvermögenin ihrer Persönlichkeit entwickeln und zu dieser technischen Reife bringen um sie dann noch vor der großen Kulisse eines Bundeschampionars vorstellen.
Hierzu gehört – unter vielen anderen – die für den Wiesbadener RFC startende hervorragende Ausbilderin Dorothee Schneider, die in diesem Jahr mit La Noire eine wunderbar durchlässige sechsjährige Stute bei den Dressurpferden vorstellte und mit ihr schließlich auf Platz drei kam.
Mit Birkhofs Denario, vorgestellt von Nicole Casper, wurde in dieser Prüfung ein bildhübscher Schimmelhengst (vom renommierten Gestüt Birkhof) ein echter Bayer Bundeschampion der sechsjährigen Dressurpferde. Der hochbeinige Beau siegte vor der schwarzbraunen, von Kira Wulferding optimal präsentierten Stute La Cavalleria aus Oldenburger Zucht und dem Besitz der Österreicherin Sissy Max-Theurer. Für sie konnte Kira Wülferding dann auch bei den Fünfjährigen den außergewöhnlichen, schwarzbraunen Hannoveraner Hengst Rosandro (Rosario x Sandro Hit) auf den zweiten Platz reiten.
Bei den Springreitern waren die Endwettkämpfe oft in der Hand einiger weniger, herausragender Reiter. So gelang es dem im Stall von Ludger Beerbaum angestellten Schweden Henrik von Eckermann im Finale der sechsjährigen Springpferde gar drei junge Pferde bis ins entscheidende Stechen zu reiten. Er konnte am Schluss gar nicht so schnell abreiten, wie er schon wieder starten musste.
Am Ende lag er mit dem Hannoveraner Fuchshengst und Escudo x Grand Ferdinand-Sohn Echt Stark auf Platz drei. Vor ihm ein weiterer, äußerst erfolgreicher Nachwuchspferdereiter: Johannes Ehning gelang es mit Appearance, einer Oldenburger Stute von Armitage x Levantos I, den zweiten Platz bei den Sechsjährigen herauszureiten.
Bei den Fünfjährigen Springpferden gelang dem Bruder von Meisterreiter Marcus Ehning gar der Sieg. Mit dem braunen, hannoversch gezogenen Hengst Quaid von Quidams Rubin aus einer Voltaire Mutter, hatte der Borkener die Nase vorn.
Auch bei den Vielseitigkeitsreitern konnten zwei erfahrenene Ausbilder, junge talentierte Pferde optimal vorbereiten und schließlich Richtern und Publikum präsentieren: Mit dem Holsteiner Wallach Composer ritt der Australier Andrew Hoy einen Cornello x Lancetto Sohn aus eigener Zuchte und im eigenen Besitz zur schwarz-rot-goldenen Siegerschärpe bei den fünjährigen Vielseitigkeitspferden. Und einem der Altmeister des deutschen Vielseitigkeitssports gelang es dann auch noch die Herzen der Trakehnerzüchter höher schlagen zu lassen, denn mit dem dunkelbraunen Hengst Herzog (Tambour x Inkognito, Züchterin Elke Söchtig) gelang Elmar Lesch der Sieg im Finale der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde.
Erwähnenswert ein weiteres Mal die herausragende Ausbilderin Ingrid Klimke. Die im wahrsten Sinne Vielseitige, hatte in fast allen Disziplinen ein Pferd im Finale. Einen Bundeschampionats-Titel herausreiten konnte sie schließlich bei den dreijährigen Reitpferden (Abteilung Stuten und Wallache) mit der Westfalen Stute Damons Devine, einer hocheleganten Tochter ihres derzeitigen Spitzendressurpferdes in der Dressur, Damon Hill (x Royal Rubin), gezogen von Christian Becks, Senden.
Alle Ergebnisse der ingesamt 20 zu vergebenden Titel hier , leider ohne Züchternamen.




