FEI Dressur Task Force Abschlussbericht: Von Fünf-Sterne Richtern, halben Noten und Richterhäuschen bei A
Eigentlich soll der Abschlussbericht der einjährigen Arbeit der sogenannten Dresssage Task Force offiziell erst zur Generalversammlung im November vorgelegt werden. Doch das 50-seitige Manifest steht bereits still und leise auf der FEI Website und hält einige Überraschungen bereit.
Beauftragt von der FEI hatte sich das sechsköpfige Gremium bestehend aus dem Direktor des CHIO Aachen, Frank Kempermann (NED), Großbritanniens Teamchef Richard Davison (GBR), dem amerikanischen Reiter und Ausbilder Robert Dover (USA), dem französischen Equipe-Chef Alain Francqueville (FRA), der österreichischen Olympia-Gewinnerin und Züchterin, Sissy Max-Theurer (AUT) sowie der deutschen Olympia-Richterin Katrina Wüst vor allem der Überarbeitung des viel kritisierten Richtsystems sowie der qualitativen Verbesserung der Arbeit der (internationalen) Dressurrichter gewidmet.
Hierbei hat das Gremium mehrere Praxistests durchgeführt und ausgewertet. In dem noch nicht durch die Generalversammlung der FEI verabschiedeten Bericht, der Vorschlags-Charakter hat, wurde das Richtsystem einer genauen Untersuchung unterzogen und expliziete Vorschläge zu seiner Verbesserung gemacht.
Dem oft sehr emotional diskutierten Thema des gerechten Richtens will das Komittee mit einem innovativen Ausbildungssystem für Richter den Beigeschmack des subjektiven und nationalistischen Bewertens von Dressurwettbewerben nehmen. Unter dem Motto “Good Judging starts with good education” sollen künftig alle Richter mit internationaler Turnierzulassung regelmäßigen Trainings und Auffrischungen ihrer Richterlizenzen teilweise mit Abschlussprüfung unterzogen werden.
Mit einer übergeordneten Instanz, dem sogenannten “Judges Supervisory Panel” (JSP) sollen die Richter bald bei allen internationalen Championate ob der Qualität ihrer Arbeit überwacht werden. Das JSP berichtet an die FEI, der Etablierung des JSP soll höchste Priorität eingeräumt werden. Dem Panel sollen auch die Trainings- und Auffrischungsaufgaben der Richter zufallen.
Die Zahl der Richter bei einem internationalen Championat soll auf sieben aktive Richter erhöht werden. Bislang waren zwar ebenfalls sieben Richter benannt. Zum Einsatz kamen jedoch immer nur fünf. Dies soll sich nun ändern. Sämtlichen sieben Richtern sollen aktive Aufgaben zufallen, hiermit soll sich die Objektivität weiter verbessern. Aus diesem Grund soll es in allen Klassen auch halbe Noten geben, die in der zu errechenenden Gesamtsumme der Bewertung ebenfalls genauer wirken sollen.
Zur Positionierung der weiteren zwei Richter empfiehlt das Komittee ein Platzierung bei A.
Die bisher übliche Kategorisierung in FEI Richter und O-Richter (Lizenz für Welt- und Europameisterschaften sowie Olympische Spiele) entfällt und wird ersetzt durch ein Sterne System. Ein früherer O-Richterist künftig ein 5*Richter.
Innovativ auch die künftige Bewertung der Grand Prix Kür: Hier sollen die Aufgaben der Richter aufgeteilt werden in Technische Bewertung (vier Richter) Beurteilung des künstlerischen Ausdrucks (drei Richter).
Weitere Themen des Fei Task Force Abschlussberichts bei horses & sports mit den Auswertungen der Praxistests im Wortlaut.





