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Patrik Kittel und Watermill Scandic – zwei Stunden Rollkur?

28. Oktober 2009 Dressur

Screenshot aus dem Video mit Patrick Kittel und Watermill Scandic in Odense. Quelle: Youtube/Epona TV

Screenshot aus dem Video mit Patrick Kittel und Watermill Scandic in Odense. Quelle: Youtube/Epona TV

AKTUALISIERT: Gespräch mit Patrik Kittel!

In zahlreichen Online Medien und Foren wird derzeit ein auf Youtube eingestelltes Video des dänischen Filmteams Epona TV verlinkt. Es zeigt den in Deutschland lebenden, schwedischen Nationenpreisreiter Patrik Kittel (Website) auf seinem Spitzenpferd Watermill Scandic beim Training während des Weltcups im dänischen Odense vorletztes Wochenende. Kittel wurde hier dritter hinter Anky van Grunsven und Edward Gal (beide NED).

Auf dem Video, das auf dem offiziellen Abreiteplatz aufgenommen wurde, ist der Schwede zu sehen, wie er sein Pferd  in der viel kritisierten Hyperflexion, auch unter dem Begriff Rollkur bekannt, reitet. Das Reiten in Rollkur soll nach Angaben von Epona TV über zwei Stunden ohne Unterbrechung stattgefunden haben. Hierüber gibt es nach Aussagen der Filmfima auch entsprechendes Filmmaterial. Zwei Videos mit unterschiedlichen Längen, jedoch mit der selben Sequenz, hat Epona bereits bei YouTube eingestellt, das eine gut vier Minuten, das andere, ungeschnittene dauert zehn Minuten.

Auch wird hier auf die Zunge von Scandic hingeweisen, die zu Beginn  aus dem Maul hängt (vermutlich, weil sie über oder zwischen das Kandarengebiss geraten ist) und blau angelaufen sein soll. Diese würde auf einen Sauerstoffmangel hinweisen, der durch Abdrücken der Zunge entstanden sein könnte. Auf den Redaktionsbildschirmen von horses & sports war dies jedoch nicht eindeutig zu erkennen. Epona weist jedoch auf seiner Website (FAQs) darauf hin, dass das Video fünf Tierärzten zur Begutachtung vorgelegt wurde, die die blaue Zunge eindeutig diagnostiziert hätten, bevor der Film Online gestellt worden sei.

Die offizielle Haltung der Internationalen Reiterlichen Vereinigung ( FEI) zur Rollkur besagt: in kurzen Intervallen sei gegen diese Art des Reitens eines Pferdes nichts einzuwenden. Gegner der Rollkur fürchten gesundheitliche und psychische Schäden der Pferde durch diese Praktiken. horses & sports möchte sich heute nicht an der, häufig sehr emotional geführten Rollkur-Debatte beteiligen. Dennoch gilt es zu fragen, wie ein Weltklassereiter, der in Deutschland bei solch hervorragenden Ausbildern wie Klaus-Martin Rath und Klaus Balkenhol gelernt hat, nun das Training seiner Pferde auf eine Weise betreibt, die deren Lehren nicht entspricht. Wir haben Fragen hierzu an Patrik Kittel selbst gestellt und warten auf seine Antworten. UPDATE! Gespräch mit Patrik Kittel.

Die FEI hat unterdessen eine eilige Verlautbarung herausgegeben, in der sie das Video zur Kenntnis und sehr ernst nimmt, das Wohl des Pferdes in den Vordergrund stellt und ankündigt, diesen Vorfall ausführlich zu untersuchen.

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