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Patrik Kittel über die Rollkur-Vorwürfe

29. Oktober 2009 Dressur

Patrik Kittel und Watermill Scandic "Mit Zwang ... Foto: Website

Patrik Kittel und Watermill Scandic "Mit Zwang kann man kein Pferd zu solch herausragenden Ergebnissen führen." Foto: Website

Zu den Vorwürfen um den schwedischen Nationenpreisreiter Patrik Kittel, er habe beim Training während des Weltcups im dänischen Odense sein Pferd Watermill Scandic zwei Stunden lang in Hyperflexion (Rollkur) geritten, hat horses & sports inzwischen direkt mit dem Dressurreiter gesprochen.

Der sonst als Frohnatur geltende, positiv denkende Patrik Kittel ist über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entsetzt. Für den in Deutschland lebenden und trainierenden Schweden sind die im Internet verbreitenden Anschuldigungen haltlos. “Ich liebe meine Pferde und würde nie auf die Idee kommen, sie zu quälen. Warum sollte ich das auch tun? Mit Zwang kann man kein Pferd zu solchen herausragenden Ergebnissen führen.“ Scandic habe er schon als ganz junges Pferd bekommen und ihn bis zu seinem heutigen Ausbildungsstand gebracht, so Kittel, der international einen hervorragenden Ruf als Ausbilder junger Pferde hat.

Für ihn sei die Hyperflexion auch lediglich eine von zahlreichen Trainingsmethoden, die er, je nach Pferdetyp, anwende.  „Nirgendwo im FEI Reglement steht, dass das verboten ist. Sonst hätten mich die Stewards in Odense auch längst vom Trainingsplatz geholt.“

Wie die dänischen Filmmacher von Epona TV behaupten können, sie hätten zwei Stunden Filmmaterial über sein Training ausschließlich in Hyperflexion, ist ihm ein Rätsel. „Definitiv habe ich Scandic nur einen Teil der gesamten Trainingszeit auf diese Weise geritten.“ Zur nach Aussagen der dänischen Filmfirma blau angelaufenen Zunge seines Pferdes sagt Kittel: „Scandic neigt dazu immer mal wieder seine Zunge über das Gebiss oder zwischen die Gebisse zu schieben. Es gibt einfach Pferde, die so etwas machen. Da ich das weiss, bin ich darauf schon gefasst. In diesem Fall hat es 22 Sekunden gedauert, bis ich Scandic geholfen habe, die Zunge wieder korrekt unter die Kandare zu legen.“

Unverständnis zeigt der Mannschaftsvierte der Olympischen Spiele von Hongkong 2008 darüber, dass er in Odense, wo er auf einem öffentlichen Platz während einer Weltcup-Veranstaltung geritten sei, an keiner Stelle, weder am Trainingsplatz noch während der Pressekonferenz auf dieses vermeintliche Fehlverhalten angesprochen worden sei. „Man kann für oder gegen die Hyperflexion sein, aber man muss doch fair mit mir umgehen. Ich habe kein Problem damit, kritisiert zu werden. Warum hat keiner der anwesenden Stewards, Richter oder Journalisten mich angesprochen?“ Der Reiter, der bereits 30 Pferde in den Grand Prix Sport gebracht hat, erklärt, dass er seine Pferde je nach Typ ganz unterschiedlich reite.

Kittel hat unter anderem bei solch renommierten Ausbildern, wie Klaus-Martin Rath und Klaus Balkenhol in Deutschland trainiert. Bei Scandic, der ein Pferd mit großem Potenzial sei, lässt er sich seit einem guten  Jahr vom niederländischen Bondscoach Sjef Janssen unterstützen. „Es gab einige Punkte, da bin ich mit Scandic nicht weiter gekommen und konnte deshalb sein Potenzial noch nicht ganz heraus reiten. So ist er mir beispielsweise immer wieder mit der Hinterhand ausgewichen, ohne dass ich, auch mit meiner ganzen Erfahrung, etwas dagegen tun konnte. Hier hat mir Sjef sehr weiter geholfen, mein Pferd besser zu verstehen.“

In den Niederlanden hat sich ein komplettes, wie bei der Europameisterschaft zu sehen, sehr erfolgreiches Trainingssystem entwickelt. „Es wird sehr viel mit Übergängen trainiert, mit Tempounterschieden und sehr viel an der Grundrittigkeit gearbeitet.”

Einer Untersuchung durch den Internationalen Reiterverband (FEI) sieht der Grand Prix Reiter sehr positiv entgegen: „Ich verspreche mir hiervon eine Aufklärung der ganzen Sache. Ich bin sehr sicher, dass weder meine Person noch die Behandlung meiner Pferde einen Grund zur Beanstandung geben.“

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