Global Dressage Forum 2009: Neueste Erkenntnisse aus der Dressurwelt

Steffen Peters bei seiner Ausnahmevorführung auf unbekannten Pferden beim Global Dressage Forum. Foto: Copyright Global Dressage Forum
Mit Ergebnissen und Erkenntnissen zu Themen wie Richterbewertung, Trainingsphysiologie von Reiter und Pferd, Doping oder optimalem Aufwärmtraining ging jetzt im niederländischen Hooge Mierde das neunte Global Dressage Forum, eine Zusammenkunft von Dressurexperten aus aller Welt, zu Ende.
Trond Asmyr, Direktor Dressur bei der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI), stellte abschließend fest: “Es ist eine spannende Sache heutzutage Dressur-Direktor bei der FEI zu sein, denn im Moment ändert sich mehr als in den letzten 20 Jahren zusammengenommen.”
Zahlreiche Veranstaltungen während des zweitägigen Kongresses wurden von Vorführungen prominenter Dressurleute begleitet. So sorgte der diesjährige Weltcup- und Aachen-Sieger Steffen Peters (USA) für Furore, weil er – entgegen der Gewohnheiten anderer Spitzendressurreiter – in einem Lehrgang mit ihm unbekannten Pferden und Reitern arbeitete.
So setzte sich der gebürtige Deutsche gar auf einen ihm völlig fremden Dreijährigen, um dem Publikum Ausbildungstipps zu geben. Der in San Diego (Kalifornien) beheimatete Peters, der in diesem Jahr nicht nur wegen seiner Erfolge sondern auch wegen seiner feinen, als vorbildlich gewerteten Reitweise gefeiert wurde, wurde wegen dieser Ausnahmevorführung vor 300 Dressurexperten aus 20 Ländern der gefeierte “Star of the Show”.
Interessierte und begeisterte Zuschauer fand auch die Darstellung von Sportwissenschaftler Eckart Meyners und Mannschaftsolympia-Siegerin Heike Kemmer zum tiefgreifenden Einfluss gymnastischer Übungungen des Reiters auf Sitz und Einwirkung.
Richterbewertung im Fokus

Katrina Wüst als Mitglied der FEI Dressur Task Force stellte die geplanten Änderungen im Richtsystem vor. Foto: Copyright Global Dressage Forum
Die deutsche Olympiarichterin Katrina Wüst gab einen Überblick über die von der FEI Dressur Task Force geforderten Änderungen zur Objektivierung der Richterbewertung auf internationalen Championaten. Hier stellte das Task Force Mitglied besonders das geplante neue Bewertungssystem für die Kür in den Vordergrund, bei dem es sieben, statt bisher fünf, Richter geben soll, die ihre Aufgaben außerdem in technische und künstlerische Bewertung aufteilen sollen.
Zudem werden nach Einführungs des neuen Systems die Reiter selbst die Schwierigkeitsgrade ihrer Kürlektionen im Voraus anmelden. Diese werden dann über ein noch festzulegendes Bonuspunktsystem ebenfalls Einfluss auf die Wertnoten nehmen.”Künftig werden die Reiter genau wissen, was sie tun müssen, um gute Punkte zu erreichen”, so Wüst.
Aus Sicht des Analytikers betrachtete Prof. David Stickland die Richterbewertungen aus vielen hundert internationalen Dressurwettkämpfen, die er in ein mathematisches Auswertungssystem eingegeben hatte. Unter anderem war der Professor zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Bewertungen der fünf Richter im Durchschnitt um 1,6 Prozent vom offiziellen Endergebnis unterschieden.
“Zu viel”, so die Meinung von Stickland, der eine maximale Abweichung von einem Prozent forderte. “Ich habe ausgerechnet, dass eine solche Maximalabweichung möglich ist und tatsächlich auch bei der EM in Windsor bereits erreicht wurde.” Nach Aussage des Wissenschaftlers sind die Richter und ihrer Einschätzungen in Ordnung, nicht aber das Bewertungssystem. “Die Ergebnisse werden nicht genug ausgewertet, was aber für den Lernprozess unabdingbar wäre.” Auch er forderte, wie die Dressur-Task Force ein übergewordnetes Gremium zur Überwachung der Richterleistungen.
Ton de Ridder und das Warm-up

Ganz in Rahmen guter Dressurarbeit: Die Abschlussvorführung durch Trainer Ton de Ridder. Foto: Copyright Global Dressage Forum
Die Abschlussveranstaltung gestaltete der in Deutschland lebende Ausbilder Ton de Ridder mit einer Vorführng zur optimalen Vorbereitung auf einen Dressurwettbewerb, den er mit einigen Reitern und Pferden darstellte. Sein Schwerpunkt lag auf der Bedeutung guten Aufwärmtrainings für den Ausgang des Tests.




