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FEI setzt Hyperflexion auf Agenda der nächsten Tagung

6. November 2009 Dressur, Wissen

Wird die Frage Pro oder Contra Hyperflexion nun auf höchster Ebene neu entschieden? FEI Präsidentin Haya (hier mit Parcoursbauer Sven Rothenberger in Aachen) Foto: Julia Rau

Wird die Frage Pro oder Contra Hyperflexion nun auf höchster Ebene neu entschieden? FEI Präsidentin Haya (hier mit Parcoursbauer Sven Rothenberger in Aachen) Foto: Julia Rau

David Holmes, Sportdirektor der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI), hat schwedischen und niederländischen Berichten zufolge, in seiner Rede auf der Jahrestagung der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) (Weltverband der Pferdezüchter),  am Mittwoch im dänischen Kopenhagen, über das laufende Verfahren zum Thema Rollkur/Hyperflexion um den schwedischen Nationpreisreiter Patrik Kittel und dem per Youtube veröffentlichten Ritt auf seinem Pferd Watermill Scandic in Odense gesprochen.

Der FEI-Direktor hat dort angekündigt, dass das umstrittene Thema, das im Internet einen Sturm der Empörung ausgelöst hatte, nun abermals auf die Agenda der nächsten FEI Vorstandsitzung am 15. November gesetzt wird. Diese findet unmittelbar vor der großen FEI Jahrestagung statt, die am 17. November Kopenhagen beginnt, und teilweise über FEI TV live übertragen wird.

Holmes  hat nach Angaben des schwedischen  Online Journals Tidningen Ridsport und der Website der niederländischen Dressurikone Anky van Grunsven zugegeben, dass die massive Empörung zahlreicher Rollkur-Gegner in den Sozialen Netzwerken des Internet für sehr viel Wirbel gesorgt habe.

In unzähligen Emails seien auch auf   FEI Sponsoren Druck ausgeübt worden, von ihren lukrativen Veträgen mit der Reiter-Dachorganisation zurückzutreten. Ferner heißt es in den Artikeln, dass die Untersuchung wohl ergeben werde, dass Patrik Kittel nichts Unrechtes getan habe, zuvor sollten jedoch alle Zeugenaussagen gehört werden. Der per Telefonkonferenz befragte Steward am Abreiteplatz habe ausgesagt, dass er nicht feststellen konnte, dass Kittels Pferd Watermill Scandic zu irgendeinem Zeitpunkt in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt worden sei, noch habe Scandic irgendeine Art von Stress-Symptomen, wie starkes Schwitzen oder ähnliches gezeigt.

Holmes sagte nach Angaben der beiden Online-Seiten weiter, zwar könnten Trainer und Reiter nun sagen, die FEI reagiere lediglich auf diesen öffentlichen Druck, doch sollte allen klar sein, dass sie in jedem Fall eine weiße Weste haben müssten.

Die horses & sports Fragen, warum die FEI dieses erst vor gut zwei Jahren ausgiebig behandelte Thema nun abermals auf ihrer Tagesordnung hat, welche neuen Erkenntnisse sie sich dazu verspricht, wer hierzu als Experte geladen wurde und ob dann ein weiteres, abschließendes Statement zu erwarten sei, liegen der FEI zur Beantwortung vor.

Auf der Site von Anky von Grunsven wurde zudem heute auf eine Petition verlinkt, die sich für eine Untersützung des bisherigen FEI-Kurses zur Hyperflexion und des schwedischen Dressurreiters Patrik Kittel stark macht.

Ein offizielles FEI-Statement zur Rede von David Holmes erhielt horses & sports auf Anfrage. Hierin heißt es:

“Wie schon erwähnt, untersucht die FEI die Ereignisse in der Abreitehalle von Odense. Solche Vorgänge brauchen immer Zeit, denn es ist wichtig, das sie umfassend und fair ablaufen. Die FEI ist sich des hohen öffentlichen Interesses an dieser durch das Video ausgelösten Themas und der im Folgenden online geführten Debatte bewusst und möchte allen danken, die um unsere Rückmeldung gebeten haben. Wir verstehen die Sorge und werden die Ergebnisse der Untersuchung so schnell wir das können veröffentlichen.

Die FEI widmet dem Thema Rollkur außerdem spezielle Aufmerksamkeit. Dieser Tagesordnungspunkt wurde auf die Agenda der am 15. November stattfindenden FEI Tagung in Kopenhagen gesetzt. Wichtige Entwicklungen in dieser Sache werden so schnell wie möglich bekannt gemacht.”

Originaltext

“As previously announced, the FEI is conducting an investigation into the events in the Odense warm-up arena. Such procedures always take time as it is important that they are done in a thorough and fair way. The FEI is aware of the high-level of interest in the issues raised in the video and the subsequent online debate and would like to thank everyone who has contacted us for their feedback. We understand the concern and we will make the findings of the investigation public as soon as we are in a position to do so.

The FEI is also giving the issue of Rollkür special attention. This topic has been put on the agenda of the FEI Bureau meeting, which is taking place on 15 November in Copenhagen. Important developments will be announced as soon as possible.”

Bisherige Artikel auf horses & sports zum Thema:

Patrik Kittel und Watermill Scandic – zwei Stunden Rollkur?

Patrik Kittel über die Rollkur-Vorwürfe

British Horse Society fordert von FEI erweiterte Untersuchung zur Rollkur/Hyperflexion

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