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Patrik Kittel: Epona verweigert Herausgabe des Filmmaterials an FEI

10. November 2009 Dressur

Patrik Kittel, hier mit Pflegerin Marie, wehrt sich gegen Vorwürfe tierquälerisch mit seinem Pferd umgegangen zu sein. Foto: Website

Patrik Kittel, hier mit Pflegerin Marie, wehrt sich gegen Vorwürfe tierquälerisch mit seinem Pferd umgegangen zu sein. Die Beweise zu einer überlangen Rollkur liegen bis heute nicht vor. Foto: Website

In einer sehr ausführlichen Stellungnahme auf seiner Website, hat der schwedische Nationenpreis-Reiter Patrik Kittel noch einmal persönlich Stellung zu den Vorwürfen eines dänischen Fernsehsenders bezogen, er habe im Training zum Weltcup in Odense sein Grand Prix Pferd Watermill Scandic über zwei Stunden ausschließlich mit überstrecktem Hals (Hyperflexion/Rollkur) geritten.

Der Reiter, der bestreitet seinem Pferd die Hyperflexion überlang zugemutet zu haben, weist darauf hin, dass der Fernsehsenders bis heute noch keinerlei Bildmaterial an die FEI herausgegeben habe, die diese Unterstellung beweise.  Kittel: “Auf die Bitte der FEI an EPONA TV, das gesamte Rohmaterial zur Verfügung zu stellen, hat EPONA TV geantwortet, die FEI möge sich an das halten, was im Internet eingestellt ist.”

In einer Stellungnahme gegenüber der FEI,  verweigern die Filmemacher nicht nur die Herausgabe des kompletten Materials, selbst der Wunsch, den Youtube-Film im Original sehen zu dürfen und eine schriftliche Stellungnahme zum Geschehen abzugeben, wird dem FEI-Fragesteller verwehrt. Dies wäre aber Grundlage für eine faire Untersuchung durch die FEI, da Epona als wichtigster Zeuge gelten muss.

Begründet wird das unverständliche Verhalten mit dem Nicht-Beantworten einer Interviewanfrage von Epona an FEI Sportdirektor David Holmes.  Hier habe man einige unbequeme Fragen stellen wollen. Diese Interviewanfrage würde nun erstmal wiederholt. Außerdem sei der Fall Kittel nur ein Beispiel dafür, dass sich das Thema Wohlbefinden der Pferde im Pferdesport derzeit in einem untragbaren Zustand befinde. Es sei nun interessant zu sehen, ob die FEI sich diesem Thema einmal grundsätzlich widmen wolle oder sich auf einen Einzelfall fokussiere, der zufällig mit der Kamera festgehalten worden sei.

Sollte Epona auf seiner Verweigerung der Herausgabe des Filmmaterials bestehen, wird die FEI ihre Untersuchung wohl einstellen müssen, da das einzige Beweismaterial für die noch immer  unbewiesene Behauptung eines kommerziellen Internet-Fernsehsenders   (“zwei Stunden Rollkur”) dann nicht vorliegt und die Untersuchungskommission einzig aufgrund eines vierminütigen und zehnminütigen Youtube-Videos urteilen müsste, das zudem in zwei Versionen vorliegt, wovon eine mindestens mit Slow-Motion bearbeitet worden ist.

Wie sich Kittels Sponsor, die LVM Versicherung künftig verhalten wird ist, wie Horses & Sports heute von Unternehmenssprecher Jobst Berensmann erfuhr, genau vom Urteil der FEI-Untersuchungskommission abhängig, die den Fall prüfen soll. Erst dann werde die LVM eine Stellungnahme abgeben.  “Die Pferderegion” hatte in der vergangenen Woche gemeldet, dass sich der Sponsor “sehr wahrscheinlich” aus dem Vertrag zurückziehen werde.

Weitere Artikel in Horses & Sports zum Thema Patrik Kittel und Hyperflexion:

Patrik Kittel und Watermill Scandic – zwei Stunden Rollkur?

Patrik Kittel über die Rollkur-Vorwürfe

British Horse Society fordert von FEI erweiterte Untersuchung zur Rollkur/Hyperflexion

FEI setzt Hyperflexion auf Agenda der nächsten Tagung

Der Kommentar: Das Auge des Betrachters


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