Hyperflexion: Dressur Studien aktueller denn je
Die abermals erhitzte Diskussion um den schwedischen Grand Prix Reiter Patrik Kittel und sein Reiten in Hyperflexion auf dem Abreiteplatz zum Weltcup in Odense, hat gezeigt wie stark das Thema Hyperflexion (auch: Rollkur) die Gemüter erregt. Dass es dabei auch immer wieder zu emotionalen und unsachlichen Auswüchsen selbsternannter Pferdefreunde kommt, ist ein Nebeneffekt, der der wichtigen Diskussion eher schadet als nützt.
Schon vor zwei Jahren hatte die Diskussion um das Richtig oder Falsch der umstrittenen Trainingsmethode, bei welcher der Kopf des Pferdes bis auf das Brustbein gezogen wird, um durch die starke Überdehnung (Hyperflexion) des Halses den Rücken zu trainieren, international für Diskussionen gesorgt.
Damals wie heute hat es die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) versäumt, durch eine klare Linie gegenüber Reitern, Richtern, Trainern und Veranstaltern dafür zu sorgen, das Thema (wie auch immer!) eindeutig und abschließend zu klären. Eine zugesagte wissenschaftliche Studie, Grundlage für eine sachliche Entscheidung, wurde ohne weiteren Kommentar nie in Auftrag gegeben.
Bereits vor zwei Jahren hat die Journalistin und Herausgeberin des Fachmagazins “Dressur Studien”, Claudia Sanders, mit ihrem Team unter dem Titel “Klassisch contra Classique” ein lesenwertes Sonderheft zusammengestellt.
In den drei Teilen des Heftes geht es um die Themen Klassiche Ausbildung contra Schule der Legerete, wie sie von Philippe Karl vertreten wird, Ausbildungsskala und Hyperflexion. Hierbei wird die Rollkur auf fast 70 Seiten in den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet. So findet sich darin ein Interview mit der dreifachen deutschen Olympia-Gold Gewinnerin Nicole Uphoff wieder, von der vor 20 Jahren bereits ein Foto veröffentlicht und heiß diskutiert wurde, auf dem sie zu sehen ist, wie sie ihr Olympiapferd Rembrandt in der überstreckten Haltung reitet. Ein weiterer Artikel befasst sich mit dem FEI Workshop zur Rollkur, die seitdem Hyperflexion heißt. Weitere Artikel thematisieren unter anderem die Reaktionen der FN, die medizinischen Folgen der Rollkur, die Konsquenzen für das Richterverhalten auf Turnieren sowie deren Auswüchse im Springreiten oder bei Freizeitreitern.
Die Themen haben bis heute nichts an Aktualität verloren. Wer Interesse hat an einer umfassenden Beletrachtung des Themas hat, um in Diskussion das ein oder andere Sachargument parat zu haben, dem sei dieses Heft auf’s Wärmste empfohlen – vielleicht auch als Weihnachtsgeschenk für Reiterfreunde.
Das 164 Seiten starke Heft ist für 16,90 Euro im Shop der Dressur-Studien ebenso zu beziehen wie unter der ISSN 1860-3963 im Buchhandel zu bestellen. Im Shop gibt es für Abonnenten und Persönliche Mitglieder der FN noch Rabatte.




