No-FEI – Petition gegen neue Medikationsregeln startet mit Rekordbeteiligung

Hat mit ihrer Petition No-FEI einen Stein ins Rollen gebracht: Dressur-Studien Herausgeberin Claudia Sanders. Foto: www.slawik.com
Nach einer großen Kampagne der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) für einen sauberen Sport, Untersuchungsausschüssen, einer Clean Sport Commission und der Etablierung von Lisa Lazarus, einer Doping- und Medikations-Spezialistin als Chef-Justiziarin innerhalb des Verbandes – verstehen viele Profis, Funktionäre und Reitsportinteressierte die Welt nicht mehr.
Denn die nun beschlossene neue Medikationsregelung, sieht eine dosierte Freigabe von Schmerz- und Entzündungshemmern, sowie Aufbauspritzen vor, mit deren Hilfe auch Pferde wieder fit gemacht werden können, die eigentlich nicht wettkampffähig sind.
Claudia Sanders, Hörfunktjournalistin und Herausgeberin des Fachmagazins Dressur-Studien, hat für alle, die ihre Position gegen diese – in vielen europäischen Ländern – tierschutzwidrige Regelung darstellen wollen, eine internationale Petition, unter der Überschrift “No FEI! Not this way!” ins Netz gestellt.
Sie ist gestern mit einer Rekordbeteiligung gestartet. Innerhalb von 24 Stunden hatten sich bereits über 1.500 Menschen in die Liste eingetragen – und es werden immer mehr.
Horses & Sports hat mit Claudia Sanders über dieses Aufsehen erregende Projekt und ihre Motive, sich hier persönlich zu engagieren, gesprochen:
Warum haben Sie diese Petition gestartet?
“Ich finde, die FEI hat mit dieser “Progressiven Liste” eindeutig eine Grenze überschritten. Es kann nicht angehen, dass Pferde regelrecht gesund gespritzt werden, damit ein Turnierstart möglich ist. Das verstößt nicht nur in Deutschland gegen das Tierschutzgesetz. Wenn diese Liste tatsächlich in Kraft tritt, werden Tierschützer früher oder später die Frage stellen, ob das Reiten nicht generell ein Tierschutzproblem ist und soweit sollte es auf keinen Fall kommen. Denn davon sind dann alle betroffen, egal ob Turnier- oder Freizeitreiter.”
Glauben Sie, dass diese Petition tatsächlich Einfluss auf die Verbandspolitik der FEI hat?
“Mir würde ja schon reichen, wenn es die FEI-Verantwortlichen wenigstens nachdenklich macht, dass offenbar so viele Menschen diese Liste ablehnen. Direkten Einfluß hat solch eine Petition natürlich nicht, das ist schließlich nichts Rechtsverbindliches.”
Wie lange wollen Sie die Petition im Netz lassen?
“Bis Mitte Dezember. Dann werden wir die Unterschriftenliste ausdrucken und der FEI zuschicken.”
Wollen Sie sich in Zukunft weiter in der Verbandspolitik engagieren?
“Um Himmels willen, nein! Dazu fehlen mir eindeutig der Langmut und die nötige Leidensfähigkeit.”
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