USAmerikanischer Reiterverband: Eindeutiges Bekenntnis zur Progressiven Liste – In Übereinstimmung mit WADA
Nun ist es also raus. Der USamerikanische Reiterverband, die United States Equestrian Federation (USEF), hat sich gestern in einer offiziellen Erklärung eindeutig zur “progressiven Liste” der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) bekannt. In der Erklärung des Verbandes heißt es unter anderem: “Die USEF unterstützt die Regeländerungen, die durch die Generalversammlung der FEI beschlossen wurden und diverse nicht-steroide Medikationen innerhalb der ‘progressiven Liste’ zulassen.”

Nun gibt es also auch eine Position des USAmerikanischen Verbandes. Foto: Julia Rau
Zwar konnte angesichts der millionenschweren Sponsorenverträge zu den Weltreiterspielen, die im nächsten Jahr im usamerikanischen Bundesstaat Kentucky stattfinden, niemand eine andere Position erwarten. Doch die klare Positionierung der USEF ist ein herber Rückschlag für die europäischen Bemühung um eine Null-Lösung.
Der amerikanische Verband, für den es diese Null-Lösungen zumindest auf nationaler Ebene nie gab, sieht in einer Dosierung von Medikamenten unter den beschlossenen Obergrenzen kein Problem. Zudem sieht er die Vereinbarungen im Einklang mit den Auflagen, die die Weltdoping-Agentur WADA für menschliche Athleten vorgibt (tierische Athleten werden in diesem Reglement noch nicht berücksichtigt). “Diese Medikationen werden auch von der WADA bei menschlichen Athleten nicht als leistungssteigernd angesehen, und sind genau deswegen nicht verboten.”
Und weiter heißt es dann gar: “Mit dem Benennen von Obergrenzen bei der Verwendung von Entzündungshemmern, die niedrige Medikamenten-Gaben zulassen und dabei ein konsequentes Programm tierärztlicher Untersuchungen und Kontrollen weiter fortsetzen, stellt die FEI das Wohlbefinden des Pferdes einerseits sicher während sie andererseits eine unrechtmäßige Nutzung dieser und anderer Medikamente verbietet, ganz im Einklang mit der Initiative für einen sauberen Sport.”
Der während der Generalversammlung der FEI gefasste Beschluss, nun doch einzelne Medikamente, wie den Schmerz- und Entzündungshemmer Phenylbutazon, in festgelegten Obergrenzen für Pferde im Wettkampfsport frei zu geben, hatte bei deutschen und einzelnen europäischen Verbänden, für große Empörung gesorgt. Erst gestern hatte der britische Reiter-Verband sich mit einem Apell an die FEI gewandt. Die Gründung eines eigenen europäischen Verbandes sowie der Boykott der Weltreiterspiele 2010 waren vom Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Breido Graf zu Rantzau, angekündigt worden. “Die USEF ist außerdem besorgt darüber, dass ein vorschnelles Einsetzen der neuen Regeln, Auswirkung auf die Teilnahme der nationalen Mannschaften bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky haben könnte.”
Um dies zu Verhindern, fordert die USEF, den Termin von dem an die neuen Regeln in Kraft treten – bislang der 1. Januar 2010 – nach hinten zu verschieben.
“Obwohl die USEF diese Änderungen der FEI voll unterstützt, ist sie doch der Meinung, dass die Umsetzung der neuen Regeln zum 1. Januar 2010 problematisch sein könnte. Das Hinzufügen einzelner Entzündungshemmer zur Liste der erlaubten Medikamente ist für viele nationale Verbände neu und es müssen erst Pläne zum weiteren Vorgehen und der genauen Kommunikation erstellt werden, und zwar bevor die neuen Regeln wirksam werden. Die FEI Analyse-Labore müssen einheitliche Verfahrensregeln implementieren, mit denen künftig Proben untersucht werden, um sicher zu stellen, dass alle Athleten weltweit auf der selben Ebene spielen.”
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