Internationales Festhallen Reitturnier: Brigitte Wittig und Blind Date sind Burgpokal Sieger 2009
“Das ist kein Dressurpferd”, hatte der Besitzer, ein Engländer, gesagt. “Ist es doch”, meinte Wolfram Wittig und kaufte die drei Jahre alte Stute, eine Tochter seines Deckhengstes Breitling, unbesehen von der Insel nach Deutschland zurück.

Ein weiteres herausragendes Pferd als Sieger im Nürnberger Burgpokal 2009: Blind Date mit Brigitte Wittig. Foto: Julia Rau
Den Namen Blind Date hatte sie fortan weg und dass der erfahrene Pferdemann, Ausbilder, Züchter und Trainer der vierfachen Olympiasiegerin Isabell Werth, mal wieder Recht behalten sollte, war wahrscheinlich.Mit 77,25 Prozentpunkten, gewann die Stute jetzt, mit nur sieben Jahren, den Nürnberger Burgpokal. Sie ist damit das aussichtsreichste deutsche Nachwuchsdressurpferd 2009.
Dass sich Blind Date als solcher Glücksgriff erweisen sollte, ahnte das Ehepaar Wittig recht schnell. “Sie ist von Anfang an unkompliziert gewesen und wollte immer alles richtig machen”, beschreibt Brigitte Wittig das auch vom Exterieur her weit ausgereifte Pferd. Als Finalistin kam die Fuchsstute dann fünfjährig ins Finale der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde in Verden. Auf dem Abreiteplatz dann ein ungestümer Buckler – Wolfram Wittig:”Sie ist ein sehr humorvolles Pferd” – und verletzte sich so sehr, dass sie erstmal eineinhalb Jahre ausfiel.
Mit seiner Frau Brigitte schon in der Vorqualifikation mit dem höchsten Ergebnis aller Finalisten versehen, Wolfram Wittig: “Das Protokoll nehmen wir jetzt immer als Vordruck für die anderen Pferde”, ließen sich die beiden auch bei ihrem allerersten Hallenturnier in der Frankfurter Festhalle nicht von ihrer exakten und ausdrucksvollen Reiterei abbringen. Kein Blick warf die Stute auf die dicht am Viereck sitzenden Zuschauer, auch die Buchstaben haltenden Weihnachstsmänner interessierten sie wenig. Immer bei ihrer Reiterin ging sie souveräner als mancher Neunjährige durch die Prüfung. Ein verdienter Sie in einem sehr hochklassigen Starterfeld.
Dazu gehörte auch Fabienne Lüttkemeier. Die Schülerin aus Paderborn, jüngste Reiterin im Starterfeld, erreichte mit ihrem neun Jahre alten Wallach D’Agostino Platz zwei in der Fankfurter Festhalle. Als letzte Starterin erhielt die 20jährige Junge Reiter Europameisterin 75,65 Prozent. Das Paar hatte sich im Rahmen der Deutschen Meisterschaften in Balve das Finalticket gesichert. Dritter wurde Markus Gribbe mit dem Zuchthengst Farewell III. Der ehemalige Bundeschampion von der Hengststation Klatte erhielt für seine Vorstellung 72,75 Prozent.
NÜRNBERGER BURGPOKAL – Finale – Nat. Dressurprüfung Kl. S*
1. Brigitte Wittig (RFV v.Lützow Herford), Blind Date, 1545 Punkte; 2. Fabienne Lütkemeier (RFV Paderborn), D’Agostino, 1513; 3. Markus Gribbe (RSC Osnabrücker Land), Farewell III, 1455; 4. Dorothee Schneider (Frankf.Turnierst.Schw.Gelb), Diva Royal, 1443; 5. Helen Langehanenberg (RV St.Georg Münster), Fleur Rubin, 1430; 6. Uta Gräf (RFV Weisenheim am Sand), Le Noir, 1412
NÜRNBERGER BURGPOKAL der Dressurreiter – Siegerpreis - Nat. Dressurprüfung Kl. S*
1. Dorothee Schneider (Frankf.Turnierst.Schw.Gelb), Diva Royal, Wertnote 9.5; 2. Fabienne Lütkemeier (RFV Paderborn), D’Agostino, 9.0; 3. Markus Gribbe (RSC Osnabrücker Land), Farewell III, 8.8




