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Stabile Zahlen im deutschen Turniersport 2009 – FN Statistik – Springreiten beliebteste Disziplin

4. Februar 2010 Wissen

Nach Auswertung der Jahresstatistik der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) scheint die Wirtschaftskrise bislang keine Spuren hinterlassen zu haben. Nach Auskunft von FN-Pressesprecher, Dr. Denis Peiler, weise die Statistik 2009 stabile Turniersportzahlen vor.

So wurden im vergangenen Jahr 3.677 Turniere veranstaltet und damit fast genauso viele wie im Jahr 2008 (3.692). Ein weiteres Indiz, dass der Turniersport „gesund“ ist, zeigt sich an den ausgeschütteten Geldpreisen. Erstmalig wurde im vergangenen Jahr die 30-Millionen-Marke bei den ausgeschriebenen Geldpreisen geknackt (30.347.352 Euro). Davon zahlten die Turnierveranstalter allerdings nur 27.325.959 Euro (2008: 27.340.287 Euro) an die Teilnehmer aus.

Springreiten bleibt die beliebteste Turniersport-Disziplin in Deutschland. Foto: Julia Rau

Springreiten bleibt die beliebteste Turniersport-Disziplin in Deutschland. Foto: Julia Rau

Ein genauerer Blick auf die Turnierstatistik verrät, dass trotz minimalen Rückgangs bei den Veranstaltungen, die Zahl der Leistungsprüfungen und der Turnierstarts sogar leicht zugenommen hat. Fanden 2008 genau 68.721 Prüfungen statt, waren es im letzten Jahr 69.425. Auffällig ist dabei, dass entgegen dem übrigen Trend die ausgeschriebenen Prüfungen in der Einsteigerklasse E, die 2008 erstmalig in die LPO integriert wurden, um 19 Prozent zurückgegangen sind (2009: 1.359; 2008: 1.682). „Obwohl die Ausschreibung von E-Prüfungen gemäß LPO viele Vorteile für Teilnehmer und Veranstalter bringt und zum ‚höheren’ Turniersport hinführen, wurde das Angebot nicht so angenommen wie erhofft. Hier müssen wir ansetzen und haben noch deutliche Reserven“, so der FN-Turniersportchef.

Einen Zuwachs zeigen die bundesweiten Turnierstarts. Waren es 2008 noch 1.487.710 stiegen die Starts im vergangenen Jahr auf 1.520.357 an. Das bedeutet einen Zuwachs um 2,19 Prozent. Vor allem in den Klassen S (plus 4,81 Prozent) und M (5,25) macht sich die Professionalisierung im Spitzensport bemerkbar. „Der Profi hat natürlich mehr Gelegenheit, um an Turnieren teilzunehmen als der Amateur. Zudem muss er mit den Turnierstarts seinen Lebensunterhalt verdienen. Die Startmöglichkeiten, gerade bei ‚Late Entry-Turnieren’ an Wochenenden haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen“, analysiert Otto-Erley. Spitzenreiter ist wie in den vergangenen Jahren der Landesverband Westfalen (298.837 Starts), gefolgt von Baden-Württemberg (174.197) und Hannover (160.478).

Führend bei den Prüfungsarten sind weiter die Springprüfungen, die mit 33.058 Prüfungen rund die Hälfte des gesamten Turniersports abdecken. Genau 25 Prozent machen die Dressur- und Dressurreiterprüfungen aus. Im Detail zeigen folgende Prüfungsarten positive Zuwachszahlen im Vergleich zum Jahr 2008: Fahren (6,52 Prozent), Springprüfungen (2,38), Vielseitigkeits-/Geländeprüfungen (1,90). Rückläufig entwickelten sich hingegen die Gewöhnungsprüfungen, die erst seit 2008 angeboten werden und dem jungen Pferd die Möglichkeit geben sollen, sich an die Turnieratmosphäre zu gewöhnen.

Die Statistik spiegelt einen Rückgang um 50 Prozent verglichen mit dem Premierenjahr wider. „Reiter, Verbände und Veranstalter, gerade aber unsere Züchter, haben die Vorteile und Chancen dieser Prüfung noch nicht erkannt. Wir müssen dieses Musterbeispiel einer Turnierprüfung mit Ausbildungsschwerpunkt und ‚Zertifikat’ für das turniertaugliche junge Pferd noch besser bewerben“, so Otto-Erley.

Dass der Turniersport sich auch 2009 großer Beliebtheit erfreut hat, zeigen die Fortschreibungen bei den Turnierpferden, die sich verglichen mit 2008 von 135.912 auf 136.635 gesteigert haben. Dieser Positivtrend ist allerdings nicht im Bereich der Neueintragungen zu erkennen, bei denen ein Rückgang um 4,63 Prozent (2009: 25.099; 2008: 26.316) registriert wurde. Auch die ausgestellten Jahresturnierlizenzen für Reiter und Fahrer sind rückläufig. Waren es im Jahr 2008 noch 85.991 Lizenzen, stellte die FN im vergangenen Jahr nur noch 84.654 (Rückgang 1,55 Prozent) aus.

Quelle: FN/Denis Peiler

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