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Schiri am Abreiteplatz – FN stellt LPO Änderungen für 2010 vor

24. Februar 2010 Wissen

Während die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) noch mit der Zusammensetzung einer Arbeitsgruppe befasst ist, die den Unterschied zwischen Rollkur/Hyperflexion und Long, Deep and Round Reiten (LDR) für Stewards auf  internationalen Turnierabreiteplätzen eindeutig abgrenzbar und bewertbar machen soll, hat sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bereits an die Änderungen der Regeln für Turnierreiter gemacht und in der auf  allen Ebenen gültigen Leistungsprüfungsordnung (LPO) eingebaut.

Denn „Fairer Pferdesport“ ist das erklärte Ziel der FN, so der Verband über sich selbst. Um dieses Ziel zu erreichen, habe die FN in den letzten Monaten zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählten der Ausbau des Schulungsprogramms zur Prävention von verbotener Medikation und Doping, die Einführung von Trainingskontrollen sowie die neuen Anti-Doping- und Medikamentenkontrollregeln (ADMR). Neu sind zudem gelbe und rote Karten, mit denen der Richter Teilnehmer bei unsportlichem Verhalten verwarnen und von der Prüfung auschließen kann.

Typische Situation an den Abreiteplätzen großer Turniere, Richter werden eher selten gesichtet. Foto: Julia Rau

Typische Situation an den Abreiteplätzen großer Turniere, Richter werden eher selten gesichtet. Foto: Julia Rau

„Fairer Pferdesport bedeutet deutlich mehr als nur zu wissen, welche Medikamente ich meinem Pferd geben kann oder nicht“, sagt Friedrich Otto-Erley, Leiter der FN-Abteilung Turniersport. „Damit ist auch Anstand und Benehmen gemeint sowie natürlich das korrekte Reiten im Training, auf dem Vorbereitungsplatz beim Turnier und in der Prüfung“, so Otto-Erley.

Mit einer Änderung in der LPO habe die FN jetzt ein deutliches Zeichen gegen regelwidriges Reiten und unsportliches Verhalten gesetzt. Der „Reit-Schiri“ auf dem Vorbereitungsplatz soll künftig optisch besser kenntlich gemacht werden, damit auch jeder Teilnehmer weiß, wer dort für die Aufsicht zuständig ist. „Obwohl das eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, musste man doch in der Vergangenheit gelegentlich nach dem aufsichtsführenden Richter bewusst Ausschau halten. Das hat jetzt hoffentlich ein Ende“, erklärt der FN-Turniersportchef.

Noch deutlicher als bisher, ist hier der Richter aufgefordert bei Verstößen einzuschreiten. Kenntlich gemacht wird dies wie in den Spielsportarten Fußball oder Handball mittels Karten. Wird dem Reiter eine gelbe Karte gezeigt, ist das mit einer Rüge gleichzusetzen, die rote Karte bedeutet für die betreffende Prüfung und das jeweilige Reiter-Pferd-Paar Prüfungsausschluss. Selbstverständlich gilt diese Regelung auch für den Voltigiersport und das Fahren. Gegen eine gezeigte gelbe oder rote Karte hat der Turnierteilnehmer keine Einspruchsmöglichkeit. Eine Signalwirkung haben die Karten auch deshalb, weil die verwarnten oder ausgeschlossenen Teilnehmer künftig am „Schwarzen Brett“ während des Turniers veröffentlicht und der zuständigen Landeskommission gemeldet werden.

Weitere Regelwerksänderungen gibt es auch im Paragraphen 43 LPO. Dieser sieht für die Zeiteinteilung vor, dass die Richtereinteilung inklusive Aufsicht auf dem Vorbereitungsplatz namentlich in der Zeiteinteilung erwähnt werden muss. Den aufsichtsführenden Stellen wie Landeskommission oder FN ist mindestens eine Woche vor Turnierbeginn die Zeit- und Richtereinteilung vorzulegen, damit gegebenenfalls noch Ergänzungen der Richtergruppe zur Sicherstellung eines reibungslosen, regelkonformen Ablaufs vorgenommen werden können.

Mehr Transparenz im Sinne eines fairen Pferdesports wurde auch in den Durchführungsbestimmungen zum Paragraphen 52 geschaffen. Hier finden Reiter und Richter jetzt Skizzen, die Beispiele für erlaubte und nicht erlaubte Aufbauarten im Springen auf dem Vorbereitungsplatz übersichtlich und nachvollziehbar dargestellt. Bislang waren diese nur im Handbuch Turniersport und nicht im Regelwerk selbst zu finden.

Genauso wie die ADMR, die alles beinhalten, was der Turnierreiter zum Thema Doping und Medikation – Nachweis- und Untersuchungsverfahren, Art der Verstöße und mögliche Sanktionen, Listen der verbotenen Substanzen und verbotener Methoden – wissen muss, greifen die LPO-Änderungen zum 28. April 2010.

Die Anti-Doping- und Medikamentenkontrollregeln (ADMR) sowie die Ergänzungen und Erläuterungen zur Leistungs-Prüfungsordnung (LPO) sind auf der FN-Website zu finden.

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