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Weltreiterverband FEI: Hayas Vize Holmberg tritt zur Präsidenten-Wahl an

Wenn im November 2010 weit entfernt von Europa im chinesischen Taipeh der Weltreiterverband FEI seine nächste Hauptversammlung abhält, wird es einen ganz besonders spannenden Tagesordnungspunkt geben: Die Wahl des künftigen Präsidenten des Dachverbands aller Pferdesportler weltweit.

Die Europäische Alternative zur Wahl des FEI-Präsidenten im November in Taipeh: Der Schwede Sven Holmberg. Foto: Julia Rau

Die Europäische Alternative zur Wahl des FEI-Präsidenten im November in Taipeh: Der Schwede Sven Holmberg. Foto: Julia Rau

Nachdem die derzeitige Amtsinhaberin Prinzessin Haya von Jordanien vor wenigen Wochen erklärte hatte, dass sie ein weiteres Mal kandidieren wolle, hat nun der schwedische Reiterverband einen Gegenkandidaten nominiert: Er heißt Sven Holmberg und ist derzeit bereits Vize-Chef der FEI und Hayas Stellvertreter.

Die Prinzessin, zweite Ehefrau des Herrschers von Dubai, Scheich Mohammeds bin Rashid al Maktoum, und ehemalige Springreiterin, hat aus europäischer Sicht, eine recht glücklose erste Regentschaft absolviert.

Gerade in den Fragen um Doping und Medikation hat sie bei der letzten Hauptversammlung im Herbst 2009 in Lausanne mit einem Überraschungscoup in Form einer erneuerte Form (“progressive list“) der Liste , die zuvor bereits abgestimmt war, Teile des Gremiums gegen sich aufgebracht.

Vor allem die Europäer waren erbost über den Alleingang der Präsidentin. Die Gründung des europäischen Reitpsportverbandes, der „European Equestrian Federation (EEF)“, im Februar in Warendorf war nur eine der Folgen. Diesen Kreisen ist auch Vize Holmberg zuzuordnen, der in Fragen der Medikation stets die Null-Lösung der meisten der europäischen Verbände vertrat.

Der Mann im Hintergrund könnte demnächst die Frau an der Spitze der FEI verdrängen: Prinzessin Haya und ihr Vize Sven Holmberg. Foto: Julia Rau

Der Mann im Hintergrund könnte demnächst die Frau an der Spitze der FEI verdrängen: Prinzessin Haya und ihr Vize Sven Holmberg. Foto: Julia Rau

Auch Hayas Personalpolitik gilt als glücklos. Probleme mit nicht gefügigen Präsidiums-Mitglieder oder anderen hohen Funktionären löste sie nicht selten durch Entlassungen, wie zuletzt im Fall des fristlos geschassten Sportdirektors David Holmes Anfang Dezember vergangenen Jahres.

Auf dem Weg zu einer zweiten Wahl sind ihr allerdings die Stimmen der eher unbedeutenden Länder in den Kontinenten Afrikas oder Lateinamerikas sicher, denen sie mit viel Geld half, den Reitsport zu entwickeln.

Deren Stimmen sind aber gleichberechtigt mit denen der Europäer in der Abgabe des Wahlvotums. Ebenfalls könnte Nordamerika im Hinblick auf die Medikationsthemen für Haya votieren, da es hier deutliche lockere Regeln zum Einsatz der non-steroiden Entzündungshemmer gibt.

Auch steht mit dem passionierten und erfolgreichen Distanzreiter Scheich Maktoum nicht nur Hayas Ehemann, sondern der zweitmächtigste Mann der Vereinten Arabischen Emirate hinter ihr. Hier wiederum wird fast fieberhaft an einer möglichen Olympiabewerbung, einem ungeheuren Prestige-Objekt für die Emirate, gearbeitet. Noch stehen unter anderem die nicht gelösten Probleme um die Hitze und die nicht gleichberechtigte Stellung der Frauen im Sport  im Wege. Als IOC-Mitglied kann Haya hier wiederum eine Stimme für die Heimat ihre Mannes geltend machen.

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