CHIO Aachen 2010: Edward Gal und Totilas vorn im Grand Prix – Niederlande führen im Nationenpreis
Mit 83,86 Prozent siegte Weltcup-Sieger Edward Gal auf Totilas auch beim CHIO in Aachen im Grand Prix, Qualifikation für den Grand Prix Spezial und den Nationenpreis, überlegen. Für die Linkstraversale und eine Piaffe erhielt der pechschwarze KWPN-Hengst zwischendurch die Traumnote 10,0.

Wer hätte etwas anderes erwartet: Edward Gal und Superpferd Totilas sind auch in Aachen ganz vorn. Foto: Julia Rau
„Ich denke nur von Tag zu Tag, Schritt für Schritt“, sagte der niederländische Dressur-Nationaltrainer Sjef Janssen im Anschluss an die überlegen Leistung seiner Reiter. „Wir haben unsere Hausaufgaben gut gemacht, und die Prüfungen der drei Teamreiter liefen gut, können jedoch noch besser sein“, so der Trainer.
Zur Halbzeit des Nationenpreises, der am Samstag nach dem Grand Prix Special entschieden ist, führen die Niederlande die Zwischenwertung (236,140 ) vor Deutschland (219,665) und Großbritannien (209,574) an.
Die Regelung, dass der Sieger im Nationenpreis erst nach dem Special fest steht, greift in Aachen zum ersten Mal. Genauso neu ist die Reduzierung der Teams von vier auf drei Starter. “Das ist nicht halbes und nichts ganzes, eine Mannschaft besteht aus vier Reitern”, zeigte sich Isabell Werth von der Neuerung in Aachen wenig begeistert.
“Mit Totilas hier einzureiten, unter dem begeisterten Applaus der Zuschauer, bringt wirklich Gänsehaut-Feeling. Die Besucher applaudierten schon vor unserem Ritt, als hätten Totilas und ich schon gewonnen. Das baut etwas Spannung auf, aber Totilas kann die eigentlich sehr gut verarbeiten“, so sein Reiter.
„Totilas war hier in Aachen noch etwas zu sehr im Vorwärts in der Piaffe und setzte sich später zu viel. Aber wenn das das Einzige ist, bin ich zufrieden“, so Gal. Hinter ihm platzierte sich seine Landsfrau Adelinde Cornelissen auf Parzival mit 78,541 Prozent vor der Britin Laura Bechtolzheimer auf dem dänischen Wallach Hojris (77,295 Prozent).
Beste Deutsche wurde mit 75,836 Prozent Isabell Werth mit ihrem Olympiapferd Satchmo auf Rang vier. „Ihr Ritt war gut, mit schönen Traversalen, aber insgesamt noch steigerungsfähig. Teuer waren natürlich die Fehler in den Zweierwechseln“, zog Deutschlands Bundestrainer Holger Schmezer ein Fazit. Deutschland war mit einem jungen Team in die Soers gereist: Neben Deutschlands erfolgreichster Dressurreiterin Isabell Werth und dem 25-jährigen Deutschen Meister Matthias Alexander Rath stand erstmals Christoph Koschel mit dem elfjährigen, in Finnland gezogenen Donnerhall-Sohn Donnperignon im Team.
„Christoph Koschel hat die Erwartungen hier bestätigt. Er hielt dem Druck auch nervlich bei seinem ersten Start im Team des Nationenpreises von Aachen gut stand“, so Schmezer. Team-Neuling Christoph Koschel, der gemeinsam mit seinem Vater Jürgen Koschel in Hagen am Teutoburger Wald einen Turnier- und Ausbildungsstall unterhält, gelangte mit Donnperignon auf den sechsten Platz. „Ich bin mit unserem Ergebnis sehr zufrieden, bin heute auf Sicherheit geritten und hatte schon beim Einreiten ein sehr gutes Gefühl. Pepe hat noch Reserven drin“, so der Derbysieger von Hamburg 2009.
Rang 1, 2 und 5 lautete das Ergebnis für die Niederlande; Deutschland belegte Platz 4, 6 und 7. „Matthias Alexander Rath ist heute etwas zu brav geritten und hatte leider Fehler. Bei dem gezeigten Piaff-Problem auf der Mittellinie hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht“, so Schmezer. Der sensible Sion-Sohn Sterntaler streikt öfter bei der letzten Piaffe auf der Mittellinie. „Wir wissen selbst nicht, woran das liegt. Sterntaler macht das nur in der Prüfung, nicht zu Hause und auch nicht auf dem Abreiteplatz“, so Rath. Auch Anabel Balkenhol startete erstmals im Dressurnationenpreis, zählte jedoch nicht für die aus drei Reitern bestehende Teamwertung. Sie gelangte mit dem zehnjährigen De Niro-Sohn Dablino auf Rang acht.





