CHIO Aachen 2010: Deutsches Team siegt in der Vielseitigkeit – Andrew Nicholson Einzelsieger
Nur noch zu dritt war das deutsche Team vor dem Start im Gelände bei der Vielseitigkeit beim CHIO Aachen 2010. Dirk Schrade musste sein Pferd King Artus nach der Dressur wegen Lahmheit zurückziehen. Doch auch mit der Dreier-Besetzung Michael Jung auf River of Joy, Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas und Andreas Dibowski mit Butts Leon gelang es den Deutschen, ihre Sieges-Serie in der Vielseitigkeit beim Weltfest des Pferdesports zu halten.

Der Weltranglisten-Erste in der Vielseitigkeit, Andreas Dibowski auf Butts Leon, wird in Aachen zweiter. Foto: Leszek Wojcik/FEI
„Wir standen natürlich unter Druck wegen der Verletzung des Pferdes. So sind wir stolz, hier wieder gewonnen zu haben“, berichtete Bundestrainer Hans Melzer. Nur der Einzelsieg blieb erstmals in der nun vierjährigen Eventing-Geschichte beim CHIO nicht in Deutschland: Der Neuseeländer Andrew Nicholson siegte auf dem zehnjährigen Nereo.
„Ich habe mit Nereo ein ganz tolles Pferd, ich liebe es, ihn zu reiten und vertraue ihm sehr. Ich bin sehr glücklich über seine Leistung, habe mich nur in der Dressur über die Benotung eines Richters geärgert. Aber jedes Jahr kommen hier bessere Pferde an den Start. Und die Pferde bekommen nach der Bewältigung eines solchen Parcours mehr Erfahrung“, so Nicholson.
Platz zwei holte sich Andreas Dibowski auf dem 13-jährigen Butts Leon. Der 44-Jährige schrammte knapp an der Wiederholung seines Siegs von 2009 – damals mit der nach dem CHIO Aachen aus dem Sport verabschiedeten Stute Serve Well – vorbei. „Die Geländestrecke war in diesem Jahr noch anspruchsvoller als 2009. Vor allem das knifflige Wasserhindernis kam sehr schnell. Am Anfang der Strecke lassen sich die Pferde oft noch ablenken, so zählte das Wasser schon zu den Hauptklippen. Auch die Zeit war schwer zu kriegen“, berichtet Dibowski.
Dritter wurde Dirk Schrade auf seinem Zweitpferd Gadget de la Cere: „Über diesen Erfolg bin ich natürlich froh. Schade aber, dass ich hier nicht auch mein Erstpferd King Artus reiten konnte. Als wir ihn nach der Dressur aus der Box holten, ging er lahm. In dieses Pferd hatte ich große Hoffnungen gesetzt. Wir werden ihn am Montag direkt in der Klinik checken lassen, ich hoffe, es ist nichts Schlimmes. Mein Ziel mit ihm ist Kentucky und geplant waren die Deutschen Meisterschaften in Schenefeld, wenn er fit ist.“
Auch Michael Jung lieferte mit seinem Zweitpferd Leopin ein besseres Ergebnis als mit seinem Teampferd River of Joy. Mit dem elfjährigen Legal Legend xx-Sohn gelangte er auf den vierten Platz. Eine Verweigerung musste Jung auf River of Joy verbuchen. Der Rubicell-Sohn war im Rolex-Complex am Ecksprung vorbei gelaufen. Auf den sechsten Platz gelangte die frischgebackene, zweifache Mutter Ingrid Klimke. „Abraxxas hat schon in Luhmühlen sein Leistungsvermögen gezeigt und hier bestätigt. Es war ein anspruchsvoller, aber schöner Kurs, der Spaß gemacht hat.“
Für den Australier Clayton Fredericks war der Kurs nach einem Sturz am Meydan-Complex vorbei. Sein Pferd Be My Guest prallte gegen den Sprung. Dabei wurde die Vorlegestange so zerstört, dass der Sprung aus dem laufenden Wettbewerb genommen werden musste. Eine Reparatur war nicht möglich, und aus Sicherheitsgründen wurde der Meydan-Komplex gesperrt. Die Ground Jury entschied danach, den Reitern, die den Sprung noch überwunden hatten, den regeln entsprechend fünf Sekunden gut zu schreiben.
„Der Kurs wurde im Vorfeld von den Reitern sehr unterschiedlich diskutiert. Die ersten Reiter ritten noch etwas vorsichtiger. Das Risiko für Fehler steigt natürlich, wenn die Reiter am Ende versuchen, um den Sieg zu reiten“, so Kurs-Designer Rüdiger Schwarz.




