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Deutsche Meisterschaften 2010: Isabell Werth, Meredith Michaels-Beerbaum und Eva Bitter

16. August 2010 Mehr Sport

Drei Frauen stehen derzeit für Spitzenleistungen im deutschen Reitsport: Bei den Deutschen Meisterschaften 2010 in Münster haben Isabell Werth, Meredith Michaels-Beerbaum und Eva Bitter sämtliche Titel – auch bei den Männern – abgeräumt.  Dabei ragte besonders Isabell Werth noch einmal mit echten Spitzenleistungen heraus.

Nachdem sich Deutschlands erfolgreichste Dressurreiterin bereits den Meisterschaftstitel im Grand Prix Special und auf El Santo den Sieg im MedienCup gesichert hatte, folgte am Schlusstag der DM auch der Titel in der Grand Prix Kür. Für Werth war es der elfte Titel bei Deutschen Meisterschaften.

Dressur

Der elfte Deutsche Meisterschaftstitel für Isabell Werth in Münster. Foto: Kit Houghton FEI

Der elfte Deutsche Meisterschaftstitel für Isabell Werth in Münster. Foto: Kit Houghton FEI

Mit ihrem 14-jährigen Hannoveraner-Wallach Warum nicht FRH siegte sie mit 81,700 Prozent vor Titelverteidiger Matthias Alexander Rath mit Sterntaler-Unicef (79,150). Die Bronzemedaille ging an Christoph Koschel mit Donnperignon (78,150), gefolgt von Hubertus Schmidt mit Donnelly (76,850). Anabel Balkenhol, die noch im Grand Prix siegreich war und im Special die Silbermedaille gewann, landete mit dem zehnjährigen Hannoveraner-Wallach Dablino auf Platz sechs (75,950).

“Vor allem mit dem Special und der Kür war ich sehr zufrieden, im Grand Prix hatten wir ja noch unsere Probleme. Wir reisen aber glücklich nach Hause”, lautete Werths Bilanz. Kür-Titelverteidiger Matthias Alexander Rath freute sich über Silber: “Ich habe eindeutig Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Gegen eine Isabell Werth gewinnt man Medaillen, man verliert sie nicht.”

Springreiten

Während bei den Dressurreitern Männer und Frau gegeneinander antreten, gibt es bei den Springreitern immer noch zwei Meisterschaften – und das obwohl Frauen international schon lange Spitzenplätze einnehmen.

Entsprechend wurde auch bei den Männern mit Meredith Michaels-Beerbaum eine Frau Deutscher Meister.  In einem spannenden Finale sicherte sich die 40-Jährige mit Checkmate nach 2008 erneut den Titel. Nach vier Runden hatte sie insgesamt vier Strafpunkte auf ihrem Konto. “Jetzt bin ich die erste Mutter, die bei den Herren Gold gewonnen hat”, freute sich die Siegerin, die außerdem mit Le Mans Silber bei den Frauen gewann.

Silber ging an Christian Ahlmann (Marl/4,25) mit Lorenzo, Dritter wurde Alois Pollmann-Schweckhorst (Steinfeld/4,75) mit Chacco-Blue. Den vierten Platz teilten sich Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit Corradina, Christian Ahlmann mit Calvados Z und Titelverteidiger Philipp Weishaupt mit Souvenir. Diese Paare hatten alle am Ende jeweils acht Strafpunkte auf ihrem Konto.

“Ich habe gezeigt, dass ich wieder da bin”, sagte die Siegerin nach einem spannenden Finale bei strömendem Regen. Auch Bundestrainer Otto Becker war nach den vier Runden voll des Lobes: “Meredith ist verdient Deutsche Meisterin geworden. Sie ist wieder ganz die Alte. Das wiedergewonnene Selbstbewusstsein spiegelt sich auch in ihrer Leistung wieder.” Die gebürtige US-Amerikanerin erhöhte damit auch ihre Chancen auf eine mögliche Nominierung für die Weltreiterspiele vom 25. September bis 10. Oktober in Kentucky.

Deutsche Meisterin: Eva Bitter und Stakkato

In einem Herzschlagfinale bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen hat Eva Bitter aus Bad Essen die Goldmedaille gewonnen. Sie setzte dabei auf ihren 17-jährigen Hannoveraner Hengst Stakkato. Es ist Bitters vierter DM-Titel und der zweite mit Stakkato. „Es hat mich unheimlich gefreut, besonders weil es mit Stakkato geklappt hat“, sagte Bitter. Lange Zeit hat er pausiert, ging in zwei Jahren vier Turniere. Doch hier in Münster präsentierte er sich wieder in altbewährter Stärke. „Und das ist das Tolle an diesem Sport, dieses Gefühl, dass das Pferd für einen kämpft.“

Nach zwei Umläufen stand sie bereits als Siegerin der heutigen Prüfung fest. Doch im Gesamtklassement war sie, wie drei weitere Amazonen, ohne Abwürfe aus den beiden Wertungsprüfungen am Freitag und Samstag gekommen. Vier Damen mussten also in einem Stechen um Edelmetall kämpfen.

Tina Deurer vom RC Bretten ging als erste Starterin in den Stechparcours und handelte sich mit ihrer Schimmelstute Centara bei einer Zeit von 39,28 Sekunden einen Hindernisfehler ein. Die zweite Starterin Meredith Michaels-Beerbaum ritt mit Le Mans auf Nummer sicher und kam ohne Strafpunkte nach 44,59 Sekunden über die Ziellinie – letztlich war das die Silbermedaille. „Ich kenne Le Mans schon sehr lange und ich weiß, dass er eines nicht kann: schnell sein. Deshalb wollte ich nichts Verrücktes versuchen oder dem Pferd Angst machen“, war die 41-Jährige durchaus zufrieden und liebäugelt bereits mit einer weiteren Medaille in der Herrenwertung am Sonntag.

Risikofreudig ging es die Schenefelderin Janne Friederike Meyer mit Chika’s Way an: die schnellste Zeit mit 37,93 Sekunden, aber vier Fehlerpunkte. Daraus wurde Bronze. „Ich bin hinter den beiden besten deutschen Amazonen Dritte geworden – wenn ich mich darüber nicht mehr freuen könnte, wäre das sehr traurig“, sagte Meyer.

Den Fehler mit Chika’s Way verbuchte sie gelassen als Flüchtigkeitsfehler, konzentriert sich von nun an auf die morgige Herrenwertung mit Lambrasco. Vor allem aber freute sie sich – ganz Sportlerin – über und mit Eva Bitter. Die ging als letzte Starterin ins Stechen und fand mit ihrem Erfolgspferd Stakkato den gesunden Mittelweg:  Ohne Strafpunkte in 40,20 Sekunden – Gold für Eva Bitter!

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