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Der Kommentar: Steiner oder das Kreuz mit der Wahrheit

25. Juli 2009 Der Kommentar

Nun ist es also raus. Der deutsche Reitsport hat eine Blitz-Läuterung erfahren. Die Persilscheine sind verteilt. Alles ist wieder gut.

Alles? Zumindest das in dieser Woche vorgetragene Zwischenergebniss der Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) scheint das zu glauben.

Doch wer glaubt das noch?  Sicher gehört zu den Gläubigen der Kommissionsvorsitzende selbst. Der ehemalige Verfassungsrichter Prof. Dr. Udo Steiner kann es sich aufgrund seiner eigenen Redlichkeit und seiner fachlichen Fremdheit vermutlich gar nicht vorstellen, was in (Deutschlands) Sportställen so alles los ist.

Und warum sollte ihm auch irgendeiner die Wahrheit sagen? … Continue Reading

Unabhängige DOSB-Kommission erteilt deutschen Reitern Absolution

25. Juli 2009 Wissen
Prof. Dr Udo Steiner ist Vorsitzender der DOSB Kommission zur Untersuchung im Pferdesport. Foto: Julia Rau

Prof. Dr Udo Steiner ist Vorsitzender der DOSB Kommission zur Untersuchung von Manipulationen im Pferdesport. Foto: Julia Rau

Nach Anhörung von insgesamt 53 deutsche Spitzenreitern und 13 Funktionären ist die sogenannte “Unabhängige DOSB-Kommission” mit einem ersten Zwischenergebnis an die Öffentlichkeit getreten. Anstelle einer Liste mit Reitern und Funktionären, die es künftig schwer haben dürften noch einmal für ihr Land an den Start zu gehen, erteilte die Steiner-Kommission, benannt nach ihrem Vorsitzenden, dem Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Dr, Udo Steiner, allen bislang Befragten eine Art General-Absolution.

Nach der sogenannten Auflösung der deutsche Nationalmannschaften in Springen, Dressur und Vielseitigkeit Ende Mai durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) – faktisch gingen die bisher in den Kadern nominierten Reiter (bis auf wenige Ausnahmen) weiter für Deutschland an den Start – sollte die Kommission dafür sorgen, einen Neuanfang im deutschen Leistungssport zu ermöglichen.

So beauftragte die FN also eine als unabhängig bezeichnete Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Reiter und Funktionäre hinsichtlich ihrer Einstellung und ihres Verhaltens zu befragen und die Situation im Spitzensport zu analysieren.

In dieser Woche ging der zweite von drei Befragungsblöcken zu Ende. Im Anschluss verkündete die
DOSB-Kommission Reiten folgende Zwischenergebnisse:

Die DOSB-Kommission Reiten hat in der Zeit vom 13. bis 15. Juli und vom 20. bis 22. Juli 2009 in Warendorf 53 Reiterinnen und Reiter sowie 13 Amtsträger und Funktionäre der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zur Manipulation im Pferdeleistungssport befragt.

Alle Reiterinnen und Reiter hatten nach Abschluss der Befragung folgende Ehren- und Verpflichtungserklärung zu unterschrieben (Vergleichbares war ihnen bereits VOR den Olympischen Spielen 2008 abverlangt worden):

‚Ich bekenne mich uneingeschränkt und entschieden zu den Grundsätzen der Fairness und Integrität im Pferdesport. Ich versichere, mit dem Pferd zu dessen Wohl und Gesundheit einen reiterlichen Umgang zu pflegen und auf jede Form der Manipulation zu verzichten. Insbesondere werde ich innerhalb und außerhalb des Wettbewerbes keine gemäß den geltenden Regelwerken und Richtlinien verbotenen Methoden anwenden und keine verbotenen Substanzen (Dopingsubstanzen und sonstige verbotene Substanzen) in einer Weise anwenden, die einen Verstoß gegen das geltende Regelwerk darstellt. Ich bin bereit, im Zusammenhang mit allen von der Reiterlichen Vereinigung verbindlich beschlossenen und noch zu beschließenden Maßnahmen zur Bekämpfung von Manipulation im Pferdesport vertrauensvoll zu kooperieren.’

Der “wesentliche Inhalt” der Anhörung sei protokolliert worden. Weitere Reiterinnen und Reiter werden nach dem gegenwärtigen Stand in der Zeit vom 11. bis 13. August angehört. Nach Abschluss der Befragung werde die Kommission einen Bericht erstellen, der auch Empfehlungen an die FN zum “künftigen Umgang mit Fragen zu Doping und Medikation im Pferdeleistungssport” einschließt.

Aufgrund der bisher erfolgten Anhörungen empfiehlt die Kommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in drei Fällen – Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Marco Kutscher (Riesenbeck) und Daniel Deußer (Valkenswaard/NED) – die Aufnahme der angehörten Personen in einen Kader mit Vorbehalt, in allen anderen Fällen ohne Einschränkung.

In den drei Vorbehaltsfällen empfiehlt die Kommission die Aufnahme in einen Kader mit der Auflage, dass die betreffenden Reiter jede medizinisch indizierte Maßnahme der Behandlung eines Kaderpferdes oder Grand Prix-Pferdes mit dem zuständigen Mannschaftstierarzt und dem Bundestrainer im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2011 offen und vertrauensvoll abstimmen. Der Mehraufwand, der aufgrund dieser Abstimmung der FN entsteht, geht zu Lasten der Reiter. Die Aufnahme in den Kader kann widerrufen werden, wenn gegen die Auflage verstoßen wird.“

Zu den Zwischenergebnissen der DOSB-Kommission Reiten äußerte sich der FN-Generalsekretär, Soenke Lauterbach, wie folgt: „Die Kommission hat die Arbeit noch nicht beendet. Diese Arbeit respektieren wir und wollen sie nicht beeinflussen. Daher geben wir zum jetzigen Zeitpunkt keinen wertenden Kommentar zu den Zwischenergebnissen ab. Wir haben vorab mehrfach betont, dass wir die Empfehlungen der Kommission berücksichtigen werden. Die Ausschüsse des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) werden die Empfehlungen in die Entscheidung bei der Kaderberufung einbeziehen.“

Kommentar folgt in Kürze

Doping-Anhörung DOSB: Erstes Drittel bereits abgeschlossen

16. Juli 2009 Namen & Nachrichten
Hanfried Haring (rechts), hier im Gespräch mit dem Bundestrainer Springreiten, Otto Becker, geriet in die Kritik, weil er offen einen "Flächenbrand" in der Reiterei beim Thema Doping vermutete. Foto: Julia Rau

Hanfried Haring (rechts), hier im Gespräch mit dem Bundestrainer Springreiten, Otto Becker, geriet in die Kritik, weil er offen einen "Flächenbrand" in der Reiterei beim Thema Doping vermutete. Foto: Julia Rau

Nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung hat die Untersuchungskommission Reiten des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) unter Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Steiner am 13. Juli in Warendorf mit den Befragungen der A-, B-, B2-Kader der olympischen Disziplinen und Funktionäre begonnen und das erste Drittel bereits gestern (15.) bereits abgeschlossen.

Bei 90 zu befragenden Personen sind das pro Verhandlungstag zehn Reiterinnen, Reiter oder Funktionäre, die von dem Dreiergremium zum komplexen Thema Doping so befragt werden müssen, dass die Kommission eine abschließende Aussage und Empfehlung über jeden einzelnen treffen kann.

Die Kommission soll die Situation im Spitzensport analysieren und Empfehlungen geben, wie der Verband mit der Manipulationsproblematik im Pferdesport umgehen soll. Im Vordergrund der Befragungen steht außerdem das Verhalten und die Einstellung von Reitern sowie Funktionären im Spitzensport. Nachdem die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) am 28. Mai die Spitzenkader der Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit aufgelöst hat, hat die Kommission auch die Aufgabe, dem Verband  zu geben, welche Reiter wieder in die Bundeskader aufgenommen werden sollen.

Die Befragungen der rund 90 Reiter und Funktionäre findet in drei Blöcken statt. Block eins fand von 13. bis 15. Juli statt, Block zwei folgt vom 20. bis 22. Juli, der dritte Befragungsblock schließt sich vom 11. bis 13. August an. Erste Empfehlungen der Kommission werden nach dem 22. Juli erwartet. Nach Beendigung der Untersuchung wird die Kommission einen Abschlussbericht veröffentlichen.

„Ich bin froh, dass es endlich losgegangen ist“, sagte Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg), Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Er machte am ersten Befragungstag den Anfang. „Das Gespräch fand in einer sehr angenehmen Atmosphäre statt und ich bin zuversichtlich, dass die Ergebnisse eine große Hilfe für uns darstellen werden.“

Suspendierung von Isabell Werth bleibt bestehen

25. Juni 2009 Mehr Sport
Leider wahr: Nun ist auch Deutschlands Vorzeige-Reiterin, hier auf Whisper, als Doping-Sünderin entlarvt. Foto: Julia Rau

Leider wahr: Nun ist auch Deutschlands Vorzeige-Reiterin, hier auf Whisper, als Doping-Sünderin entlarvt. Foto: Julia Rau

Die fünffache Olympiagold-Gewinnerin Isabell Werth (Rheinberg) bleibt weiterhin von allen Turnieren suspendiert. Bei der heutigen Anhörung durch den Weltreiterverband (FEI) erklärte sich die Dressurreiterin gleich zu Beginn des Gesprächs mit der Aufrechterhaltung der Sperre  einverstanden und verzichtete außerdem auf die Öffnung der B-Probe. Die FEI wird in Kürze das eigentliche Verfahren gegen die Reiterin eröffnen. … Continue Reading

Der Kommentar: Et tu Isabell?

“Auch Du, mein Sohn Brutus!”, soll Caesar gerufen haben, als er entdeckte, dass selbst sein Freund, der von ihm geförderte Marcus Junius Brutus, am Komplott gegen ihn beteiligt war. Die Erkenntnis des Verrats kam für den großen Imperator zu spät, im nächsten Augenblick erdolchten ihn die politischen Meuchler.

Dass nun auch Deutschlands Vorzeige-Dressurreiterin Isabell Werth in einen Doping-Skandal verwickelt sein soll und FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau ausruft: “Eine Katastrophe für den Reitsport” könnte Skakespeare nicht dramatischer inszeniert haben. Die Tragik dieses neuen Falles ist unübersehbar, die Folgen unüberschaubar.

Sollte sich die in der A-Probe ermittelte Substanz Fluphenazine nicht als Folge einer “Fehlanalyse”, “Schlamperei beim Verschließen”, “falsch anzeigender Instrumente”, “Wechselwirkung mit anderen Mitteln” oder sonstiger Unwägbarkeiten herausstellen und im Blut oder Urin des Nachwuchspferdes der Dressurreiterin und Juristin tatsächlich ein schweres Psychopharmakum gefunden worden sein, dann entspricht das in der Tat einer Katastrophe! … Continue Reading

Isabell Werth wegen positiver Medikationskontrolle bis auf Weiteres von allen Turnieren suspendiert – Rantzau: Katastrophe für den Pferdesport

24. Juni 2009 Dressur
War der hübsche Fuchswallach Whisper aus dem Stall von Isabell Werth gedoped? Foto: Julia Rau

War der hübsche Fuchswallach Whisper aus dem Stall von Isabell Werth gedoped? Foto: Julia Rau

Die fünffache Olympiagold-Gewinnerin und Vorzeigefrau des deutschen Dressursports Isabell Werth ist wegen einer positiven Dopingkontrolle ihres Nachwuchspferdes Whisper bis auf Weiteres von allen Turnieren suspendiert. Die erfolgreichste deutsche Dressurreiterin nach Rainer Klimke wird demnach auch nicht beim nächste Woche beginnenden CHIO in Aachen (26. Juni bis 5. Juli) starten.

Dies wurde bereits von Frank Kempermann, dem CHIO-Turnierdirektor bestätigt. Aus Aachen heißt es, man begrüße diesen Schritt der Suspendierung im Zeichen des Kampfes gegen Doping.

Wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung heute mitteilte, sei bei einer Medikationskontrolle während des Pfingstturniers die als Doping eingestufte Substanz Fluphenazine entdeckt worden. Die Substanz entstammt der Humanmedizin und wird dort als Psychopharmakum bei Schizophrenie- und Psychose-Patienten eingesetzt. Im Dressursport könnte es bei schreckhaften, unter Spannung stehenden Pferden zur Beruhigung eingesetzt werden. … Continue Reading

Beginnt FN Kommission erst Mitte Juli mit Anhörung?

10. Juni 2009 Namen & Nachrichten, Wissen

Unter der Überschrift:  “Natürlich gibt es eine deutsche Mannschaft beim CHIO Aachen 2009″, hat die Pressestelle des CHIO gestern die untenstehende Mitteilung veröffentlich. Aus ihr geht hervor, dass der Arbeitsstart der Kommission zur Untersuchung und Aufklärung der Doping- und Medikationsvergehen im Pferdesport, erst am 13. Juli sein wird, da man sich vorher gründlich in die Thematik einarbeiten möchte.  Ein enger Zeitplan, denn die Europameisterschaften der Spring- und Dressurreiter beginnen gut einem Monat (25.-30. August2009) später im britischen Windsor. … Continue Reading

Keine Suspendierung für Kutscher und Haring durch FEI / Präsidentin Haya: “Gängige Praxis”

6. Juni 2009 Namen & Nachrichten
Unter Verdacht: Marco Kutscher mit Olympiapferd Cornet Obolensky. Foto: Julia Rau

Unter Verdacht: Marco Kutscher mit Olympiapferd Cornet Obolensky. Foto: Julia Rau

Die angekündigte und von Mitgliedern geforderte Suspendierung des deutschen Reiters Marco Kutscher, der durch Vorwürfe zu unerlaubter Medikation während der Olympischen Spiele in Hongkong an seinem Pferd Cornet Obolensky in die Schlagzeilen und den Fokus von Untersuchungen geraten war, sowie des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Dr. Hanfried Haring, aus dem Weltreiterverband FEI, wird nicht stattfinden. … Continue Reading

FEI will ehemaligen FN Generalsekretär Hanfried Haring suspendieren

28. Mai 2009 Mehr Sport
Hanfried Haring (rechts), hier im Gespräch mit dem neuen Bundestrainer Springreiten, Otto Becker, wird von der FEI suspendiert. Foto: Julia Rau

Hanfried Haring (rechts), hier im Gespräch mit dem neuen Bundestrainer Springreiten, Otto Becker, wurde von der FEI gefeuert. Foto: Julia Rau

Als Folge einer Anfrage ihrer Mitglieder-Mehrheit, hat die Zentrale des Internationalen Reiterlichen Dachverbandes ( FEI) heute einem Einspruch des FEI Tribunals für Sauben Sport stattgegeben und die Suspendierung des ehemaligen Generalsekretärs der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) von seinen Aufgaben innerhalb des FEI-Zentralbüros angekündigt. … Continue Reading

FN löst alle Nationalkader auf, Ludger Beerbaum von Nationenpreisen suspendiert

28. Mai 2009 Mehr Sport
Im Fokus: Ludger Beerbaum. Foto: Julia Rau

Im Fokus: Ludger Beerbaum. Foto: Julia Rau

In einer außerordentlichen Sitzung des Präsidiums der Deutschen Reiterlichen Vereinigung wurde heute in Warendorf beschlossen, alle deutschen Nationalkader aufzulösen.

Olympiasieger Ludger Beerbaum wird bis auf Weiteres nicht mehr für Nationenpreise nominiert. Der Olympiasieger hatte im Zusammenhang mit dem aktuellen Doping-Skandal um den bei ihm angestellten Olympia-Reiter Marco Kutscher in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 24. Mai gesagt, er habe bisher nach dem Motto gearbeitet, erlaubt sei, was nicht gefunden würde.

Wegen einer unerlaubten Medikation an Beerbaums Olympiapferd Goldfever war der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Goldmedallie aberkannt worden.

Weitere Infos auch unter “Die Pferderegion”

Original aus Warendorf

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