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Neuer FN-Mannschaftstierarzt – Zentrale Rolle der Medikations- und Dopingregeln

20. Mai 2009 Mehr Sport

Der Niederländer Dr. Jan-Hein Swagemakers ist neuer Mannschaftstierarzt der deutschen Springreiter. Er tritt die Nachfolge des langjährigen Mannschaftstierarztes Dr. Björn Nolting (Weilerswist) an, der bis zum Weltcupfinale in Las Vegas die deutsche Springreiter betreut hat und nun in die umstrittene Medikationsaffäre um den deutschen Spitzenreiter Marco Kutscher verwickelt ist.

Mit Ernennung des Pferdearztes ziehen auch neue, strengere Regeln in die Ställe der Kaderangehörigen ein:  Die Bundestrainer Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann, legten direkt gemeinsam mit dem neuen Mannschaftstierarzt die künftigen Grundzüge in der Zusammenarbeit fest. Dabei spielte die Frage der Medikations- und Dopingvorbeuge eine zentrale Rolle. Es wurden folgende Maßnahmen festgelegt:

1. Beibehaltung der Bestimmungen zur Championatsvorbereitung: Ab acht Wochen vor einem Championat darf keine Behandlung ohne Einbeziehung des Mannschaftstierarztes vorgenommen werden. Bei allen nominierten Pferden
werden weiterhin Mediaktionskontrollen kurz vor dem Championat vorgenommen. Die Nominierten haben alle Substanzen vor Anreise zum Championat beim Mannschaftstierarzt abzugeben.

2. Neu ist, dass die Angehörigen des Championatskaders ganzjährig jede Medikation ihrer Kaderpferde zu dokumentieren und dem Mannschaftstierarzt offenzulegen haben. Die Dokumentationspflicht gilt
zudem für alle Reiter, die für die Longlist zu einem Championat nominiert werden.

3. Während eines Championates ist für die veterinärmedizinische Begleitung der Championatspferde allein der Mannschaftstierarzt weisungs- und handlungsbefugt.

Der 48-jährige gebürtige Niederländer Swagemakers ist FEI-Tierarzt und Hobbyreiter ist seit 1998 Vertrauenstierarzt des Landesverbandes Weser-Ems. Unter anderem betreute er bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen das Spingreiterteam der Ukraine als Tierarzt. Seinen ersten Turniereinsatz für die deutschen Springreiter
hat Swagemakers bei den Deutschen Meisterschaften in Balve vom 11. bis 14. Juni.

„Ich glaube, dass wir mit dem neuen Mannschaftstierarzt eine gute Wahl getroffen und mit den Neuerungen die Verantwortlichkeiten bei allen Beteiligten noch klarer definiert haben“, so der Ausschussvorsitzende
des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), Peter Hofmann (Mannheim).

FN hält an Marco Kutscher im deutschen Nationalkader fest

19. Mai 2009 Mehr Sport
Weiter im deutschen Nationalkader: Marco Kutscher und Cornet Obolensky in Hongkong. Foto: Julia Rau

Weiter im deutschen Nationalkader: Marco Kutscher und Cornet Obolensky in Hongkong. Foto: Julia Rau

Wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) heute mitteilte, wird die nicht angemeldete und damit illegale Gabe von Arnika und Lactanase am Pferd Cornet Obolensky des Springreiters Marco Kutscher nicht zum Ausschluss aus dem Nationalkader führen.

Auch die Gerüchte um das Mitführen des als Doping-Mittel einsetzbaren  Medikaments Equi-Block im Stallgepäck von Ludger Beerbaum und Marco Kutscher, werden keine weiteren Konsequenzen haben, da sich der Tatbestand nicht mehr nachweisen lasse.

Der Springausschuss der FN, der über diese Verfahren verhandelt hatte, zeigte sich unzufrieden mit dem Ergebnis, das auf eine mangelhafte Beweislage zurück zu führen sei.

“Wir wissen, dass es Fehlverhalten von Teilen der Mannschaft in Hongkong gegeben hat. Dass es uns möglicherweise nicht gelingt, hier einen klaren Nachweis zu führen, ist mehr als unbefriedigend”, so Peter Hofmann, Vorsitzender des DOKR-Springausschusses.

Die FN gab jetzt den Ball an die übergeordnete Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) weiter. Diese hatte jedoch bereits vor zwei Wochen erklärt, dass sie den Fall Kutscher unabhängig vom Vorgehen des deutschen Verbandes untersuchen würde.
Die FN will nun warten, was das Verfahren der FEI ergibt und die Kadermitgliedschaft anschließend erneut prüfen. Wie die FEI zu einer klaren Beweislage kommen soll – blieb unklar.

Der Wortlaut der FN-Erklärung

FEI gibt Zusammensetzung der Untersuchungskommission im Fall Marco Kutscher bekannt

Da ging etwas nicht mit rechten Dingen zu: Marco Kutscher und Cornet Obolensky in Hongkong. Foto: Julia Rau

Da ging etwas nicht mit rechten Dingen zu: Marco Kutscher und Cornet Obolensky in Hongkong. Foto: Julia Rau

Die internationale reiterliche Dachorganisation FEI hat heute die Zusammensetzung der Ethik-Kommission bekannt gegeben, die den Fall des deutschen Springreiters Marco Kutscher untersuchen soll.

Der Angestellte im Stall des vierfachen Olympia-Siegers Ludger Beerbaum hatte in der vergangenen Woche gemeinsam mit Teamarzt Dr. Björn Nolting zugeben müssen, dass sein Pferd Cornet Obolensky während der Olympischen Spiele mit einem verbotenen und in Deutschland nicht erhältlichen Mittel behandelt worden war, das die Bestandteile Arnika und Lactanase enthält. … Continue Reading

FN prüft Kadermitgliedschaft Kutschers

7. Mai 2009 Mehr Sport
Wird vielleicht vorerst nicht mehr für Deutschland: Marco Kutscher und Cornet Obelensky. Foto: Julia Rau

Wird vielleicht vorerst nicht mehr für Deutschland: Marco Kutscher und Cornet Obelensky. Foto: Julia Rau

Immer noch scheint die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) keinen Anlass zur Eile im Fall Marco Kutscher zu haben. Der Nationenpreisreiter wird am kommenden Wochenende bei der hochdotierten zweiten Etappe der Global Championstour an den Start gehen. Die erste hat er bereits gewonnen. Gesamtes Preisgeld hier: knapp 300.000 Euro.

Nun wird der Springausschuss seine Mitgliedschaft im deutschen Kader “überprüfen”.  Das heißt, man prüft, ob Marco Kutscher künftig für Deutschland in Nationenpreisen starten darf. Eine Ehre, die Christian Ahlmann für 24 Monate aberkannt wurde.

Das alles trotz des Eingeständnisses Kutschers und des Mannschaftstierarztes Dr. Björn Nolting, dass Kutschers Pferd Cornet Obolensky unerlaubte Medikamente gespritzt wurden, die auch nicht angemeldet waren. Nach dem FEI Reglement ist der Reiter ohne Einschränkungen “the person responsible” – die verantwortliche Person für solche Vorfälle. Eine klare Sache? Nicht für die FN.

Hier die aktuelle Pressemitteilung im Wortlaut:

Warendorf/Hongkong (fn-press). Neue Erkenntnisse zu den Vorkommnissen um den Springreiter Marco Kutscher (Riesenbeck) bei den Olympischen Spielen in Hongkong haben die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) veranlasst, die Kadermitgliedschaft des Springreiters durch den Springausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) überprüfen zu lassen.

Laut jüngsten Aussagen Kutschers gegenüber dem Fernsehsender WDR und einer Stellungnahme des ehemaligen Mannschaftstierarztes Dr. Björn Nolting (Weilerswist) soll der Hengst während der Spiele durch eine Pflegerin behandelt und die Behandlung nicht angemeldet worden sein.

“Nach der ersten Runde des Nationenpreises bei den Olympischen Spielen in Hongkong habe ich gemeinsam mit Marco Kutscher besprochen, sein Pferd Cornet Obolensky mit Lactanase und Arnika zwecks optimaler Regeneration der Muskulatur zu versorgen. Unglücklicherweise nahm die Pflegerin ohne Rücksprache und völlig voreilig die Behandlung vor, bevor ich die erforderliche Freigabe für eine Injektion einholen konnte”, so Nolting.

“Die jüngsten Aussagen Kutschers und Noltings haben uns neue Erkenntnisse, aber noch keine völlige Klarheit gebracht”, sagte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach und fügte hinzu, dass das formelle Verfahren bei der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) liege, die bereits durch die FN offiziell in Kenntnis gesetzt worden sei. “Dennoch werden wir den Vorfall parallel durch den Springausschuss untersuchen lassen. Wenn Handlungsbedarf besteht, werden wir reagieren”, sagte Lauterbach.

“Ich war überzeugt, wir seien auf dem richtigen Weg” – Audio-Stellungnahme Geschäftsführer FN

Erst Monate nach Hongkong: Der Geschäftsführer Sport der FN, Reinhard Wendt, bezieht Stellung. Foto: Julia Rau

Erst Monate nach Hongkong: Der Geschäftsführer Sport der FN, Reinhard Wendt, bezieht Stellung. Foto: Julia Rau

Der Geschäftsführer Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Reinhard Wendt, hat heute in einer Audio-Botschaft Stellung bezogen zu den Entwicklungen, die zum einem weiteren olympischen Dopingfall der deutschen Equipe geführt haben :
Stellungnahme des FN Geschäftsführers Reinhard Wendt (Dauer ca 20 Min.)
Wendt räumt in dieser Botschaft ein, dass er sowohl beim Kollaps des Pferdes Cornet Obolensky persönlich auf der Stallgasse anwesend war “… wir hatten in diesem Moment überhaupt keinen Anlass zu glauben, dass da etwas nicht in Ordnung war” als auch, dass er in den Tagen nach Hongkong Hinweise erhalten habe, dass der Fall des – inzwischen verurteilten – Springreiters Christian Ahlmann und seines Pferdes Cöster kein Einzelfall innerhalb der deutschen Mannschaft gewesen sei.

Auch der Hinweis, dass aus den Sattelschränken von Ludger Beerbaum und Marco Kutscher das im Wettkampf verbotenen Mittel Equi-Block gefallen sei, war ihm direkt zugetragen worden. Diese Aussagen seien jedoch widersprüchlich und unvollständig gewesen.

Hier geschwiegen zu haben, sei, “in der Rückschau betraucht eventuell eine Fehlentscheidung” gewesen. Für alle Vorfälle der unerlaubten Manipulation übernahm der Geschäftsführer die Verantwortung, da sie sich “unter meiner Führung so entwicklen konnte”. Und zwar trotz seines ausdrücklichen Bemühens, genau solche Dinge zu verhindern. “Ich war überzeugt, wir seien auf dem richtigen Weg.”

Gleichzeitg sprach die in Nürnberg tagende Mitgliederversammlung der FN Reinhard Wendt und seinem Präsidenten Breido Graf zu Rantzau das Vertauen aus:

FN-Mitgliederversammlung: Eingeschlagener Weg soll fortgesetzt werden

von Dr. Dennis Peiler
Nürnberg (fn-press). Im Rahmen der Jahrestagungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Nürnberg hat die Mitgliederversammlung die Verbandsführung mit einem einstimmigen Beschluss aufgefordert, den eingeschlagenen Weg zur Sicherstellung fairen Leistungssports fortzusetzen. Hintergrund waren Enthüllungen verschiedenster Art und aus unterschiedlichen Richtungen über mutmaßliche Vorkommnisse bei den Olympischen Spielen in Hongkong, unter anderem eine regelwidrige Behandlung des Hengstes Cornet Obolensky (Reiter: Marco Kutscher). Die Mitgliederversammlung nahm dazu wie folgt Stellung:

“Die Mitgliederversammlung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) nimmt die offene Darstellung der Vorfälle bei den Olympischen Spielen in Hongkong durch Präsidium und geschäftsführenden Vorstand zur Kenntnis. Die erläuterten Aktivitäten zur Verhinderung von Manipulationen allgemein im Sport sowie speziell in den deutschen Mannschaften bei internationalen Championaten seit Athen werden nachdrücklich unterstützt. Insbesondere wird dem Präsidenten, Breido Graf zu Rantzau, und dem Geschäftsführer des Bereichs Sport, Reinhard Wendt, für ihre Arbeit auf diesem Gebiet gedankt und ihnen das Vertrauen der Mitglieder ausgesprochen.

Die Mitgliederversammlung beauftragt Präsidium und Vorstand, den eingeschlagenen Weg zur kompromisslosen Sicherstellung fairen Leistungssports unbeirrt fortzusetzen. Manipulation wird nicht toleriert. Die Delegierten der Mitgliederversammlung erklären ihre volle Unterstützung hinsichtlich aller dazu erforderlichen Maßnahmen. Deren Weiterentwicklung muss im Rahmen der Verbandsarbeit höchste Priorität haben und von allen an Pferdesport und -zucht Beteiligten aktiv unterstützt werden. Die dazu notwendigen finanziellen Mittel sind nach Maßgabe des Präsidiums zu stellen.
Die Aufklärung und Aufarbeitung aktueller Fälle möglicher Regelverstöße ist unter Wahrung größtmöglicher Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit fortzusetzen. Ziel ist ein fairer Reitsport, der Vorbild für das gesamte Sportgeschehen in Deutschland ist.”

FEI richtet Ethik-Kommission im Fall der deutschen Springreiter und der involvierten FN-Funktionäre ein

5. Mai 2009 Wissen

Die Internationale Reiterliche Dachorganisation (FEI) richtet ein auf höchster Ebene angesiedelte Ethik-Kommission ein. Diese soll die jetzt bekannt gewordenen Vorfälle im deutschen Springreiter-Team während der Olympischen Spiele in Hongkong 2008 bewerten und weiter untersuchen. Das kündigte die FEI in einer Presseerklärung am späten Montagabend an. … Continue Reading

Der Kommentar: Das große Schweigen

Bei ihm hat keiner geschwiegen. Christian Ahlmann, doppelt verurteilter Dopingsünder. Foto: Julia Rau

Bei ihm hat keiner geschwiegen. Christian Ahlmann, doppelt verurteilter Dopingsünder. Foto: Julia Rau

Am 17. März hatte Dr. Björn Nolting, der Mannschaftstierarzt der deutschen Equipe in Hongkong 2008 (Dopingfall und Disqualifikation Ahlmann und Cöster) und Athen 2004 (Disqualifikation von Ludger Beerbaums Pferd Goldfever wegen Einsatzes verbotener Medikamente, Verlust der Deutschen Goldmedallie) , über die Pressestelle der Deutschen Reiterlichen Vereinigung verkünden lassen, er stehe künftig nur noch den Dressurreitern zur Verfügung.

Seine Tätigkeit ende mit dem Weltcup in Las Vegas. Eine Begründung hierfür gab es nicht.

Am 28. April verkündet dann dieselbe Pressestelle, Nolting werde sich nun innerhalb der FN neuen Aufgaben widmen, da man die große Fachkompetenz des Tierarztes schätze. FN-Geschäftsführer Reinhard Wendt verkündete: “Wir möchten das Know-how von Dr. Nolting für die zukunftgerichtete Grundlagenarbeit im Bereich Leistungsphysiologie und Fitness nutzen.”

Vier Tage später platzt die Bombe. Der Spiegel berichtet von einem weiteren Dopingfall bei den deutschen Springreitern in Hongkong. Der Name des Angestellten von Ludger Beerbaum, Marco Kutscher, ist nun ebenfalls mit einer Doping-Affäre beschmutzt.

Auch hier, wie im Fall seines Chefs Beerbaum, soll “eine Pflegerin” ohne Wissen der Verantwortlichen oder gar voreilig völlig selbstständig die Doping-Gabe verabreicht haben. Nolting: “Unglücklicherweise nahm die Pflegerin ohne Rücksprache und völlig voreilig die Behandlung vor, bevor ich die erforderliche Freigabe für eine Injektion einholen konnte.”
Eine intravenöse Injektion mit Lactanase, kann bei geringfügiger Fehlsetzung der Nadel – so ist es auf vielen Fachseiten im Web zu finden – höchst schwerwiegende Folgen haben, zum Beispiel einen Kreislaufkollaps. Woher die Pflegerin in beiden Fällen die verbotenen Mittel hatte? – Schweigen. Wie sie gelernt hat, intravenöse Injektionen zu setzen? – Schweigen.

Überhaupt: Schweigen scheint das Gebot der Stunde. Die FN verkündet gar ohne einen Hauch von Selbstkritik, ja, man habe Bescheid gewusst, aber besser geschwiegen. “Eine Aufarbeitung des Geschehenen war in tatsächlicher (eindeutige Feststellungen hinsichtlich des tatsächlichen Geschehensablaufes) und rechtlicher Hinsicht mit einem derart ungewissen Ausgang der Gesamtaufarbeitung behaftet, dass es konstruktiver war, die gesamte Kraft in die Erarbeitung der auf den Weg gebrachten Maßnahmen zu stecken.”

Geschwiegen im Falle Christian Ahlmann hatte die FN aber nicht. Nein, hier überschlugen sich die Funktionäre nach dem vermurksten Olympiastart mit Äußerungen der Empörung, Enttäuschung bis hin zur Abscheu. Ja, es wurde sogar nachgearbeitet: Die von der FEI verhängte viermonatige Sperre war den Verantwortlichen in Warendorf nicht genug. Man zog vor den internationalen Sportgerichtshof CAS, wo der Sünder Ahlmann dann zur Genugtuung der FN noch einmal abgestraft wurde. Die Strafe wurde – bis heute ohne vorliegende Urteilsbegründung – verdoppelt!

Seit dem 20. April darf Ahlmann wieder starten. Zwischen den beiden Urteilen liegende Preise werden in einem solchen Fall aberkannt, Preisgelder müssen zurückgezahlt werden. Das alles unternahm die FN im Falle Christian Ahlmanns. Geschwiegen hatte hier keiner. Im Gegenteil, das Getöse war groß.  Das alles geschah gleichzeitig und wissend, dass es hier noch einen weiteren prominenten Doping-Sünder gibt.

Dieser durfte weiter ungestraft und unkommentiert seine Paroursrunden drehen, seine Preisgelder kassieren  und wurde bei seinen nicht unerheblichen Erfolgen in den letzten Monaten entsprechend gewürdigt. Begründung: Der Ausgang war nach FN Vermutung “ungewiss” .

So ungewiss, dass die FN in der selben Erklärung davon spricht, dass ” …. im Umfeld der Springmannschaft über den Fall Ahlmann hinaus Handlungen vorgenommen wurden, die weder dem Regelwerk noch der Vorstellung von sauberem Sport entsprechen.”

Was ist daran ungewiss? Eine klare Aussage: Regelverstoß, unsauberer Sport. Der Mannschaftstierarzt wusste davon, aber  “Aufgrund des dort (in Hongkong, Anm. Red.)  herrschenden Trubels habe ich beschlossen – hierfür übernehme ich die Verantwortung – Stillschweigen zu bewahren.” – Und  nach dem Trubel? In den Wochen nach Hongkong, als der Trubel um Christian Ahlmann erst so richtig los ging?

Da wurde weiter geschwiegen – über den Einen jedenfalls.

Weitere Kommentare bei: Nils Becker

FN wusste seit Wochen von weiterem Doping-Fall

4. Mai 2009 Wissen

FN-Stellungnahme zu mutmaßlichen Vorkommnissen bei den Olympischen Spielen in Hongkong
von fn-press
Nürnberg (fn-press). Mit einem Zukunftskongress hat heute in Nürnberg die Jahrestagung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) begonnen. Aus aktuellem Anlass stand dabei ein Bericht über mutmaßliche Regelverstöße im Zuge der Olympischen Spiele in Hongkong im Mittelpunkt, von denen unter anderem das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” berichtet. Zu den darin beschriebenen Vorkommnissen nimmt die FN wie folgt Stellung. … Continue Reading

Weitere Ermittlungen gegen deutsche Springreiter-Olympiaequipe

3. Mai 2009 Wissen
Hoffen wir für die deutsche Reiterei, dass nicht auch noch Marco Kutscher in einen Dopingfall verwickelt wurde. Foto: Julia Rau

Hoffen wir für die deutsche Reiterei, dass nicht auch noch Marco Kutscher in einen Dopingfall verwickelt wurde. Foto: Julia Rau

Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel-Online meldet, steht im Nachklang zu den Olympischen Spielen in Hongkong nun ein weiteres Mitglied der deutschen Springreiter im Fokus von Ermittlungen zu unerlaubter Medikation oder auch Doping:

Bei Marco Kutschers Hengst Cornet Obolensky soll eine Aufbauspritze aus Arnika und Lactanase in Hongkong zu einem Kreislaufzusammenbruch geführt haben. Die Gabe dieser Medikamente hat Kutscher inzwischen eingeräumt.

Marco Kutscher trainiert im Stall von Ludger Beerbaum. Er hatte in diesem Jahr einen äußerst erfolgreichen Saisonbeginn und unter anderem mehrere große Championate gewonnen.

Auch meldet Spiegel Online Gerüchte, dass das verbotene Mittel Equi-Block im Zusammenhang mit Kutscher und Beerbaum in Hongkong gesehen worden sei. … Continue Reading

Positiver Doping Test für zwei Pferde von Prinzessin Hayas Ehemann

8. April 2009 Namen & Nachrichten
Prinzessin Haya, Präsidentin der FEI

Prinzessin Haya, Präsidentin der FEI Foto: Kit Houghton/FEI

Zwei Pferde von Sheik Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Ehemann von FEI Präsidentin Prinzessin Haya und passionierter Distanz-Reiter, sind nach Angaben der britischen Online Ausgabe der Zeitschrift “Horse and Hounds” sowie nach Bericht der Online-Ausgabe der us-amerikanischen Magazins “The Chronicle of the Horse”,  positiv auf verbotene Substanzen getestet worden. Die Meldungen wurden von offizieller Seite bisher allerdings nicht bestätigt.

In den Nachrichten heißt es: Der Vize-Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai, habe sich daraufhin sofort selbst nachträglich von den Distanz-Wettbewerben ausgeschlossen. Es gebe ein Statement des Herrschers, er werde in dieser Angelegenheit ein Höchstmaß an Kooperation mit der FEI anstreben. … Continue Reading

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    von Karola Bady Unsere Autorin ist Mitglied bei Xenophon und Redakteurin. Sie war bei der Mitgliederversammlung am 12. Juli in Aachen anwesend. Für Horses & Sports hat sie ihr persönliches Resümee aus dieser Veranstaltung gezogen: "Die Laufbahn des Tierarztes Heuschmann gleicht inzwischen der eines Kometen: Er tauchte vor wenigen Jahren unvermittelt auf, sorgte für ein Leuchten am Himmel, als er sich gegen die Rollkur, gegen Doping und unerlaubte Medikation äußerte, dab...

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