
Kein FEI Amt mehr für den FN-Geschäftsführer Sport Reinhard Wendt. Foto: Julia Rau
Die Generalversammlung der Internationalen Reiterlichen Vereinigung, die zurzeit in Kopenhagen tagt, hat nun auch den nach ihrem Vorsitzenden benannten “Stevens-Report” öffentlich gemacht und ihre Ergebnisse zur Abstimmung durch die Versammlung frei gegeben. Teile davon waren bereits im Vorfeld an Journalisten lanciert worden.
In diesem Untersuchungsbericht werden die Vorfälle um die illegale Medikation des Pferdes Cornet Obolensky von Marco Kutscher während der Olympischen Spiele von Hongkong 2008 untersucht und harte Konsquenzen für den anwesenden Tierarzt der deutschen Olympia-Mannschaft, Dr. Björn Nolting, sowie die während des Vorfalls auf der Stallgasse anwesenden Funktionäre gefordert.
So soll der ehemalige deutsche Mannschaftstierarzt, Dr. Björn Nolting, der kurz vor Bekanntwerden der Vorfälle im Stallzelt bereits von seinem Posten zuückgetreten war, von der Liste der FEI-Tierärzte gestrichen werden – auf der er sich offensichtlich immer noch befand.

Marco Kutscher und sein Pferd Cornet Obolensky, das bei Olympia 2008 eine illegale Mediaktion erhielt. Foto: Julia Rau
Marco Kutscher, der Reiter von Cornet Obolensky, der nach FEI-Statut in dieser Funktion als die “person responsible” (verantwortliche Person) für den gesamten Vorfall gilt und der bislang völlig unbehelligt – auch von FN Strafmaßnahmen – weiter reiten konnte und im aktuellen Championats-A-Kader Aufgebot der FN zu finden ist, soll sich nun vor einem FEI Untersuchungsausschuss verantworten. Dieser könnte nach Abschluss der Ermittlungen eine längere Sperre für den Reiter verhängen.
Eine weitere Abstrafung soll an den ehemaligen Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Dr. Hanfried Haring, gehen. Er wird von seinen Aufgaben als deutsches Mitglied innerhalb des FEI Vorstands abgewählt werden. Die Aktion kann jedoch durchaus im Zusammenhang mit dem Versuch gesehen werden, die FEI Statuten zu ändern und den europäischen, speziell den deutschen Einfluss zu schwächen, denn Haring sollte auch als Vorsitzender der Gruppe der westeuropäischen Nationen weichen. Diese Attacke wurde jedoch durch ein Vertrauensvotum des Gremiums verhindert. Auch als FEI Richter wird Haring weiter im Amt bleiben, weil er in Hongkong nicht in diesem Amt tätig war.
Zudem werden alle weiteren Personen, die auf der Stallgasse anwesend waren, während das Pferd in seiner Box einen kurzen Kreislaufkollaps erlitt und die illegale Medikation erhielt – und somit von dem Vorfall Kenntnis hatten ohne die FEI darüberzu unterrichten – mit einer Art ‘Berufsverbot’ innerhalb der FEI belegt.
Sie dürfen künftig in keinem Amt innerhalb des Weltreiterverbandes mehr vertreten sein oder hineingewählt werden. Zu diesen Funktionären gehört auch FN- Präsident Breido Graf zu Rantzau und der deutsche Chef de Mission und FN-Geschäftsführer Sport, Reinhard Wendt, sowie der Springausschussvorsitzende, Peter Hoffmann. Auch diese Maßnahme ist in allerletzter Konsequenz eine Schwächung des deutschen Einflusses im Weltreiterverband.
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